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GESUNDHEITSMINISTER ZU ÖFFNUNGEN IM TOURISMUS: „AUF GUTEM WEG“

Bad Aibling: Ein Spalier zum Neustart

Treffen mit Symbolcharakter: Landrat Otto Lederer, Dehoga-Präsidentin Angela Inselkammer, Gesundheitsminister Klaus Holetschek, Kurdirektor Thomas Jahn, Hotelchef Jost Deitmar und Bad AIblings Bürgermeister Stephan Schlier, der sich gleich nach seiner Trauung zu dem Treffen begeben hatte. Hadersbeck
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Treffen mit Symbolcharakter: Landrat Otto Lederer, Dehoga-Präsidentin Angela Inselkammer, Gesundheitsminister Klaus Holetschek, Kurdirektor Thomas Jahn, Hotelchef Jost Deitmar und Bad AIblings Bürgermeister Stephan Schlier, der sich gleich nach seiner Trauung zu dem Treffen begeben hatte. Hadersbeck
  • Michael Weiser
    vonMichael Weiser
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Draußen, im Hof des Hotels „Das Lindner“ in Bad Aibling, hatten sich die Mitarbeiter zu einem Spalier aufgebaut, zur Begrüßung für Bayerns Gesundheitsminister. Klaus Holetschek hatte sich zu einem Treffen mit dem Hotel- und Gaststättenverband angesagt.

Bad Aibling — Bei Hotelangestellten und Zaungästen aber kam der Termin größer und feierlicher an, als es eine bloße Besprechung der Corona-Lage hätte sein können: Er wirkte wie ein symbolischer Druck auf den Neustart-Knopf nach sieben Monaten des Corona-Lockdowns.

Also lachten die Angestellten hinter den Masken und schwenkten zur Begrüßung, was sie zuletzt kaum noch in die Hand genommen hatten: Staubwedel, Kochlöffel, Schneebesen. Und zwei hielten ein Transparent: „Unser Herz schlägt wieder.“ Um den Gast aus München zu empfangen, hatte Bad Aibling frisch getrauter Bürgermeister Stephan Schlier (CSU) sogar kurz seine Braut verlassen.

Eine Leitbranche für den Freistaat

Klaus Holetschek zeigte sich so erfreut über die Begrüßung und die Wiedereröffnung, dass er sich mit jedem Mitarbeiter im Spalier kurz unterhielt. Der Tourismus sei für Bayern eine „unglaubliche Leitbranche“, sagte er anschließend, Corona habe der Branche wie auch den Menschen, die sich nach Urlaub sehnten, viel abverlangt. Als früherer Bürgermeister der Kurstadt Bad Wörishofen hat Holetschek Expertise im Geschäft mit der Erholung.

Besuch vom Kurdirektor angeregt

Über seine langjährige Arbeit für den Bayerischen Heilbäder-Verband war Holetschek übrigens auch ausgerechnet nach Bad Aibling gelangt. Angeregt habe den Besuch Bad Aiblings Kurdirektor Thomas Jahn, seinerzeit ein Kollege im Vorstand des Verbands, sagte Holetschek.

Hotels dürfen – eine stabile 7-Tages-Inzidenz von unter 100 vorausgesetzt – wieder Gäste beherbergen, die Gaststätten zumindest Außengastronomie anbieten. Auch in anderen Bereichen regt sich wieder Leben, so dürfen auch Museen unter gewissen Umständen Besucher empfangen und Seilbahnen Wanderer transportieren.

Ein Gefühl wie bei der Bescherung

Den Akteuren fällt ein Stein vom Herzen. „Ein Gefühl wie zu Weihnachten, wie vor der Bescherung“ löste der Freitag bei Jost Deitmar. Chef des Hotels Lindner aus. Freude auch bei seinen Mitarbeitern. „Die ersten zwei, drei Wochen zu Hause sind ja in Ordnung“, sagte etwa Küchenchef Lars Witzl. „Aber irgendwann nervt‘s nur noch.“ Am Freitag durften er und sein Team den Gästen Rauchfisch-Mousse, Gerächtertes, Rinder-Tartar, Obazd’n anbieten.

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Angela Inselkammer, Präsidentin des Hotel- und Gaststättenverbands in Bayern, bezeichnete die Wiedereröffnung der Hotellerie als Signal, das Mut mache. Den Gästen gebe es „ein Stück lang ersehnte Unbeschwertheit“ zurück. Es handle sich um einen weiteren Schritt zurück in Richtung Normalität, weitere Schritte müssten jedoch folgen.

Damit meinte sie die Bewirtung in Restaurants, Bars und Wirtshäusern. Eine Forderung, auf die Klaus Holteschek eher ausweichend antwortete. „Man kann noch kein Datum nennen“, sagte er. Wenn die ersten Lockerungen funktionierten, könne man sich zusammensetzen und weitere Schritte besprechen.

Holetschek hatte zuvor gemahnt, die Hygiene- und Abstandsregeln weiter zu beherzigen: „Corona selbst macht keinen Urlaub.“ Man werde weiter konsequent auf Impfen setzen. Die Impfzentren, so sagte er auf Anfrage der OVB-Heimatszeitungen, würden auf jeden Fall bis 30. September weiterbetrieben. „Es kann sein, dass wir sie auch danach noch benötigen“, so Holetschek, „etwa für Schüler oder Betriebsimpfungen.“

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„Ich hätte mit mehr gerechnet“, sagte Jost Deitmar. „Ich dachte, das startet zu Pfingsten durch.“ Dankenswerterweise habe sein Verpächter aber auf Pacht verzichtet, auch die staatlichen Hilfen helfen. Dennoch seien die Folgen des monatelangen Lockdowns gravierend. Im Moment sei er zu 32 Prozent ausgelastet.

Angela Inselkammer dämpfte Hoffnungen auf eine allgemeine schnelle Erholung der Branche. In der Auslastung gebe es auch starke Unterschiede: Gut sei sie in touristischen Orten, mäßig in Innenstädten. Der Geschäftstourismus dort müsse erst in Gang kommen, sagte Inselkammer.

Dennoch überwog Zufriedenheit. „Wir sind auf dem richtigen Weg“, betonte Holetschek. „Ziemlich zuversichtlich“ äußerte sich auch Dehoga-Landesgeschäftsführer Dr. Thomas Geppert, selbst aus Bad Aibling. Noch seien die Auslastungen nicht hoch, doch bessere sich die Lage Tag für Tag.

„Zu einem Hotel gehören Menschen, Chaos, Leben. So ein totes Hotel zu sehen – das ist ziemlich schmerzhaft“, sagte Deitmar. Dass pünktlich zu Pfingsten wieder Leben einkehrt – das zählt für ihn im Augenblick am meisten.

Hotelangestellte Shaolyn Fernandez an der Rezeption mit den beiden Hotelgästen Christel Leusmann und Christopher Ofenstein beim Einchecken und Überreichen der Zimmerkarten.

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