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Jahresrückblick 2021: Das Impfen

Als in der Region Rosenheim die Corona-Impfkampagne ins Stocken geriet: Eine vertane Chance

Die Impfquote in der Region Rosenheim im bayern- und bundesweiten Vergleich.
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Die Impfquote in der Region Rosenheim im bayern- und bundesweiten Vergleich.
  • Michael Weiser
    VonMichael Weiser
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Schwungvoller Start im Winter, Sorglosigkeit im Sommer: So döst 2021 die Impfkampagne in der Region Rosenheim ein. Das rächt sich in hohen Ansteckungszahlen.

Rosenheim Es war ein dramatischer Appell: Angesichts explodierender Inzidenz-Zahlen und Überlastung der Kliniken starten rund 500 Ärzte aus der Region einen Impf-Aufruf in den OVB-Heimatzeitungen. Denn: „Der Zusammenbruch der medizinischen Versorgung droht Realität zu werden.“

Alarmismus? Ganz und gar nicht. In der Region, ja in weiten Teilen Südostbayerns sind die Intensivstationen überfüllt. Und zunächst sind es weit überwiegend die Ungeimpften, die stationär oder gar intensiv behandelt werden müssen.

Rückblende: Ende 2020 stehen Impfstoffe gegen Corona bereit. Doch die Chance ist bald vertan. Wie, das macht die Region Rosenheim beispielhaft vor.

Am 27. Dezember 2020 beginnt die Impfkampagne. Anfang April steigen die Hausärzte ein. Größtes Problem zu Beginn: Der Betrieb muss sich erst einspielen. Und die Impfstoffe sind so knapp, dass man sich – wenn man nicht alt und gebrechlich ist – auf lange Wartezeiten einstellen muss.

Dann kommen Schritt für Schritt die Jüngeren an die Reihe. Und dann ist Sommer. Die Krankheit scheint weit weg, die Impfkampagne gerät ins Stocken. Das tut sie in weiten Teilen Deutschlands, aber selten so massiv wie im Landkreis Rosenheim. Gut zehn Prozent liegt die Region hinter dem Bundesdurchschnitt zurück.

Sogar im bayernweiten Vergleich sind Stadt und Landkreis weit hinten zu finden. Die Fachleute staunen. „Sozioökonomische, kulturelle und psychologische Faktoren“ spielten eine Rolle, vermutet Dr. Wolfgang Hierl, Chef des Gesundheitsamts Rosenheim. Bei vielen ist es schlichte Angst. Man hört von Impfkomplikationen. Die aber sind rar: 17 Verdachtsfälle von Impfkomplikationen hat das Gesundheitsamt in der Region registriert, fünf Menschen sterben – womöglich aber eher in zeitlichem, nicht in ursächlichem Zusammenhang, wie die Behörden vorsichtig formulieren. Das maßgebliche Paul-Ehrlich-Institu t bleibt dabei: Das Nutzen-Risiko-Verhältnis der mRNA-Impfstoffe sei „weiterhin positiv“.

Fehler der Politik verschlimmern die Lage. Etwa als Gesundheitsminister Jens Spahn ankündigt, Biontech zu rationieren und stattdessen Moderna verimpfen zu lassen.

So wird der Top-Impfstoff zum Notnagel gemacht.

Erst Omikron bringt die Kampagne wieder in Schwung. Allerdings vor allem bei denen, die ohnehin guten Willens sind: Ein Großteil der Impfungen am Ende des Jahres sind so genannte Booster, Auffrischungen. Nötig sind sie, weil sich herausgestellt hat, dass der Impfschutz nach wenigen Monaten nachlässt. Sie sollen aber auch gegen Omikron schützen, bis ein angepasster Impfstoff entwickelt ist. Bis April oder Mai werde das aber dauern, vermutet Dr. Hanns Lohner, Ärztlicher Direktor der Romed-Kliniken Rosenheim. Auch er empfiehlt daher dringend das Boostern.

Die Impfbilanz zum Jahresende

Die Impfbilanz zum Jahresende in Stadt und Landkreis: 203.569 Erstimpfungen (Impfquote 62,66 Prozent); 201.809 Zweitimpfungen (62,12 Prozent); 96.452 Boosterimpfungen (29,69 Prozent; jeweils Stand 29. Dezember Impfzentrum, 28. Dezember Arztpraxen).