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Niedrigere Quote als im Juni

Arbeitsmarkt der Region Rosenheim kämpft gegen Corona-Delle an: Unverhofft widerstandsfähig

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  • Michael Weiser
    VonMichael Weiser
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Die Zahlen der Erwerbslosen sinken weiter, der Arbeitsmarkt in der Region scheint die Folgen der Corona-Pandemie gut wegzustecken. Was Agentur-Chef Schankweiler erfreut. Und woran es in den nächsten Monaten trotzdem haken könnte.

Rosenheim – Die Wirtschaft zeigt sich krisenfester, als von vielen gedacht, zumindest der Arbeitsmarkt präsentert sich weiterhin überraschend robust. Die Zahl der arbeitslos gemeldeten Menschen ist nach Angaben der Agentur für Arbeit in Rosenheim im Juli um 360 auf 8.240 zurückgegangen und liegt damit deutlich, nämlich mit 2330 Arbeitslosen weniger, unter dem Wert von vor einem Jahr.

Die Arbeitslosenquote liegt nunmehr bei 2,7 Prozent, 0,1 Prozentpunkte unter dem Vormonatsniveau und 0,7 Prozentpunkte unterm stand des Vorjahrs. Michael Schankweiler, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur weist auf eine Besonderheit hin: Die Entwicklung sei auch deshalb so erfreulich, „weil die Arbeitslosigkeit in der Zeit vor der Corona-Pandemie üblicherweise im Juli angestiegen ist“.

Arbeitsmarkt erholt sich gleichmäßig

Von der Entwicklung präsenteren viele Gruppen, die über 50-Jährigen ebenso wie Menschen mit ausländischem Pass und Menschen mit Schwerbehinderung. Bei den unter 25-Jährigen dagegen sei die Zahl der arbeitslos Gemeldeten leicht um 110 gestiegen; Die Jüngeren meldeten sich nach Schulabschluss oder Berufsausbildung bei der Agentur, um sich dann im Herbst mit Aufnahme etwa eines Studiums wieder abzumelden, heißt es seitens der Agentur.

Als weiterhin positiv bewertet Schankweiler die Entwicklung auf dem Stellenmarkt. „Die Betriebe haben im Juli 1330 neu zu besetzende Stellen gemeldet, mehr als im Vormonat und auch als vor einem Jahr. Zahlreiche Angebote gibt es unter anderem in den Berufsfeldern Medizinische Gesundheitsberufe, Verkauf sowie Maschinen- und Fahrzeugtechnikberufe.

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Der Markt holt nach und auf, ist aber nach Schankweilers Einschätzung noch ein Stück von der Lage vor Corona entfernt. Es seien 1600 Menschen mehr arbeitslos als vor zwei Jahren, bei den über 50-Jährigen seien mit einem Zuwachs von 840 deutlich mehr Menschen gemeldet als 2019. Derzeit gebe es außerdem 960 Langzeitarbeitslose mehr als 2019. Gut sei die Lage hingegen für junge Menschen. 650 junge Frauen und Männer auf der Suche standen im Bereich der Agentur 1.530 unbesetzten Lehrstellen gegenüber.

Landkreis und Stadt Rosenheim

Für die Stadt Rosenheim errechnet sich eine Arbeitslosenquote von 4,3 Prozent (Vormonat: 4,6 Prozent; Juli 2020 5,6 Prozent). Derzeit sind 1582 Bürger ohne Arbeit. Bei den SGB III-Kunden, die durch die Agentur für Arbeit in Rosenheim betreut werden, verringerte sich die Arbeitslosenzahl um 32 auf 750. Für 832 arbeitslose SGB II-Kunden, 60 weniger als im Juni, ist das Jobcenter Rosenheim Stadt zuständig.

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Für die Stadt Rosenheim errechnet sich eine Arbeitslosenquote von 4,3 Prozent (Vormonat: 4,6 Prozent; Juli 2020 5,6 Prozent). Derzeit sind 1.582 Bürger ohne Arbeit. Bei den SGB III-Kunden, die durch die Agentur für Arbeit in Rosenheim betreut werden, verringerte sich die Arbeitslosenzahl um 32 auf 750. Für 832 arbeitslose SGB II-Kunden, 60 weniger als im Juni, ist das Jobcenter Rosenheim Stadt zuständig. Insgesamt betreut das Jobcenter 2112 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 1654 Bedarfsgemeinschaften leben.

Zahlen für Traunstein und Mühldorf

Die Arbeitslosenquote im Agenturbezirk Traunstein betrug im Juli 2,9 Prozent, 0,1 Prozentpunkte weniger als im Vormonat, das sind insgesamt 8.184 Menschen. Im Vergleich zu Juni sind 344 Menschen weniger in der Arbeitsvermittlung gemeldet, das entspricht einem Rückgang um 4,0 Prozent.

Im Jahresvergleich hat die Anzahl der Arbeitslosen um 17,4 Prozent oder 1.721 Menschen abgenommen. Ein leichter Anstieg ist wiederum bei Jüngeren zu verzeichnen. „Diesen Anstieg haben wir jedes Jahr vor den Sommerferien“, sagt Jutta Müller, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Traunstein, „darunter sind Abiturienten und Schüler, die bis zum Ausbildungs- oder Studienbeginn jobben möchten, und Azubis mit bestandener Prüfung, die noch keine Einstellungszusage ihres Arbeitgebers haben.

Die Arbeitslosenquote im Landkreis Traunstein betrug im Juli 2,5 Prozent, das ist ein leichter Rückgang zu Juni um 0,1 Prozentpunkte und ein Rückgang zum Vorjahresmonat um 0,7 Prozentpunkte. 2433 Menschen sind arbeitslos gemeldet, das sind 157 Menschen weniger als im Juni und 722 weniger als im Vorjahresmonat.

Unter den 2433 sind 245 Jüngere unter 25 Jahren. Im Juni waren es noch 233 unter 25 Jahren, darunter 46 unter 20 Jahren. „Darunter sind auch Ausbildungssuchende“, sagt Müller, „aktuell sind noch 577 Ausbildungsstellen unbesetzt. Es ist jetzt höchste Zeit für die 161 unversorgten Bewerber, einen Ausbildungsvertrag in der Tasche zu haben“, appelliert Müller an die Berufsanfänger.

1.084 Menschen sind älter als 50, davon sind 808 älter als 55 Jahre. Im Juni waren es noch 60 mehr, im Vorjahresmonat sogar 92 mehr. 727 Menschen zählen zu den Langzeitarbeitslosen, deren Anzahl gegenüber Juni leicht um 19 sank. Im Vorjahresvergleich gab es 128 Menschen weniger in dieser Situation. Insgesamt konnten im Juli 715 Menschen ihre Arbeitslosigkeit beenden, darunter 497 Kunden der Agentur (SGB III) und 218 Kunden des Jobcenters (SGB II). Hiervon gingen 346 in Erwerbstätigkeit, 78 in Ausbildung oder Qualifizierung, und 256 meldeten sich in Nichterwerbstätigkeit. Dem stehen 558 Zugänge gegenüber, das sind 60 mehr als im Vormonat und 52 weniger als im Vorjahr.

Die Arbeitslosenquote im Landkreis Mühldorf betrug im Juli 3,2 Prozent, das sind 2 150 Menschen. Im Vormonat waren es 2,1 Prozent, bzw. 47 Menschen mehr. Im Vorjahresvergleich, als die Quote bei 3,8 lag, waren 383 Menschen mehr von Ar-beitslosigkeit betroffen. Gemeldet sind 218 Jugendliche unter 25 Jahre darunter 55 unter 20 Jahre. Im Vergleich zum Vorjahr sind in dieser Altersgruppe 81 weniger und im Vormonatsvergleich 19 junge Menschen mehr gemeldet.

„249 Ausbildungsplätze sind im Landkreis Mühldorf noch frei“, sagt Müller, „wer die nächsten vier Wochen klug für Beratung und Eignungstests nutzt, kann seinen Ausbildungsvertrag noch unter Dach und Fach bringen.“ Von den im Berichtsjahr gemeldeten 607 Bewerbern sind noch 119 unversorgt. Die Anzahl der arbeitslosen Menschen über 50 Jahre ist mit 852 um 24 im Vormonatsvergleich gesunken, im Vorjahresvergleich leicht um zwölf gestiegen.

Die Anzahl der Langzeitarbeitslosen, 780 Menschen, stieg im Vorjahresvergleich um 217. 501 Menschen meldeten sich erstmals oder erneut arbeitslos, das sind 109 mehr als im Juni, zwei weniger als im Vorjahresmonat. 205 kamen aus Erwerbstätigkeit und 132 aus Ausbildung oder Qualifizierung. Insgesamt konnten 545 Menschen ihre Arbeitslosigkeit beenden, 57 mehr als im Vormonat. 176 (Juni: 204) nahmen eine Erwerbstätigkeit auf, 99 (Vormonat 90) begannen eine Ausbildung.

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