Bei Besuch im ehemaligen KZ Mauthausen

„Widerwärtig und kriminell“: Rosenheimer vergleicht Corona-Impfstoff mit Mordgas der Nazis

Der Rosenheimer Stefan Bauer, hier auf einer Kundgebung von Attlila Hildmann in Berlin
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Der Rosenheimer Stefan Bauer, hier auf einer Kundgebung von Attlila Hildmannim Juli 2020 in Berlin, muss wegen eines Videos am KZ Mauthausen wohl mit einer Strafanzeige in Österreich rechnen.

Ein Rosenheimer AfD-Aktivist hat mit einem Video-Clip am ehemaligen Konzentrationslager Mauthausen in Österreich eine Welle der Empörung ausgelöst: Stefan Bauer, bekannt für krude Video-Beiträge. Der österreichische Innenminister kündigt eine Strafanzeige gegen Bauer an.

Rosenheim/Mauthausen - Er erbost Öffentlichkeit und Politik im Nachbarland mit seinem Vergleich von Corona-Impfstoffen mit Zyklon B, dem Mord-Gas der Nazis.

In dem ungefähr 45 Sekunden dauernden Clip sieht man Bauer unweit des Torgebäudes des 20 Kilometer östlich von Linz gelegenen früheren Konzentrationslagers. Es dauert nicht lange, da rückt Bauer Impfgegner in die Nähe von Verfolgten des NS-Regimes. „Wir hoffen alle, dass sich so eine Zeit nicht mehr wiederholt“, sagt er, „dementsprechend hoffen wir auch nicht, dass irgendjemand vorhat, wieder Konzentrationslager einzurichten, auch nicht für Leute, die die Impfung verweigern oder sich nicht testen lassen wollen“.

Gedenkstätte des ehemaligen nationalsozialistischen Konzentrationslagers Mauthausen.

Dem folgt ein unsäglicher Vergleich: „Wir brauchen kein neues Zyklon B, sei es als Astra-Zeneca, sei es als Biontech.“ Der österreichische Innenminister Karl Nehammer bezeichnete diesen Vergleich als „widerwärtig und kriminell“. Der Minister kündigte eine Strafanzeige gegen Bauer an.

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Bauer übt keine Funktion im Kreisverband mehr aus

Bauer steht Corona-Leugnern und der Querdenkerszene nahe und gibt sich in seinen Clips als Aufklärer aus. In der Rosenheimer AfD wurde er als Schriftführer des Kreisverbandes gelistet. Auch kandidierte er für die AfD als Kandidat für den Rosenheimer Stadtrat. Die AfD scheint sich mittlerweile aber von Bauer distanziert zu haben. Der Kreisvorsitzende Andreas Winhart betonte, dass Bauer im Kreisverband keine Funktion mehr ausübe.

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Ein Mediationsgespräch mit einem Vertreter des Landesvorstandes habe dazu geführt, „dass Herr Bauer nahegelegt wurde, unseren Kreisverband zu verlassen“. Ob Bauer dieser Empfehlung gefolgt ist, ließ sich gestern nicht klären. Auch Bauer selbst war nicht zu erreichen. (we)

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