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Forschungsprojekt startet

Neues Wohnen im Alter: „Dein Haus Oberbayern 4.0“ in Amerang soll Senioren das Leben erleichtern

Freie Wirtschaft, Hochschule und Politik ziehen an einem Strang: (von links) die Geschäftsführerin der Ernst-Freiberger-Stiftung, Stefanie Ludwig, Ernst Freiberger, Projektleiterin Dr. Sabine Ittlinger, TH-Präsident Dr. Heinrich Köster, Amerangs Bürgermeister Konrad Linner, Landrat Otto Lederer, der CSU-Landtagsabgeordnete Klaus Stöttner und der Sprecher der Ernst Freiberger Stiftung, Dr. Christoph Stölzl. Auer
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Freie Wirtschaft, Hochschule und Politik ziehen an einem Strang: (von links) die Geschäftsführerin der Ernst-Freiberger-Stiftung, Stefanie Ludwig, Ernst Freiberger, Projektleiterin Dr. Sabine Ittlinger, TH-Präsident Dr. Heinrich Köster, Amerangs Bürgermeister Konrad Linner, Landrat Otto Lederer, der CSU-Landtagsabgeordnete Klaus Stöttner und der Sprecher der Ernst Freiberger Stiftung, Dr. Christoph Stölzl. Auer
  • VonChrista Auer
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In Zusammenarbeit mit der TH Rosenheim und der Ernst Freiberger Stiftung ist in der Wasserburger Straße 5 in Amerang das erste Wohnkompetenzzentrum des Forschungsprojekts „DeinHaus 4.0“ feierlich eröffnet worden. Ein weiteres Kompetenzzentrum soll demnächst in Freilassing folgen.

RosenheimAmerang ist Hochschulstandort – die Freude darüber stand allen Beteiligten während der Eröffnungsfeier ins Gesicht geschrieben. In einem dreistöckigen Gebäude in der Ortsmitte wird künftig in mehreren Testwohnungen untersucht, wie Technik älteren und pflegebedürftigen Menschen das Leben zu Hause erleichtern beziehungsweise überhaupt ermöglichen kann. Zudem bietet das ehemalige Apothekengebäude auf insgesamt etwa 450 Quadratmetern Platz für eine Lehr- und Ideenwerkstatt sowie Präsentations- und Informationsräume, einen Freisitz und einen Therapiegarten.

Ernst-Freiberger-Stiftung überlässt Räume

Die ortsansässige Ernst-Freiberger-Stiftung hat die Räume zur Verfügung gestellt und barrierefrei umbauen lassen. Nach der feierlichen Einweihung kann die Forschungsarbeit nun beginnen. „Es ist mir eine Herzensangelegenheit, einen Beitrag zu diesem wichtigen gesellschaftlichen Thema zu leisten und zugleich den Standort Amerang zu stärken“, betonte Ernst Freiberger zur Eröffnung. Die steigende Lebenserwartung benötige Lösungen, die den Menschen länger ein selbstbestimmtes Leben zu Hause ermöglichten.

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Für ein altengerechtes Wohnumfeld und ein entsprechendes Versorgungsnetzwerk müssten Pflege, Informationstechnologie und Architektur verknüpft und die gesellschaftlichen, menschlichen, psychologischen und volkswirtschaftlichen Belange berücksichtigt werden, resümierte Freiberger und brachte damit das Kernthema der Forschungsaktivitäten auf den Punkt: Wie ist ein selbstbestimmtes Leben trotz körperlichen Einschränkungen zu Hause möglich?

Praxisnahe Erbrobung

Dazu werden in Amerang in den kommenden Jahren technische Assistenzsysteme sowie unterstützende Produkte und Dienstleistungen praxisnah erprobt und ausgestellt. Neben der Beratung besteht die Möglichkeit, in den Testwohnungen den praktischen Nutzen selbst zu erleben.

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Als Praxispartner unterstützt der Klinikbetreiber Medical Park das Forschungsprojekt, das am Ende pflegerische und therapiewissenschaftliche Konzepte mit digitalen Assistenzsystemen und einem modularen, flexiblen Innenausbau miteinander verbinden soll.

Pfarrer Josef Reindl (links) spendet den Segen für das Vorhaben.

Neue Raumkonzepte und Produkte

Ziel des Projektes ist, Endnutzern, Leistungserbringern und Sozialversicherungen eine Möglichkeit zu geben, Raumkonzepte sowie pflege- und versorgungsunterstützende Dienstleistungen und Produkte mitentwickeln, anwenden und testen zu können.

Das Forschungsprojekt passe sehr gut zu den Zielen der Ernst-Freiberger-Stiftung, betonte deren Geschäftsführerin Stefanie Ludwig. Nach einem Schlaganfall, bei Long-Covid oder auch altersbedingt litten Menschen an dauerhaften Einschränkungen und einem Verlust an Lebensqualität. „Wir sind davon überzeugt, dass man das gemeinsam mit den Fachleuten der TH Rosenheim und den Praktiker aus der Rehabilitation ändern kann“, sagte Ludwig. Daher werde die Stiftung das Forschungsvorhaben „Dein Haus 4.0 Oberbayern“ als Kooperationspartner mit rund einer Million Euro unterstützen und an der Entwicklung von exemplarischen Lösungen mitarbeiten.

Wachsende Bedeutung

„Es ist eine tolle Geschichte für die Region sowie für die TH Rosenheim und zeigt, dass was vorangeht, wenn freie Wirtschaft, Politik und Hochschule zusammenarbeiten“, betonte der Präsident der TH Rosenheim, Dr. Heinrich Köster. Ein Forschungsprojekt dieser Dimension unterstreiche die wachsende Bedeutung einer immer älter werdenden Gesellschaft und auch das Ansehen des Lehr- und Forschungsbetriebs der Hochschule als eine der führenden Fakultäten im Bereich Gesundheit.

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Das neue Wohnkompetenzzentrum habe hohes Potenzial. Die Studenten hätten ein ideales Umfeld, um neue Versorgungskonzepte kennenzulernen und pflegeunterstützende Technologien zu erproben und weiterzuentwickeln,“ hob Köster hervor.

Bedürfnisse älterer Menschen

Amerang sei ein „super Standort“, stellte Dr. Sabine Ittlinger fest. „DeinHaus 4.0“ beschäftige sich entsprechend der demografischen Entwicklung mit den Bedürfnissen älterer Personen und rücke zusätzlich Menschen mit chronischen und erworbenen Erkrankungen sowie Patienten nach deren Entlassung aus der stationären Behandlung ins Blickfeld der wissenschaftlichen Arbeit. In den Kompetenzzentren erhielten Interessierte individuelle Lösungsansätze für die eigenen vier Wände.

Zudem würden Optionen für eine Arbeitserleichterung durch das Zusammenwirken von barrierefreiem Wohnraum, technischen Assistenzsystemen und digitalen Dienstleistungen aufgezeigt, erläuterte die Projektleiterin.

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Bereitschaft, Neues auszuprobieren

„Solange man neugierig ist, kann einem das Alter nichts anhaben“, zitierte Landrat Otto Lederer den Schauspieler Burt Lancaster. Das Forschungsprojekt, das vom Freistaat Bayern mit 3,7 Millionen Euro gefördert werde, zeige die wissenschaftliche Qualität der TH Rosenheim. „DeinHaus 4.0“ lote aus, wie moderne Technik eingesetzt werden könne.

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Kernpunkt sei, dass die technischen und digitalen Lösungen von den Pflegenden und den Pflegebedürftigen akzeptiert würden. Dafür brauche es Mut, Offenheit und die Bereitschaft, Neues auszuprobieren.

Nicht nur ein Etikett

„Hochschulstandort ist nicht nur ein Etikett“, stellte Amerangs Bürgermeister Konrad Linner fest. Das Forschungsprojekt sei ein Gewinn für die Gemeinde und habe darüber hinaus einen unmittelbaren Wert für die Menschen, denen es nicht so gut gehe und die mit den Herausforderungen und psychischen Belastungen nach gesundheitlichen Krisen konfrontiert seien.

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