Zurück in der Schule: Das könnte im Landkreis Rosenheim bald anders aussehen als in der Stadt

Eine Woche vor dem Schulstart in Bayern hatte die Staatsregierung ein Konzept für den Schulstart geschnürt – gekoppelt ans regionale Infektionsgeschehen. So könnte auf Dauer die Maskenpflicht im Unterricht nur einen Teil der Schüler treffen. Wir fassen für Sie zusammen!

Update 7. September: 

Alles, was zum Schulstart in der Region wissen müssen

Das vergangene Schuljahr endete unter denkwürdigen Umständen, wochenlang mussten die Kinder und Jugendlichen zu Hause lernen. Auch das neue Schuljahr beginnt wegen Corona mit zahlreichen Auflagen - unter anderem einer Maskenpflicht.

Werden denn überhaupt wieder sämtliche Kinder in den Schulgebäuden unterrichtet?  

(dpa/red) Ja, allerdings unter Auflagen und Schutzvorkehrungen. Und: Es kann jederzeit wieder auf Heimunterricht umgestellt werden, sollten die Infektionszahlen in der jeweiligen Region steigen.

Denn es gilt der sogenannte Stufenplan: Sollte in der kreisfreien Stadt Rosenheim oder im Landkreis der Grenzwert von 35 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in einer Woche überschritten werden, müssen alle Schüler der weiterführenden Schulen zunächst auch am Sitzplatz einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Dies wäre aktuell (Stand 7. September) in der Stadt Rosenheim tatsächlich der Fall, die 7-Tage Inzidenz liegt bei 44,1.

Am dritten August-Wochenende war der Warnwert sogar auf über 50 gestiegen – die Folge: Verschärfte Corona-Regeln in der Stadt Rosenheim.Sollte es wieder so weit kommen, dann gilt: Bei mehr als 50 Neuinfektionen pro 10.000 Einwohner innerhalb von 7 Tagen soll im Präsenzunterricht eine Maskenpflicht für alle gelten, auch für Grundschüler. Denkbar ist dann auch wieder ein Wechsel zwischen Präsenzunterricht und Homeschooling.

Werden alle Fächer wieder unterrichtet?  

Anders als bei der Wiederaufnahme des Unterrichts nach dem Lockdown werden nun auch Fächer wie Sport, Musik oder Ernährung gelehrt. Dabei gelten zusätzliche Hygieneauflagen. So darf die Spucke beim Blockflöten nicht wie üblich herausgeblasen werden, nach dem Turnen am Barren sollen die Schüler ihre Hände waschen, beim Kochen müssen die Küchenutensilien vor der Weitergabe gründlich abgewaschen werden.

Außerhalb des Klassenverbunds, für den es nun eine feste, frontale Sitzordnung gibt, müssen die Kinder und Jugendlichen Mindestabstände zueinander einhalten. Stifte, Lineale oder ähnliches dürfen nicht mehr an Klassenkameraden verliehen, die Tastaturen in Computerräumen müssen nach jeder Benutzung gereinigt werden. Auf dem Pausenhof können Zonen für feste Gruppen ebenso eingerichtet werden wie eine Wegeführung mit Bodenmarkierungen im Schulhaus.  Zudem sollen sämtliche Räume mindestens alle 45 Minuten intensiv gelüftet werden.

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Wie funktionieren feste Gruppen etwa im Kurssystem der Oberstufe oder bei Wahlfächern?  

Kommen in einer Lerngruppe (etwa Spanisch oder Religion) Schüler aus verschiedenen Klassen einer Jahrgangsstufe zusammen, müssen sie «blockweise» in Teilgruppen sitzen. Werden jahrgangsübergreifende Gruppen gebildet, greift der Mindestabstand von 1,50 Metern.

Wann müssen Schüler und Lehrer Masken tragen?  

Grundsätzlich müssen alle Kinder ab der ersten Klasse etwa auf dem Weg zur Toilette oder in der Pause eine Maske tragen.

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Nur zum Essen und Trinken oder aufgrund einer Behinderung/Krankheit darf sie abgenommen werden. Am Sitzplatz im Unterrichtsraum dürfen die Masken ebenfalls runter. Lehrer müssen ihre Maske tragen, sobald sie durch die Reihen gehen, können sie aber bei entsprechendem Abstand zu den Schülern am Pult und an der Tafel ablegen.

Eine Sonderregel gilt während der ersten neun Schultage dieses Schuljahres: Mit Blick auf die Gefahren durch Reiserückkehrer müssen die Masken ab der fünften Jahrgangsstufe bis zum 18. September auch im Unterricht getragen werden.

Was passiert, wenn sich Schüler oder Lehrer weigern, eine Maske zu tragen?

Schüler können von der Schule verwiesen werden; allerdings sollen pädagogische Gespräche sie zuvor von der Notwendigkeit überzeugen. Scheitern diese, liegt ein Verstoß gegen die Schulpflicht vor, was Ordnungsmaßnahmen nach sich führen kann. Bei Lehrern greifen Sanktionen nach dem Dienstrecht. Hat ein Schüler seine Maske nur vergessen, entscheidet der Schulleiter vor Ort, ob und wie er trotzdem am Unterricht teilnehmen kann.

Wie sind die Regeln, wenn ein Schüler erkältet ist? 

Bei leichten Symptomen wie Schnupfen und gelegentlichem Husten dürfen die Kinder und Jugendlichen erst dann in die Schule, wenn sie binnen 24 Stunden kein Fieber entwickelt haben. So lange müssen sie zu Hause bleiben, beziehungsweise werden nach Hause geschickt - wobei bei den Grundschülern eine Ausnahme gemacht wird. Kranke Kinder mit Fieber, Husten, Hals- oder Ohrenschmerzen, starken Bauchschmerzen, Erbrechen oder Durchfall müssen auf jeden Fall zu Hause bleiben.

Was passiert, wenn ein Schüler oder Lehrer Kontakt mit einem Corona-Infizierten hatte?  

Zunächst wird für die Schüler der Lerngruppe/Klasse des Betroffenen umgehend auf Heimunterricht umgestellt. Alle Kontaktpersonen sollen in einem solchen Fall rasch getestet werden, und bei einer bestätigten Infektion müssen alle Klassenkameraden für 14 Tage in Quarantäne. Zum Schuljahresbeginn können und sollen sich zudem alle Lehrer im Rahmen einer Reihentestung bis zum 18. September auf eine Infektion mit Sars-CoV-2 testen lassen. Eine zweite Testreihe soll es nach den Herbstferien geben.

Gilt die Maskenpflicht im Schulbus?

Generell gilt sowohl im öffentlichen Personennahverkehr als auch in den Schulbussen eine Maskenpflicht. Um das Gedränge in den Schulbussen zu entzerren, stellt der Freistaat zunächst bis zu den Herbstferien 15 Millionen Euro für zusätzliche Schulbusse bereit.

 Zudem können die Schulen in Abstimmung mit den Nachbarschulen und den für den Schülertransport zuständigen Trägern (in der Regel der Landkreis bzw. die kreisfreie Stadt) entscheiden, dass der Unterricht morgens gestaffelt beginnt. Dies entzerrt den Andrang bei der Schülerbeförderung ebenso wie etwa auf den Toiletten in den Pausen.

Gibt es Neues beim Lernen zu Hause?  

Das Ministerium hat derweil die rechtlichen Voraussetzungen dafür geschaffen. Demnach ist der Distanzunterricht für die Schüler verbindlich, es können sogar mündliche Leistungsnachweise gefordert werden.

Aber auch die Lehrer müssen verlässliche Angebote machen und direkten Kontakt zu ihren Schülern halten.

Wie sollen die Pädagogen es schaffen, alle Kinder nach der langen Phase mit Homeschooling wieder auf einen Lernstand zu bringen?  

Mindestens bis Allerheiligen werden die Schulen zusätzliche Förderangebote vor allem in Deutsch, Mathematik und den Fremdsprachen anbieten. Auch müssen Klassenfahrten und Schüleraustausche bis einschließlich Januar 2021 abgesagt werden, um mehr Zeit zum Lernen zu haben.

Wie sieht es mit der Betreuung nach der Schule aus?

Offene Ganztagsangebote und Mittagsbetreuungen sollen soweit möglich in festen Gruppen mit zugeordnetem Personal stattfinden. Zudem müssen Anwesenheitslisten geführt werden, um Infektionsketten nachvollziehen zu können. Auch in den Horten soll es keine Durchmischung von in den Schulen getrennten Gruppen geben, so weit möglich.

Update 2.9.,11.50 Uhr: 

Lesen Sie hier: Maskenpflicht entsetzt Rosenheimer Eltern – doch Schulamtsleiter unterstützt Maßnahme

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Update 1.9.,13.20 Uhr: 

So viel Präsenzunterricht wie möglich

Ziel ist es, so heißt es nun in einer Pressemitteilung im Schuljahr 2020/2021 so viel Präsenzunterricht wie möglich bei bestmöglichem Infektionsschutz für alle Beteiligten durchzuführen. 

Von zentraler Bedeutung sei dabei – neben einem Konzept zur Lüftung der Unterrichtsräume, dass das Tragen von Mund-Nasen-Bedeckung (MNB) oder einer geeigneten textilen Barriere im Sinne einer MNB grundsätzlich für alle Personen auf dem Schulgelände verpflichtend ist. Ausnahmen von dieser Pflicht seien in begründeten Fällen möglich. 

In den ersten beiden Unterrichtswochen des neuen Schuljahres gilt darüber hinaus eine allgemeine Maskenpflicht für Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte auf dem Schulgelände und auch im Unterricht. Ausgenommen sind Schülerinnen und Schüler und Lehrkräfte der Jahrgangsstufen 1 bis 4 (einschl. der Schulvorbereitenden Einrichtungen). 

Bei den genannten Schwellenwerten des 3-Stufen-Plans handele es sich um Richtkriterien, die den Entscheidungsträgern vor Ort als Orientierungshilfe bei ihrer Entscheidung dienen. Die letzte Entscheidung, ab wann welche Stufe greift, treffe das zuständige Gesundheitsamt in Abstimmung mit der Schulaufsicht.

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Update 1.9.,13.20 Uhr: 

Rosenheim als Warnbeispiel

Gesundheitsministerin Melanie Huml spricht Rosenheim an. Die verschärften Corona-Regeln hätten bereits Erfolg gezeigt. Schwerpunkt der Testungen liege bayernweit weiter auf Reiserückkehrern und regionalen Maßnahmen. 

Auch in den Kindertagesstätten werde man einen Blick auf die. Infektionszahlen und verfahre nach dem 3 Stufen-Plan

Laut Huml bespreche man Konzeptionen zu Lüftungsanlagen – aber man müsse schauen, welche Möglichkeiten zeitnah umsetzbar seien

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Update 1.9.,13.11 Uhr: 

Digital und auf Distanz soll besser klappen

Distanzunterricht sei nun in der bayerischen Schulordnung verankert worden, so Kultusminister Prof. Dr. Michael Piazolo. Damit seien unter anderem auch mündliche Leistungnachweise möglich und rechtlich abgesichert. Dazu sei das digitale Angebot an den Schulen auch über Leihgeräte hinaus erweitert worden. 

Auch im kommenden Schuljahr gebe es keine 100-prozentige Planungssicherheit, so Piazolo. Es gebe jedoch in der gesamten Schulfamilie für alle Maßnahmen volle Unterstützung. 

7-Tage-Inzidenz für Unterricht entscheidend

Laut Kultusminister Prof. Dr. Michael Piazolo starten die Schulen im Regelbetrieb – unter besonderen Hygienebedingungen. 

Beschlossen wurde laut Piazolo ein Stufenplan: 

Zunächst sollen alle Schüler aller weiterführenden Schulen die ersten 9 Schultage Maske auch im Unterricht tragen. 

Danach gilt:

Bis zu einer 7-Tage-Inzidenz (Corona-Fälle letzte 7 Tage pro 100.000 Einwohner) von 35 wird es Regelunterricht geben mit Maskenpflicht bis zum Platz. 

Ab einer 7-Tage-Inzidenz von 35 gilt die Maskenpflicht auch im Unterricht, außer die Schule kann Abstände von 1,5 Metern gewährleisten. 

Ab einer 7-Tage-Inzidenz von 50 wird zwischen Präsenzunterricht und Lernen zu Hause – inklusive Maskenpflicht auch für Grundschüler gewechselt. 

Das würde zum derzeitigen Zeitpunkt bedeuten: Für Schüler aus dem Landkreis Rosenheim (Stand 1.9. Inzidenz 11,7) könnte die Maskenpflicht im Unterricht bald wieder fallen – in der Stadt Rosenheim (Stand 1.9. Inzidenz 36,3) müssten die Schüler eventuell auch weiter Masken im Unterricht tragen!

800 zusätzliche Team-Lehrkräfte

Verwaltungs- und Lehrkräfte können sich weiter für Reihentestungen anmelden - derzeit seien schon 50 Prozent der Lehrkräfte zu Corona-Tests angemeldet. 

800 zusätzliche Stellen so genannter Team-Lehrkräfte seien mit Kräften zur Verstärkung des Lehrpersonals geschaffen und besetzt worden. 

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Update 1.9., 13 Uhr: 

Über die wesentlichen Ergebnisse der Beratungen informieren der Leiter der Bayerischen Staatskanzlei, Staatsminister Dr. Florian Herrmann, Gesundheitsministerin Melanie Huml und Kultusminister Prof. Dr. Michael Piazolo im Rahmen einer Pressekonferenz  im Foyer des Prinz-Carl-Palais, Franz-Josef-Strauß-Ring 5, 80539 München.

Die Beschlüsse im Einzelnen:

Es sollen mehr Schulbusse eingesetzt werden. Die Fahrten sollen zu 100 Prozent vom Freistaat finanziert werden. Die Bayerische Staatsregierung erhöht damit das Platzangebot im Schülerverkehr, um die Gefahr einer Ansteckung mit dem Corona-Virus auf dem Schulweg zu minimieren. Um das Platzangebot vor allem in den Schulbussen und damit die Abstände zu erhöhen, habe die Staatsregierung den Schulen und deren Aufgabenträgern empfohlen, Schulbeginn und Unterrichtszeiten wo möglich zu entzerren und zusätzliche Verstärkerbusse einzusetzen.

- Es gilt ab dem Schulstart zunächst Maskenpflicht im Unterricht, zumindest für Schüler weiterführender Schulen und für die ersten 9 Tage

- Die derzeitig geltenden Regelungen zum Infektionsschutz und Einreis- und Quarantänebedingungen werden verlängert und um das Thema Maskenpflicht in den Schulen verlängert

Update 1.9., 11.49 Uhr: 

Kabinett will Maskenpflicht im Schulunterricht beschließen 

München (dpa) - Einen Tag nach dem Bildungsgipfel in der Staatskanzlei will das Kabinett am Dienstag eine befristete Maskenpflicht für den Schulunterricht beschließen: Nach dem Ende der großen Ferien müssen in Bayerns Klassenzimmern für neun Tage Mund und Nase bedeckt werden - sowohl von Schülern als auch Lehrern. Ausgenommen sind nur die Grundschulen. Die Ferien enden für die rund 1,7 Millionen Schüler am Dienstag in einer Woche (7. September).

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Wir übertragen die Pressekonferenz an dieser Stelle live +++

Söder nannte die Maskenpflicht ein notwendiges Übel. Mangels anderer wirksamer Mittel gegen das Virus müsse das hingenommen werden.

FAKTENCHECK: Wie lange schützt eine Alltagsmaske?

Maske verweigern in der Schule – das gibt Probleme

Maskenverweigerer sollen im Unterricht nicht toleriert werden: Wer kein entsprechendes Attest vorweisen kann, darf ohne Schutz nicht am Unterricht teilnehmen. Das Konzept setzt ferner auf regelmäßiges Lüften und möglichst großen Abstand. Um die Ansteckungsrisiken auf den Schulwegen zu minimieren, erstattet der Staat Mehrkosten für zusätzliche Schulbusse.

Update 31.8., 14.10 Uhr: 

Infektionsschutz zum Auftakt

München (dpa) - Der Unterricht beginnt in Bayern am Dienstag nächster Woche wieder.

Die Maskenpflicht zum Auftakt des Schuljahres ist Teil des Hygienekonzeptes, mit dem der Regelbetrieb an den Schulen auch in der Pandemie aufrecht erhalten werden soll. Dazu gehört, dass zur Minimierung der Ansteckungsrisiken zudem in den Gebäuden und überall dort, wo kein Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten werden kann, eine Pflicht zum Tragen des Mund-Nase-Schutzes gibt.

Sollte in einer Region auch nach den neun Tagen hohe Fallzahlen geben, kann die Maskenpflicht im Unterricht auch regional begrenzt verlängert oder neu verhängt werden. Ziel sei es, den Regelunterricht auch in der Krise bestmöglich aufrecht zu erhalten. «Wir wollen wieder Schule haben in Bayern», sagte Söder.

Formell wird Bayern sein Schulkonzept in der Kabinettssitzung am Dienstag beschließen. Da an dem Bildungsgipfel in der Staatskanzlei auch Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) teilgenommen hatte, ist die Zustimmung in der Koalition sicher.

Der Freistaat geht damit im Kampf gegen das Corona-Infektionen einen ähnlichen Weg wie Nordrhein-Westfalen. Auch hier hatte nach den Ferien für sogar 14 Tage eine Maskenpflicht im Unterricht an weiterführenden Schulen gegolten. Nachdem im bevölkerungsreichsten Bundesland die Fallzahlen entgegen dem Bundestrend jüngst rückläufig waren, endete die Maskenpflicht im Unterricht an diesem Montag.

In Bayern gilt wegen der Pandemie generell eine Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln und an allen Orten, an denen der Mindestabstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann. Verstöße werden mit 250 Euro und im Wiederholungsfall mit 500 Euro geahndet. Der Freistaat setzt zur Prävention der Infektion neben Masken auch auf umfangreiche Tests.

Update 31.8., 13 Uhr: 

Start mit allgemeiner Maskenpflicht

An den ersten neuen Schultagen im neuen Schuljahr gilt in Bayern eine allgemeine Maskenpflicht. Das hat Bayerns Ministerpräsident Markus Söder soeben verkündet. Nur Grundschüler müssen nicht verpflichtend eine Maske auch im Unterricht tragen. 

Generell liegt es dann an den Schulen, ob und wie sie die Maskenpflicht im Unterricht umsetzen – abhängig vom jeweiligen Infektionsgeschehen. Da nannte der Ministerpräsident Söder Rosenheim als Negativ-Beispiel – hier müssen die Schüler bei gleichbleibenden Fallzahlen auch weiter Maske tragen. 

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Update 31.8., 12.45 Uhr:

Söder diskutiert bei Bildungsgipfel über Maskenpflicht im Unterricht 

München (dpa) - Eine Woche vor dem Ende der Sommerferien in Bayern hat in der Staatskanzlei die Diskussion über die notwendigen Hygienemaßnahmen für den Schulbetrieb in Corona-Zeiten begonnen. Im Mittelpunkt des Bildungsgipfels steht dabei die Frage, ob es in Bayern auch im Unterricht eine Maskenpflicht braucht. Dass Schüler und Lehrer im übrigen Schulgebäude sowie bei der Anfahrt in Schulbussen Mund und Nase zum Infektionsschutz verhüllen müssen, dürfte wie in vielen anderen Bundesländern als gesetzt gelten. Eine finale Entscheidung ist aber hierzu noch nicht gefallen.

Wichtige Fragen für den Schulbetrieb in der Pandemie betreffen aber auch den Umgang mit steigenden Infektionszahlen und dadurch möglicherweise notwendigen Schulschließungen samt des dann notwendigen Unterrichts von zu Hause. Bayern setzt zur Prävention der Infektion neben Masken insbesondere auf eine umfangreiche Teststrategie, diese soll durch frühzeitige Befunde ausdrücklich auch Mitarbeiter an Schulen, Schüler und ihre Familien vor einer unbemerkten Ansteckung mit dem Virus schützen.

Update 31.8., 10.40 Uhr: 

Söder verkündet: So soll der Schulstart 2020 laufen

Der Unterrichtsbetrieb unter Pandemiebedingungen ist heute (31.8.) Thema in der Bayerischen Staatskanzlei. Der Bildungsgipfel mit Kultusminister Prof. Dr. Michael Piazolo, Gesundheitsministerin Melanie Huml sowie Vertretern der Lehrerverbände, der Direktorenvereinigungen, der Elternverbände und des Landesschülerrats hat um 10 Uhr begonnen – und scheint einige Diskussionspunkte zu umfassen. 

Über die wesentlichen Ergebnisse der Beratungen informieren Ministerpräsident Dr. Markus Söder, Kultusminister Prof. Dr. Michael Piazolo sowie Vertreter der Verbände daher später:

Verfolgen Sie die Pressekonferenz ab ca. 13 Uhr hier live. 

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Update 31.8., 10.30 Uhr: 

"Zurück zum normalen Leben"

Der Gemeinsamer Elternbeirat (GEB) Rosenheim, ein Zusammenschluss mehrerer der Grund- und Mittelschulen der Stadt, hat soeben einen offenen Brief an den Bayerischen Ministerpräsidenten gesendet. Darin fordern sie Markus Söder und die Verantwortlichen an den Schulen dazu auf, Maßnahmen für Schüler und ihre Eltern zu ergreifen, "die zurück zum normalen Leben führen": "Die Zukunft unserer ganzen Gesellschaft steht auf dem Spiel, wenn wir jetzt nicht für unsere junge Generation sorgen und Verantwortung übernehmen", heißt es darin.

In den letzten sechs Monaten hätten Familien und vor allem alleinerziehende Eltern in Bayern enorme Herausforderungen gemeistert, nun stünde die Belastbarkeit von sehr vielen betroffenen Eltern an der Grenze des Möglichen.

Eltern: Sehr große Skepsis gegenüber der Maskenpflicht 

Die Forderung: Ab Schulbeginn am 08.09.2020 soll in Bayern ein regulärer Schulbetrieb sichergestellt werden. Einer eventuell geplanten Maskenpflicht während des gesamten regulären Unterrichts mit allen Kindern stehe man mit sehr großer Skepsis gegenüber – zum einen, weil die Masken nicht genug Schutz und einige Risiken böten, zum anderen, weil sie die Sozialentwicklung beeinträchtigten: "Massive psychische Schäden sind bereits zu beobachten und noch in großem weiteren Umfang zu erwarten." Und: "Eine Lernatmosphäre, in der jeder das Gefühl hat, nicht ein- und ausatmen zu können, kann nicht im Sinne einer pädagogischen Überzeugung sein." 

Die Eltern hoffen auf alternative Lösungen wie Luftreinigungsgeräte und durchsichtige Plexiglasscheiben.

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Erstmeldung 31. August, 8 Uhr: 

Bildungsgipfel mit Söder

München (dpa/lby) - Einen Tag vor der entscheidenden Kabinettssitzung will Ministerpräsident Markus Söder am Montag (10.00 Uhr) mit Eltern, Lehrern, Schülern und Verbänden über das anstehende Ferienende beraten. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, wie der Unterricht in Bayern in der Corona-Krise sichergestellt werden kann. An dem Gespräch nimmt auch Kultusminister Michael Piazolo (FW) teil. 

Corona-Ticker: 610 registrierte Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Dabei dürfte es auch um die Frage gehen, wo an den Schulen Masken getragen werden müssen und welche sonstigen Hygieneauflagen den Regelbetrieb mit Präsenzunterricht sichern sollen. Die Ferien in Bayern enden eine Woche später am 7. September.

Masken im Unterricht in NRW

In Nordrhein-Westfalen hatten Schüler an weiterführenden Schulen zwischenzeitlich auch im Unterricht Masken tragen müssen. Diese Regelung soll aber an diesem Montag wieder auslaufen. Ausgenommen waren nur die Grund- und Förderschüler der Primarstufe.

Eine Schülerin in Münster hebt ihre Mund- und Nasenmaske an um etwas zu trinken.

Söder hatte das Vorgehen bisher immer als interessanten Ansatz bezeichnet, eine abschließende Meinung, ob die Praxis auch in Bayern eingesetzt werde aber vermieden. In Nordrhein-Westfalen war die Maskenpflicht im Unterricht aber nicht unumstritten. Final beschließen wird Bayern das Schulkonzept in einer Sitzung des Ministerrates am Dienstag (01. September) in München.

Welche Vorschriften kommen für die Lehrer?

In Bayern gilt bisher wegen der Pandemie eine Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln und an Orten, an denen der Mindestabstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann. Verstöße werden mit 250 Euro und 500 Euro im Wiederholungsfall geahndet. Eine Maskenpflicht in den Schulgebäuden außerhalb des Unterrichts und in den Schulbussen gilt als weitgehend sicher. Offen ist aber etwa auch noch, welche Vorschriften es für Lehrer geben wird.

Die meisten Neu-Infektionen in ganz Bayern: Rosenheim in Sachen Corona traurige Spitze

Wichtige Fragen für den Schulbetrieb in der Pandemie betreffen aber auch den Umgang mit steigenden Infektionszahlen und dadurch möglicherweise notwendigen Schulschließungen samt des dann notwendigen Unterrichts von zu Hause. Bayern setzt zur Prävention der Infektion neben Masken insbesondere auf eine umfangreiche Teststrategie, diese soll durch frühzeitige Befunde ausdrücklich auch Mitarbeiter an Schulen, Schüler und ihre Familien vor einer unbemerkten Ansteckung mit dem Virus schützen.

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