Mit Video-Anleitung

Masken-Pflicht bleibt: So nähen Sie eine Mund-Nase-Maske selbst – Videoanleitung 

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Annethres Purainer aus dem Kindergarten Brannenburg/Degerndorf hatte die Idee, Gesichtsmasken zu nähen und zu spenden.

Atemschutzmasken sind im Handel kaum noch zu bekommen. Eine Behelfslösung für den Privatgebrauch ist aber schnell selbst gemacht. Wie Sie eine Gesichtsmaske selbst nähen, zeigen wir ihnen Schritt für Schritt – auch als Videoanleitung. 

Update, 7. Juli 2020

Corona-Maskenpflicht in der Diskussion

Dass die Maskenpflicht vorerst nicht abgeschafft wird, haben die Gesundheitsminister der Bundesländer am gestrigen Montag entschieden. Für diese Entscheidung erhalten sie nun auch Rückenwind aus der Wirtschaft. Die Dienstleistungsgesellschaft Verdi hat sich ebenfalls gegen eine Aufhebung der Maskenpflicht im Einzelhandel ausgesprochen.  

Update 15. April:

Gesichtsmasken zum Selber-Basteln für alle Gemeindebürger

Um dieses Vorhaben umzusetzen, hat sich Schechens Bürgermeister mit einer lokal ansässigen Firma sowie einigen Vereinen zusammengetan. Damit will man die Bürger für eine eventuelle Maskenpflicht in Zuge der Corona-Krise ausrüsten.

Update 1. April:

Die Video-Anleitung von Johanna Astner wurde auf YouTube über 35.000 Mal angeklickt. Dabei haben Astner auch einige Tipps und Fragen erreicht. 

Die besten Tipps für einen selbst genähten Mundschutz (Behelfslösung)

1. Als Stoff eignen sich auch alte Leinen-oder Stofftaschentücher oder Bettwäsche

2. Um den Draht zum Waschen aus den Mund-und Nasen-Schutzmasken entfernen zu können, sollte man beim Nähen eine Kante offen lassen. Dort. kann der Draht dann durchgeführt werden. Und für mehrere Masken reicht dann ein Draht!

3. Die Masken lassen sich auch im Topf in circa 10 bis 15 Minuten auskochen oder bei rund 90 Grad einige Minuten im Backofen erhitzen. So spart man sich den großen Waschgang.

4. Als Draht eignet sich auch der Draht eines Schnellhefters 

5. Legen Sie die Maße des Stoffs vor dem Nähen an. Jede Gesichtsform ist unterschiedlich. 

6. Ersetzen Sie das Schrägband ruhig durch jedes andere Band oder einem selbst geschnittenen Band aus jedem beliebigen Stoff 

Schutz vor Tröpfcheninfektion

Das Coronavirus wird hauptsächlich über Tröpfchen übertragen und zur Bedeckung von Mund und Nase können medizinische Mund- und Atemschutzmasken, aber auch ein Schal oder ein Tuch dienen – oder man näht sich den Schutz einfach selber.  

Ein Mundschutz schützt auch andere

Nach Einschätzung von Experten gibt es bisher keine wissenschaftlichen Daten für die Wirkung einfacher chirurgischer Masken. "Man denkt immer, man schützt sich selbst mit der Maske, in Wirklichkeit schützt man aber andere", sagte der Virologe Christian Drosten von der Berliner Charité am Dienstag im NDR-Podcast.

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Anders sieht das bei sogenannten FFP3-Masken aus, die dicht am Gesicht abschließen und belegbar einen Infektionsschutz gegen Viren bieten. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) kann das Tragen einer Maske ein falsches Sicherheitsgefühl erzeugen, so dass etwa eine gute Händehygiene vernachlässigt werde.

Nähanleitung für Atemschutzmaske (Mund- und Nasenmaske)

Aus der Video-Anleitung von Johanna Astner aus Flintsbach haben wir hier für Sie nochmal die einzelnen Schritte zum Nähen einer behelfsmäßigen Atemmaske (Mund- und Nasenmaske) zusammengefasst. Das Nähen der Stoffmasken ist denkbar einfach. Wichtig ist einen kochbaren Baumwollstoff zu verwenden. 

Drei Falten im Mundstück bieten eine gute Passform. Im oberen Bereich der Maske soll ein Draht eingenäht werden, damit die Maske gut am Nasenrücken abschließt. 

Zur Befestigung können Bänder, wie hier vorgeschlagen Schrägbänder, aber auch Hosengummis verwendet werden. 

Man braucht: Baumwollstoff (Auf 60 Grad waschbar), Schrägband, Elektro- oder Basteldraht

In acht Schritten zum selbst genähten Mundschutz

  1. Stoff zuschneiden auf 34 x 17 cm
  2. Stoff der Länge nach doppelt nehmen
  3. Stoff in Falten legen und feststecken
  4. Die offene Kante oben mit Schrägband schließen – Draht durchschieben 
  5. Pro Seite ein Schrägband von rund 90 cm anlegen. Die Ende ordentlich umnähen
  6. Das Schrägband umnähen, ab der Hälfte über Seiten des Mundschutz schließen
  7. Anderes Ende des Schrägbands wieder ordentlich umnähen
  8. Schrägband auf anderer Seite ebenso annähen – fertig!

Ärztin: Selbstgenähte Mundschutz-Masken können helfen

Die Riederingerin Dr. Anne Becher hat die Aktion #nähmit- 82.000.000 Masken für Deutschland angeregt und bittet nun alle, die ein wenig mit der Nähmaschine umgehen können, diese einfachen Gesichtsmasken aus Stoff zu nähen: „Bei Riedering#nähmit geht es darum, so viele waschbare Stoffmasken selbst zu nähen und zu tragen, dass wir in unserer Gemeinde den Infektionsdruck senken. So schützen wir beim Einkaufen die Mitarbeiter in unseren Lebensmittelgeschäften, der Apotheke und natürlich uns gegenseitig“, erklärt sie. 

In Riedering werden bereits fleißig Stoffmasken genäht. 

Die Riederingerin Dr. Anne Becher.

Masken an Bedürftige abgeben

Sehr wünschenswert wäre, wenn auch in anderen Gemeinden Stoffmasken genäht werden und Riedering als Beispiel dienen könnte, betont Becher. Zunächst sollte die eigene Familie versorgt werden. Weitere Masken können in Apotheken, Geschäften, Arztpraxen, Altenheimen abgegeben werden. 

Die Stoffmasken sollten beim Einkaufen und beim Arztbesuch getragen werden. 

Mund- und Nasenmaske regelmäßig waschen 

Wichtig sind das Waschen bei mindestens 60 Grad und Trocknen der Stoffmasken nach dem Tragen. 

Mund- und Nasenmasken für Kinder nähen

Eltern, die in Kürze ein Kind erwarten und bei denen sich zuhause schon Geschwisterkinder auf das Neugeborene freuen, machen sich derzeit viele Gedanken: Wie kann ich das Kleine schützen, ohne die Größeren zu überfordern? Wie kann ich den Kindern Hygienevorschriften im Umgang mit dem Baby altersgerecht erklären? 

Ehrenamtliche am Werk

Das brachte Dorothée Ortner vom Kinderschutzbund Rosenheim auf eine Idee: „Mit selbstgenähten, robusten Baumwollmasken kann man zwar keine Viren aufhalten, aber sie können als Hygieneunterstützung beim Kontakt der Geschwisterkinder zum Baby dienen. Wir haben diese Idee dann mit den Fachdiensten bzw. Koordinierungsstellen Frühe Kindheit (KoKi) sowie den Geburtskliniken in der Region besprochen und ein äußerst positives Feedback erhalten.“ 

Mundschutz bietet bei Kindern Schutz vor Tröpfchen

Dr. Tamme Goecke, Leiter der Geburtshilfe im RoMed Klinikum Rosenheim, sieht in diesen Kindermasken einen wertvollen Beitrag: „Eine Baumwollmaske schützt zwar nicht vor Viren, stellt aber eine Barriere gegen größere Tröpfchen dar.

Weiterhin sind und bleiben Händewaschen und Abstand halten die wichtigsten Schutzmaßnahmen, die bei kleinen Kindern natürlich nicht eingehalten werden können. Zusätzlich zur Barrierefunktion sehe ich in solchen Masken aber einen fast noch wichtigeren erzieherischen Beitrag im Umgang mit Infektionen.“

Kinderschutzbund Rosenheim sucht selbstgenähte Masken

Nun sucht der Kinderschutzbund Material für die engagierten NäherInnen, die ehrenamtlich solche Kindermasken anfertigen. „Einige unserer Ehrenamtlichen nähen gerne und haben auch schon zugesagt, sogar einige Jugendliche, die wir betreuen und KollegInnen sowie deren Familien.

Aber um die von den RoMed Kliniken benötigten Stückzahlen herzustellen, brauchen wir noch Material: vor allem Gummibänder, 5 mm breit, und bunte Baumwoll-Stoffreste mit mindestens 20 cm Durchmesser und kindgerechten Motiven. Wer etwas zur Verfügung stellen möchte, kann sich gerne an mich wenden,“ so Ortner. 

Interessierte erreichen Dorothée Ortner unter Tel. 0170-3711775 oder d.ortner@kinderschutzbund-rosenheim.de.

Wasserburger Modedesignerin sucht Schneiderinnen

Modedesignerin Vroni Herwegh aus Wasserburg näht statt handgefertigter Dirndl derzeit momentan vor allem Mund-Nasen-Masken und würde gerne auch mit weiteren Schneiderinnen zusammenarbeiten. Interessierte dürfen sich bei ihr melden über info@feschn.at.

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