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Drittimpfungen

Ältere Menschen in der Region Rosenheim: Interesse am Corona-Booster wächst

Eine Frau lässt sich in der Praxis ihrer Hausärztin die dritte Impfung mit dem Comirnaty-Impfstoff des Herstellers Biontech/Pfizer injizieren
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Eine Frau lässt sich in der Praxis ihrer Hausärztin die dritte Impfung injizieren.
  • Michael Weiser
    VonMichael Weiser
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Viele Menschen sperren sich gegen die Impfung oder warten ab. Andere gehen auf Nummer sicher: Die Kamapgne zur Auffrisch-Impfung kommt in Fahrt. Doch wer sollte sich überhaupt eine Booster-Impfung geben lassen?

Rosenheim – Weit überwiegend infizieren sich Ungeimpfte mit Corona. Doch bei Infektionen gerade in Pflegeheimen und Seniorenresidenzen steckten sich auch vollständig geimpfte Senioren an. Dr. Wolfgang Hierl, Leiter des Staatlichen Gesundheitsamtes Rosenheim, rät älteren Menschen daher seit einigen Wochen zur Auffrischungsimpfung.

Und so langsam scheint diese Impfkampagne gegen Corona auch im Raum Rosenheim ins Rollen zu kommen.

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Hans Mayrl, Leiter des Impfzentrums auf der Loretowiese in Rosenheim, berichtet von einem zunehmenden Interesse an dem so genannten Booster. Die steigende Nachfrage hänge auch damit zusammen, dass bei vielen früh geimpften Menschen aus den anfälligeren Gruppen die für eine Auffrischung empfohlene Frist von einem halben Jahr abgelaufen sei.

Die Auffrisch-Kampagne schreitet voran.

So wurden in der vergangenen Woche 320 Menschen im Impfzentrum eine zusätzliche Dosis eines Vakzins verabreicht. In der Vorwoche waren die Zahlen mit 491 sogar deutlich höher gelegen. Zu Beginn waren es nur nur 142 Menschen gewesen. Für die laufende Woche rechnet Hans Mayrl sogar mit 500 Drittimpfungen.

Experten drängen auf die Auffrisch-Impfung

Zu den Menschen, die sich im von Stadt und Landkreis Rosenheim gemeinsam getragenen Impfzentrum oder von mobilen Impfteams impfen ließen, kommen außerdem die von niedergelassenen Ärzten geimpften Menschen: Vergangene Woche war diese Zahl auf 1995 Menschen angestiegen. die Gesamtzahl der „Aufgefrischten“ liegt damit bei 3298 (Stand Sonntag, 24. Oktober).

Experten und Gesundheitsamt hatten verstärkt zur Booster-Impfung gedrängt, nachdem sich herausgestellt hatte, dass bei älteren Menschen der Schutz manchmal schon ein halbes Jahr nach an sich abgeschlossener Impfung deutlich nachlässt und eine Infektion durch den Corona-Virus zulässt. Insgesamt liegt die Zahl der so genannten Impfdurchbrüche – der Menschen also, die trotz doppelt gesetzter Impfung – eine Corona-Infektion mit Symptomen erleiden – bei etwa zehn Prozent.

Vom Sinn einer zusätzlichen auffrischenden Impfung sind viele Mediziner in der Region Rosenheim überzeugt. Etwa Dr. Fritz Ihler, Vorsitzender des Ärztlichen Kreisverbands Rosenheim: „Wir weisen unsere Patienten aktiv darauf hin.“

Ältere und Menschen mit Immundefiziten sollten sich pieksen lassen

Die Auffrischung komme auch für jüngere Menschen in Frage. Grundsätzlich könne sie jeder Mensch ab 18 Jahren in Anspruch nehmen, die Empfehlung habe die Europäische Union herausgegeben. In erster Linie aber sollten sich Menschen über 70 oder für Menschen mit Immundefiziten etwa nach einer Chemo oder einer Kortisonbehandlung nochmals pieksen lassen.

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Bei der Auffrischung kommt vor allem der Impfstoff von Biontech-Pfizer zum Einsatz. Empfohlen wird er auch als Dreingabe auf den Stoff von Johnson & Johnson, der nach Ihlers Auskunft vor allem bei jüngeren Menschen nachgefragt ist – vermutlich wegen der Zeitersparnis. Bei Johnson & Johnson genügt an sich ein Impfdurchgang. „Biontech wird da zur Komplettierung und Verbesserung des Impfstoffs eingesetzt“, sagt Ihler.

Von der Region Rosenheim liegt noch ein langer Weg

Für Wolfgang Hierl ist der Booster eine wichtige Marke auf dem Weg zurück zur Normalität: „So sinnvoll Testungen sind, sie tragen – so ehrlich muss man sein – nicht dazu bei, die Pandemie zu überwinden.“ Bis zum Ziel einer ausreichend hohen Impfrate in der Bevölkerung sei es ein weiter Weg. „In Stadt und Landkreis Rosenheim ist dieser Weg noch ein großes Stück länger.“

Noch Mitte August hatten die Stadt Rosenheim, der Landkreis wie auch das Staatliche Gesundheitsamt mitgeteilt, vorerst auf Auffrischungsimpfungen verzichten zu wollen. Dass nun die Kampagne zur Drittimpfung ebenso ins Stocken gerät wie die generelle Impfkampagne, ist indes nicht zu erwarten: Wer sich auffrischen lässt, hat in der Regel bereits zwei Impfungen hinter sich – und damit seine grundsätzliche Bereitschaft zur Immunisierung bereits gezeigt.

Die Empfehlungen der Experten

Im September hatte die ständige Impfkommission (Stiko) die dritte Impfung für Menschen mit geschwächtem Immunsystem empfohlen, und Anfang Oktober erweiterten die Experten dann den Kreis auf Ältere und Menschen, die in empfindlichen Bereichen arbeiten.

Wessen Impfserie vor mindestens sechs Monaten abgeschlossen worden ist und wer ein hohes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf befürchtet, sollte sich an seinen Hausarzt oder die Impfhotline (08031 / 365 8899) wenden, rät das Gesundheitsamt. In der Hotline könne man sich auch einen Termin für die Auffrischungsimpfung im Impfzentrum geben lassen.

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