INSGESAMT 34.000 EURO

Am Sudelfeld-Lift in die Kasse gegriffen: Tirolerin (20) zu Jugendarrest und Bewährung verurteilt

Am Sudelfeld – hier die Kapelle – hatte die Angeklagte mehrmals in die Kasse der Liftanlage gegriffen.
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Am Sudelfeld – hier die Kapelle – hatte die Angeklagte mehrmals in die Kasse der Liftanlage gegriffen.
  • vonTheo Auer
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Weil sie als Angestellte einer Liftanlage am Sudelfeld mehrmals in die Kasse gegriffen hatte, musste sich jetzt eine junge Tirolerin in Rosenheim vor Gericht verantworten. 34.000 Euro hatte die 20-Jährige dabei zur Seite geschafft und einen Großteil des Geldes bei ihrem damaligen Freund abgeliefert.

Rosenheim – Eine 20-jährige Frau aus St. Johann in Tirol war ihrem ehemaligen Freund nach eigenen Angaben hörig. Der arbeitete als Einstiegshelfer an den Liftanlagen am Sudelfeld und vermittelte der gelernten Einzelhandels-Kauffrau eine Anstellung an der Liftkasse.

Der Freund hatte große Wünsche aber kein Geld und überredete sich dazu, als sie im Dezember 2019 die Arbeit an der Liftkasse aufnahm, sich aus der Kasse zu bedienen. Ein schönes Auto wollte er, einen Holzspalter und auch sie sollte sich ein Auto kaufen.

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Ganze Packen an Bargeld ließ sie mitgehen und lieferte das Geld bei ihrem damaligen Freund ab. So fehlten – als Ende Januar 2020 die Sache aufflog – 34 000 Euro, die sie wohl im Wesentlichen bei dem Exfreund abgeliefert hatte. Als „Dankeschön“ bedrohte er sie, dass sie es bereuen würde, wenn er in die Sache hineingezogen würde.

Anstiftung zunächst verschwiegen

So verschwieg sie dessen Anstiftung bis zum Gerichtsverfahren. Der Vorsitzende Richter des Jugendschöffengerichtes Hans-Peter Kuchenbaur und ihr Verteidiger Rechtsanwalt Harald Baumgärtl machten ihr schließlich klar, dass sie ihren Kopf für jemanden hinhalten würde, der das kaum verdient habe. In der Sache war sie geständig. Zusammen mit ihrem Ex hatte sie wohl das ganze Geld durchgebracht und sich nun verpflichtet, die entwendete Summe zurückzuzahlen.

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Die Vertreterin der Jugendgerichtshilfe stellte fest, dass sich die junge Frau damals wohl in einem Abhängigkeitsverhältnis befunden habe und wegen bestehender Reifeverzögerungen sicherlich nach Jugendstrafrecht zu behandeln sei. Fraglos seien bei ihr zur Tatzeit „schädliche Neigungen“ vorhanden gewesen. Dies sei nun aber nicht mehr zwingend festzustellen. Sie empfahl deshalb, deren Schuld festzustellen, eine Strafe aber zur Bewährung auszusetzen. Des Weiteren solle die Angeklagte, die inzwischen in Osttirol lebt, durch eine österreichische Institution dort in ihrer Lebensführung unterstützt und gefördert werden.

Staatsanwältin sieht „schädliche Neigung“

Rechtsanwalt Baumgärtl erklärte sich bereit, die Zustellungsvollmacht für seine Mandantin zu übernehmen, damit etwaige Bewährungsauflagen auch an diese sichergestellt werden können. Die Staatsanwältin erklärte dass es sich angesichts der hohen Schadenssumme und der mehrheitlichen, achtfachen Taten fraglos um schädliche Neigungen gehandelt habe. Deshalb beantragte sie eine Einheitsjugendstrafe von 18 Monaten, die aber zur Bewährung ausgesetzt werden könnte. Der Verteidiger unterstrich, dass sie sich von Anfang an geständig gezeigt, inzwischen auch mit der Rückzahlung begonnen habe.

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Das Gericht entsprach zwar den Bewährungs-Anträgen, verhängte dazu aber einen 14-tägigen Jugendarrest, um „eine nachhaltige Wirkung“ zu erzielen.

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