Afrikaner schleusten Landsleute

Raubling - Die Rosenheimer Bundespolizei hat am Sonntag vier Tunesier festgenommen, die offenbar sechs Eritreer von Italien aus nach Deutschland geschleust hatten.

Nur einen Tag zuvor stoppten die Fahnder zwei Senegalesen, die neun eritreische Staatsangehörige gegen Bezahlung illegal nach Deutschland brachten. Die mutmaßlichen Schleuser wurden auf der Autobahn nahe dem Inntal-Dreieck verhaftet. Die tunesischen Fahrer und Beifahrer konnten sich mit italienischen Aufenthaltsgenehmigungen ausweisen. Sie beförderten ihre afrikanischen Begleiter, zwischen 25 und 33 Jahren alt, in zwei in Italien zugelassenen Autos. Die zwei Frauen und vier Männer aus Eritrea hatten keine Papiere dabei. In zwei anderen Pkws mit italienischen Kennzeichen kontrollierten die Bundespolizisten elf Personen, darunter zwei Minderjährige. Die zwei senegalesischen Fahrzeugführer wiesen sich mit Aufenthaltsgenehmigungen für Italien aus. Ihre eritreischen Mitfahrer führten keine Ausweise mit. Nach ersten Erkenntnissen der Bundespolizei erhielten die mutmaßlichen Schlepper mehrere hundert Euro für ihre Dienste. Allerdings dürften die Schleusungen vom afrikanischen Kontinent nach Europa wesentlich teurer gewesen sein. Die Bundespolizei geht von mehreren tausend Dollar pro Person aus. Lediglich drei der insgesamt 15 illegal eingereisten Eritreer gaben an, in Deutschland um Schutz nachsuchen zu wollen. Sie wurden an eine Münchner Aufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge weitergeleitet. Ihre 13 Landsleute werden nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wieder die Rückreise antreten müssen. Die Fahrer befinden sich in Untersuchungshaft. Ihre Fahrzeuge wurden sichergestellt.

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