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Auf der Baustelle: Warum es bei der Westtangente bei Rosenheim "drunter und drüber" geht

Da werden tatsächlich Berge versetzt:Neuer Knotenpunktauf der Großbaustelle Westtangente zwischen Westerndorf St. Peter und Großkarolinenfeld. Ziegler
  • Ludwig Simeth
    VonLudwig Simeth
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Es ist ein Mammutbauvorhaben, das Form annimmt, dabei aber viele Autofahrer auf eine Geduldsprobe stellt: die Westtangente. Wieso es bei diesem Bauvorhaben wortwörtlich drunter und drüber geht, beantwortet ein Besuch der OVB-Heimatzeitungen an der Baustelle zwischen Rosenheim und Kolbermoor.

Rosenheim/Kolbermoor– An Häusern und Siedlungen kommt sie meist vorbei. Doch wenn ganze Gewerbegebiete, Straßen oder Bahnlinien im Weg stehen, gibt es für die Rosenheimer Westtangente nur zwei Möglichkeiten: entweder oben drüber oder unten durch.

Am Aicherpark geht es deshalb hoch hinaus: Auf mächtigen Pfählen entsteht dort bis 2022 eine 650 Meter lange Brücke. Das mächtige Bauwerk soll den Verkehr quasi ein Stockwerk höher über das belebte Einkaufsgelände mit rund 120 Geschäften an der Stadtgrenze zwischen Rosenheim und Kolbermoor lenken.

Kreisstraße wird im Sommer 2020 füracht Wochen gesperrt

Doch weiter nördlich ist es umgekehrt. Dort taucht die Westumfahrung im Bauabschnitt 3 gleich mehrmals in den Untergrund ab. Dreimal wird die Umgehungsstraße tiefer gelegt:

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Bei Wernhardsberg (der nordwestlichste Stadtteil Rosenheims) geht es unter der Bahnstrecke Rosenheim-München hindurch – die komplizierteste Tangenten-Baustelle neben dem Aicherpark-Brückenschlag.

Trasse gräbt sich in den Boden

Nur ein paar hundert Meter weiter südlich, an der Kreisstraße von Westerndorf St. Peter nach Großkarolinenfeld (Rosenheimer Straße), zwischen Öllerschlößl und Bahnunterführung, gräbt sich die Trasse ebenfalls tief in den Boden. Dort wird die neue Tangente unter die Kreisstraße hindurch gelegt. Der Brückenbau wird im Sommer 2020, vermutlich während der Ferien, eine achtwöchige Vollsperrung der Rosenheimer Straße unumgänglich machen.

Blick in den Untergrund: Matthias Geitz, Westtangenten-Gesamtprojektleiter, und Franziska Mais, Projektleiterin für das Brückenbauwerk nahe Öllerschlößl. simeth

Und noch weiter südlich, zwischen Moorkultur und Tierheim, wird die Umfahrung im Bereich westlicher Keferwald/Fürstätt ebenfalls tiefer und durch eine Wohnsiedlung in der Großholzstraße gelegt. Dort ist die Brücke über die Tangente schon fertig.

Größtes Projekt in der Geschichte des Straßenbauamts

Der Bau der elf Kilometer langen Westtangente zwischen der neuen A8-Ausfahrt Rosenheim-West im Süden und dem B15-Anschluss im Norden bei Wieden (Gemeinde Schechen) ist das größte Projekt in der Geschichte des Rosenheimer Straßenbauamtes. Der Bau ist grob in vier Abschnitte unterteilt. Genehmigt sind bislang 190 Millionen Euro an Kosten. Doch bei dieser Summe wird es wohl nicht bleiben.

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Die Bauabschnitte ganz im Süden (1) und Norden (4) sind schon fertig, jetzt wird das Mittelstück vorangetrieben: die Aicherpark-Überführung (Abschnitt 2) und der Abschnitt 3 vom Tierheim bis zur Staatsstraße 2078 bei Deutelhausen.

An Großbaustellefür neue Brücke läuft alles zusammen

Gut sichtbar für alle ist nun zwischen Westerndorf St. Peter und Großkarolinenfeld ein neuer Baustellen-Knotenpunkt für den Abschnitt 3 entstanden. Gewaltige Erdberge, mächtige Kräne, mehrstöckige Baucontainer und tonnenweise Baumaterial türmen sich dort an der Kreisstraße auf. Tausende Autofahrer rollen täglich an dem Baustellendorf vorbei.

Hier geht es durch den Wald: Blick von der Großbaustelle zwischen Öllerschlößl und Bahnunterführung in Richtung Norden nach Pfaffenhofen. ziegler

Hier kommt tatsächlich alles zusammen“, sagt Franziska Mais, Projektleiterin für die Groß- und Dauerbaustelle. Der Hintergrund: Die Baustellen im weiteren Tangenten-Verlauf Richtung Kolbermoor sind vom Süden her nicht erschließ- und erreichbar. „Unsere Baustraße, die von hier bis zum Tierheim führt, ist schon fast fertig“, sagt Mais.

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Die höheren Dämme für die beiden Tangenten-Brückenbauwerke für die Bahnstrecke und die Kreisstraße nach Großkarolinenfeld sind schon vor einem halben Jahr aufgeschüttet worden. „Man muss dem Boden ja Zeit geben, damit sich alles konsolidieren kann“, erklärt Matthias Geitz vom Staatlichen Bauamt Rosenheim. Er ist der Gesamtprojektleiter für die Westtangente.

Brückenwiderlager sollen bis Winter fertig sein

Jetzt geht es quasi ans Einbetonierte: „Bis zur Winterpause wollen wir hier die beiden Brückenwiderlager hochbringen“, sagt Geiz mit Blick auf die markante Großbaustelle bei Westerndorf St. Peter. Der Auftrag für den Brückenbau ging an die Firma Bodner aus Kufstein samt einer Handvoll Subunternehmer aus Bayern und Tirol. Den Straßenbau treibt die Firma Zosseder (Eiselfing) voran.

Sollte der Abschnitt 3 vor der Aicherparkbrücke fertig fertig sein, wird es übrigens nicht zu einer weiteren Teilfreigabe kommen. Frühestens Ende 2022 wird der Verkehr rollen – dann allerdings auf allen elf Westtangenten-Kilometern.

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