Wieder mehr Flüchtlinge? So schätzt die Rosenheimer Bundespolizei die Entwicklung ein

An den deutschen Außengrenzen werden seit 2016 verstärkt Grenzkontrollen vorgenommen. dpa
  • vonTina Blum
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Der mit der Türkei vereinbarte Flüchtlingspakt der EU ist gescheitert. Unzählige Migranten stehen an der Grenze zu Griechenland. Wappnet sich die Rosenheimer Bundespolizei für einen möglich Anstieg an neu ankommenden Flüchtlingen?

Rosenheim– „Es ist zu früh, alles rund um dieses Thema wäre unseriöse Spekuliererei“, antwortet ein Sprecher der Bundespolizeiinspektion in Rosenheim auf die Frage, wie sich die Beamten auf einen möglichen größere Zahl an neu ankommenden Migranten vorbereiten.

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Seit 2015, als sich die Zahl der Asylbewerber in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr auf rund 1,3 Millionen verdoppelte, ist das Thema Migration und die Sicherung der EU-Außengrenzen ein politisches Dauerbrennerthema – das auch so einige Gemüter in der Bevölkerung erhitzt.

Um die Zuwanderung in die Europäische Union zu begrenzen, handelte die EU 2016 einen Pakt mit der Türkei aus, doch den hat der türkische Präsident Recep Erdogan jetzt platzen lassen. Hunderte Migranten versuchen seitdem nach Griechenland zu gelangen und werden von griechischen Sicherheitskräften gewaltsam und unter Einsatz von Tränengas zurückgedrängt. Die europäische Agentur für Grenz- und Küstenwache Frontex hatte am Montag mitgeteilt, dass die griechische Regierung bereits um Hilfe gebeten hatte. Seitdem ist die EU-Grenzschutzorganisation dort im Einsatz.

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„Seit 2016 kontrollieren wir die deutsch-österreichische Grenze kontinuierlich. Mehr als in jedes Auto hineinschauen, können wir nicht“, so der Rosenheimer Bundespolizeisprecher zur aktuellen Situation. Großangelegte Durchsuchungsaktionen von Güterzügen und Hubschrauber, die mit Wärmebildkameras nach versteckten Menschen suchen, werde es wohl nicht geben. Die Situation im Jahr 2015 und jetzt seien "vollkommen unterschiedlich", sagt der Polizeisprecher.

Syrer fliehen meist über die Balkanroute

Unter den in den Güterzügen versteckten Flüchtlingen habe sich überwiegend afrikanische Migranten aus Eritrea, Nigeria und Somalia gehandelt, die über die Brennerroute nach Rosenheim geschleust wurden. Ein Großteil der syrischen Flüchlinge kam jedoch über die Balkanroute.

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Wie genau die Vorbereitungen auf einen möglichen möglichen Anstieg an neu ankommenden Flüchtlingen aussehen, kann auch das Bundespolizeipräsidium in Potsdam nicht sagen und verweist an das Bundesinnenministerium, das in diesem Fall die Strategie über das weitere Vorgehen vorgebe. „Auf einen eventuellen Anstieg der Flüchtlingszahlen sind wir heute gut vorbereitet“, teilt ein Sprecher des Ministeriums aktuell mit.

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Die Ausgangslage sei heute eine ganz andere als noch vor fünf Jahren. Aus diesem Grund würden laut aktuellem Stand auch keine weiteren Maßnahmen ergriffen. „Zudem hat die Bundespolizei schon vor einiger Zeit die Schleierfahnungen in Grenzgebieten verstärkt“, so der Innenministeriumssprecher.

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