Für 20 Arbeitsplätze

Noch kein Signal für Behördensatellit in Bad Aibling - Zeitplan wird nicht klappen

Schon länger aus dem Rennen: Das Amtsgerichtsgebäude in Bad Aibling eignet sich nicht als Standort für den Behördensatellit.
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Schon länger aus dem Rennen: Das Amtsgerichtsgebäude in Bad Aibling eignet sich nicht als Standort für den Behördensatellit.
  • Norbert Kotter
    vonNorbert Kotter
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Schwieriger als erwartet gestaltet sich offenbar die Objektsuche für die Errichtung eines Behördensatelliten in Bad Aibling. Die Hoffnung der Immobiliengesellschaft des Freistaates (IMBY), im Herbst 2020 einen Mietvertrag zu unterzeichnen, hat sich zerschlagen.

Bad Aibling– Die Freude bei den Vertretern der Kurstadt war groß, als die Staatsregierung im Oktober 2018 die Errichtung von fünf Behördensatelliten im Freistaat bekanntgab und klar war, dass ein Standort Bad Aibling ist. Bürgermeister Stephan Schlier ist von dessen Notwendigkeit nach wie vor überzeugt. Er vertrete die Auffassung, dass es Sinn mache, die Verwaltung zu dezentralisieren und dabei auch auf Satellitenstandorte zurückzugreifen, sagte er im Gespräch mit den OVB-Heimatzeitungen. Deshalb hat das Stadtoberhaupt zu Beginn des Jahres nochmals sein Angebot an die IMBY erneuert, bei Bedarf unterstützend tätig zu werden.

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Diesen Bedarf hat die Immobiliengesellschaft bisher nicht angemeldet. Bereits im August vergangenen Jahres war klar, dass das Amtsgericht – laut Schlier Wunschstandort der Stadt und auch sein persönlicher Favorit – für diesen Zweck nicht in Frage kommt. Zwei Gründe waren ausschlaggebend. Derzeit seien alle Räume noch belegt, die frei werdenden reichten für diesen Zweck nicht aus. Außerdem sei das Gebäude nicht barrierefrei.

Die IMBY sucht nach eigenen Angaben ein Objekt mit 300 bis 350 Quadratmetern Fläche, das Platz für circa 20 Arbeitsplätze bietet. Hatte Geschäftsführer Dieter Knauer gegenüber den OVB-Heimatzeitungen im August des Vorjahres Zuversicht an den Tag gelegt, dass der Mietvertrag für ein geeignetes Objekt in Bad Aibling noch im Herbst 2020 unterzeichnet werden könne, gibt er sich jetzt deutlich zurückhaltender.

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„Leider haben sich die Verhandlungen verzögert, da noch umfangreiche Fragen hinsichtlich der notwendigen Umbaumaßnahmen und deren Kostentragung geklärt werden müssen. Hierzu stehen wir in einem intensiven Prozess sowohl mit dem potentiellen Vermieter, als auch mit dem Bayerischen Staatsministerium der Finanzen und Heimat“, lautet jetzt Knauers schriftliche Antwort auf eine Nachfrage der OVB-Heimatzeitungen. Nähere Angaben zum Objekt, welches die IMBY ins Auge fasst, machte der Geschäftsführer ebenso wenig wie eine Aussage zu einem Termin für einen Vertragsabschluss.

Gebäude an der Rennbahnstraße im Visier

Nach OVB-Informationen aus gut unterrichteten Kreisen wirft die IMBY ein Auge auf ein ehemaliges Firmengebäude an der Rennbahnstraße in Bad Aibling, nachdem neben dem Amtsgerichtsgebäude auch eine weitere Immobilie, die ihr von privater Seite in der Hofmühlstraße angeboten worden war, als Standort aus dem Rennen ist.

Bürgermeister geht von positiven Verhandlungen aus

Bürgermeister Stephan Schlier weiß nach einem aktuellen Telefonat mit der Immobiliengesellschaft, dass diese weiter von einem positiven Ende der Vertragsverhandlungen ausgeht. Da Umbaumaßnahmen an dem ins Auge gefassten Gebäude erforderlich seien, seien die Mietkonditionen allerdings „komplexer“, als ursprünglich gedacht. „Für die Stadt habe ich nochmals bekräftigt, dass wir bei Bedarf bei der Suche unterstützen würden. Solange es nach einem positiven Abschluss aussieht, werden wir nicht tätig“, so der Rathauschef.

Das sagt der Finanzminister: Keine eigenen Dienststellen

Bayerns Finanzminister Albert Füracker erläutert auf der Homepage seines Ministeriums den Zweck von Behördensatelliten. Unter anderem schreibt er: „Angelehnt an das Vorbild aus der Wirtschaft, wo sogenannte „Coworking Spaces“ – also Zentren mit Arbeitsplätzen für Menschen mit unterschiedlichsten Beschäftigungen wie Freiberufler, Start-Ups oder mobile Angestellte – in den vergangenen Jahren zunehmend an Beliebtheit gewonnen haben, werden künftig an fünf Standorten in Altötting, Aichach, Bad Aibling, Landsberg am Lech und Schwandorf sogenannte Behördensatelliten eingerichtet.

Dort werden Bediensteten aus allen Geschäftsbereichen, Verwaltungs- und Hierarchieebenen mit weiten Anfahrtswegen zu ihren Dienstsitzen in München, Nürnberg oder Regensburg (einfache Fahrstrecke > 50 km) zeitgemäß ausgestattete Arbeitsplätze tageweise zur Verfügung gestellt. Bei den Behördensatelliten handelt es sich somit um keine eigenen Dienststellen. Vielmehr stehen den Bediensteten nun künftig mehrere Orte zur Verfügung, an denen sie ihren Dienst erbringen können, sofern ihre Aufgaben ein Tätigwerden außerhalb der Dienststelle zulassen.“

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