Familie akzeptierte Freund der Tochter nicht - Fortsetzung der Verhandlung am 2. Januar

Attacke auf dem Schulparkplatz

Traunstein - Obskure wechselseitige Drohungen bis hin zu Mord und "Haus anzünden" sollen im Vorfeld einer Attacke Pkw gegen Pkw am 3. Juli 2011 nachts gegen 2.10 Uhr auf dem Parkplatz der landwirtschaftlichen Berufsschule in Traunstein an der Schnepfenluckstraße stehen. Die Geschädigten, eine 20-jährige junge Frau und ihr zwei Jahre älterer Freund, trugen erhebliche Verletzungen davon. Seit vergangener Woche stehen der Vater des Mädchens, ein 50 Jahre alter Straßenbauer, und ihr 28-jähriger Bruder, von Beruf Soldat, vor dem Schöffengericht Traunstein. Dem Sohn wirft Staatsanwalt Silvio Kirsten zweifache gefährliche Körperverletzung, vorsätzlichen gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr, Sachbeschädigung, Bedrohung und weitere Delikte vor. Der Vater ist wegen mittäterschaftlich begangener gefährlicher Körperverletzung angeklagt. Seine Ursache hat der Fall, so der Eindruck nach dem ersten Prozesstag, darin, dass die Familie den Freund der Tochter nicht akzeptierte. Die Verhandlung wird am Dienstag, 10. Januar, um 13 Uhr fortgesetzt.

Die genauen Hintergründe und Ereignisse wurden bislang nicht klar. So meldete die Familie die Tochter bei der Polizei als vermisst. Der angebliche Vermisstenfall war "wohl eher eine Flucht", wie ein Polizeibeamter im Zeugenstand berichtete. Gemäß Anklage stellte der 22-Jährige seinen Pkw in der Tatnacht auf den Schulparkplatz. Mit ihm im Auto saßen die 20-Jährige und ein junger Mann. Zuerst soll der 50-jährige Vater versucht haben, durch Klopfen an das Fenster die Tochter zum Aussteigen zu bewegen. Daraufhin fuhr der 22-Jährige mit dem Auto los. Noch auf dem Parkplatz soll ihn der 28-Jährige mit seinem Wagen frontal gerammt haben. Anschließend soll er drei Autofenster mit einem Hammer eingeschlagen haben, dabei was von "Umbringen" gerufen haben. Der Kopf des Hammers war bei der Gewaltaktion weggeflogen. Da soll der 28-Jährige mit dem Hammerstiel auf den 22-Jährigen am Steuer eingeprügelt haben. Das Opfer erlitt eine blutende Nase, Prellungen, Abschürfungen, Schmerzen und einen Schock. Der 28-Jährige könnte im Falle einer Verurteilung zusätzlich seinen Führerschein verlieren. Um den Freund vor den Hammerstielangriffen ihres Bruders zu schützen, hatte sich die 20-Jährige während der Attacke auf den 22-Jährigen geworfen. Dabei bekam sie laut Anklage der Vater zu fassen und zerrte die Tochter durch das zerbrochene Fenster der Fahrertür. Die Folgen waren eine Beule am Kopf und ein Bluterguss.

Beide Angeklagten, denen Dr. Hartmut Buchner und Dr. Andreas Kastenbauer, beide aus Traunstein, als Verteidiger zur Seite stehen, wiesen bislang die Vorwürfe des Staatsanwalts zurück. Sie behaupteten, ihrerseits bedroht und angegriffen worden sein. Die Vernehmung der 20-jährigen Geschädigten wird wohl mehr Klarheit bringen. Die junge Frau war aus Angst zum ersten Termin nicht erschienen. kd

Kommentare