Bekenntnis zum Standort Rosenheim

Vollen Einsatz zeigte Landrat Josef Neiderhell beim Spatenstich mit dem übergroßen Grabgerät. Das Sondermodell wurde - natürlich - in der Krones-Fertigung erstellt. Volker Kronseder, Vorstandsvorsitzender der Krones AG (links), und Rosenheims Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer applaudierten.  Foto Reisner
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Vollen Einsatz zeigte Landrat Josef Neiderhell beim Spatenstich mit dem übergroßen Grabgerät. Das Sondermodell wurde - natürlich - in der Krones-Fertigung erstellt. Volker Kronseder, Vorstandsvorsitzender der Krones AG (links), und Rosenheims Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer applaudierten. Foto Reisner

Die Krones AG investiert einen zweistelligen Millionenbetrag in den Standort Rosenheim. Gestern erfolgte auf dem Betriebsgelände an der Äußeren Münchener Straße der Spatenstich für ein hochmodernes Zentrum für Logistik und Modulproduktion.

Rosenheim - Es ist das derzeit größte Investitionsprojekt der Krones AG: der Bau eines "Zentrums für Logistik und Modulproduktion Pack- und Palettiertechnik". Zum Spatenstich kam gestern deshalb auch Volker Kronseder, Vorstandsvorsitzender der Krones AG, nach Rosenheim. "Wir setzen sehr hohe Erwartungen in die Umsetzung und die verbesserte Produktivität", so Kronseder gestern vor Vertretern von Politik und Krones AG.

Mit dem Projekt wird der Startschuss zu einer Restrukturierung der Arbeitsabläufe am mit 1000 Mitarbeitern zweitgrößten Produktionsstandort der Krones AG gegeben. Ziel sei es, die Produktivität und damit die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern, so Kronseder weiter. Der Neubau ist auch den Erfahrungen der letzten Jahre geschuldet, wie der Rosenheimer Werkleiter Dr. Helmut Schwarz erklärte. "Das Krisenjahr 2009 hat gezeigt, dass wir flexibler sein müssen." Um auf rasch sich ändernde Marktsituationen reagieren zu können, sei es notwendig, die Kapazitäten variabel zu steuern. Das neue Logistikzentrum ist dazu ein wichtiger Beitrag.

In das Gebäude wird ein zweistöckiges automatisches Kleinteilelager sowie ein Langgut-Kassettenlage integriert. Um diesen Komplex herum wird L-förmig ein manuelles Großteilelager angelegt, davor die neue Pforte und ein zwölf Meter hoher Trakt mit Büros, Sozialräumen, EDV und Haustechnik. Der zweite Bauabschnitt besteht aus einem Gebäude für die Modulproduktion, das eine bestehende Halle ersetzen wird, die derzeit den Großteil des Lagers beherbergt.

Wie Thomas Nagel, Leiter des Prozessmanagements am Standort Rosenheim erläuterte, sollen durch die Konzentration von Fertigung, Logistik und Modulmontage sowie die automatische Anlieferung von Ware der Materialfluss verbessert werden. Die Bauzeit ist mit einem Jahr veranschlagt. Wenn alles nach Wunsch verläuft, wird das neue Logistik- und Produktionszentrum noch 2012 fertiggestellt.

Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer würdigte den Neubau als ein "Zeichen der Stabilität für die Zukunft" und dankte Volker Kronseder für sein Vertrauen in den Standort. Sie erinnerte an die Vorgeschichte des Neubaus: "Nach einem langen Diskussionsprozess haben wir eine Möglichkeit gefunden, das Bauwerk hier unterzubringen." Voraussetzung dafür war die Verlagerung der Tennisplätze des PTSV Rosenheim an die Pürstlingstraße. Werkleiter Dr. Schwarz dankte der Stadt Rosenheim noch einmal ausdrücklich für die gute und schnelle Zusammenarbeit im Zuge der Baugenehmigung.

Aufgrund des knappen Platzes zwischen Mangfall und Kanal entsteht das 22 Meter hohe, vollautomatische Hochregallager für Paletten und Gitterboxen in der Nordostecke des Betriebsgeländes, leicht zurückversetzt von der Äußeren Münchener Straße. Die Fassade zur Dammseite wird teilverglast, um Passanten Einblick in das Innenleben des automatisierten Lagerbetriebs sowie der Modulanlage zu geben.

Die Krones AG ist gut aus dem Krisenjahr 2009 gekommen, wie Vorstandsvorsitzender Kronseder erläuterte. 2010 schloss der Weltmarktführer in Sachen Abfülltechnik positiv ab, 2011 steigt der Umsatz voraussichtlich um mehr als zehn Prozent auf 2,45 Milliarden Euro. Die Auftragsbücher sind voll. Rund sieben Prozent des Umsatzes werden jedes Jahr in Forschung und Entwicklung investiert. Darüber hinaus sind 2011 80 Millionen Euro an Sachinvestitionen geplant, im kommenden Jahr werden es sogar 90 Millionen Euro sein. Wie Kronseder erklärte, hoffe man, den Wachstumskurs trotz der internationalen Schulden- und Euro-Krise weiter fortzusetzen: "Unsere Branche hat ja mit krisenfestem Essen und Trinken zu tun und das geht immer." ku

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