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Die Corona-Pandemie und ihre Folgen

Ab Donnerstag wollen die Wirte die Biergärten in Rosenheim öffnen: Vorsichtige Rückkehr zur Normalität

Es geht wieder mehr, vor allem im Landkreis Rosenheim, wo dank fünf Tagen in Folge mit einer Inzidenz von unter 100 unter anderem die Außengastronomie demnächst wieder öffnen darf. Grafik Klinger
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Es geht wieder mehr, vor allem im Landkreis Rosenheim, wo dank fünf Tagen in Folge mit einer Inzidenz von unter 100 unter anderem die Außengastronomie demnächst wieder öffnen darf. Grafik Klinger
  • Michael Weiser
    vonMichael Weiser
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Machen die Biergärten im Landkreis Rosenheim am Donnerstag endlich wieder auf? Dank sinkender Inzidenzzahlen darf sich auch die Stadt Rosenheim auf erste Lockerungen freuen. Was die Fortschritte dennoch gefährden könnte.

Rosenheim – Die Wirte in der Region machen schon mal mobil. Nach gut 200 Tagen Zwangspause richten sie zumindest Stühle und Tische im Außenbereich her. Fünf Tage hintereinander lag der Landkreis Rosenheim gestern unter der Sieben-Tages-Inzidenz von 100, Tendenz sinkend. Und damit gehen auch Lockerungen einher. Draußen könnten also schon wieder Gäste Platz nehmen.

Lockerungen müssen noch abgesegnet werden

Allerdings sind die Lockerungen vom Gesundheitsministerium zunächst noch abzusegnen. Die Frage, ob zum Ende der Woche hin die Biergärten öffnen können, beantwortete die Kreisvorsitzende des Hotel- und Gaststättenverbands daher zwar hoffnungsfroh, aber auch mit einer Prise Vorsicht.

„Es sieht gut aus. Wir sind froh, dass wir endlich öffnen dürfen“, sagt Theresa Albrecht, Wirtin und Hotelunternehmerin aus Rohrdorf. „Aber hundertprozentig sicher sind wir noch nicht.“ Am Freitag hofft sie ihren Biergarten öffnen zu können, an diesem Tag sollen auch wieder die Touristen in Hotels übernachten können.

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Laut Auskunft des Bayerischen Gesundheitsministeriums ist der Weg zu Lockerungen klar vorgezeichnet: Nach den fünf Tagen mit einer Inzidenzzahl von unter 100 sind zwei Tage zur Umsetzung vorgesehen. „Am achten Tag können die Öffnungsschritte erfolgen“, heißt es aus München. Hierzu müssen Landkreis oder kreisfreie Stadt eine Allgemeinverfügung erlassen. Das bayerische Gesundheitsministerium muss für diese Öffnungen sein Einvernehmen erteilen.

Wer dann in den Biergarten möchte, muss einen negativen Test vorlegen, allerdings nur, wenn er sich dort mit Menschen aus einem anderen Haushalt trifft. Ansonsten geht‘s - ebenso wie übrigens für Genesene oder Zweifach Geimpfte - nach Anweisung des Personals an den Platz.

Die andern impfen schneller: Wird Rosenheim abgehängt?

Erste Lockerungen gibt es auch in der Stadt Rosenheim. Dort fiel nach fünf Tagen unter einer Sieben-Tages-Inzidenz von 150 am Montag das Maskengebot. Und ab heutigem Dienstag ist im Einzelhandel wieder Click and Meet möglich – einen negativen Test vorausgesetzt.

Das sind vorsichtige Schritte zurück in eine gewisse Normalität. Aber begleitet von Unsicherheit. Was auch mit dem Tempo beim Impfen zu tun hat: Die Kampagne hat in der Region noch nicht den gleichen Schwung wie andernorts aufgenommen.

Andere Landkreise sind beim Impfen schneller

Ein Drittel der 324 881 Einwohner in Landkreis und Stadt Rosenheim registrierten Einwohner hatte Ende der vergangenen Woche zumindest die erste Impfung erhalten.

In der Nachbarschaft war man meistens schon weiter. Bei 35 Prozent etwa im Landkreis Traunstein. Und im Landkreis Mühldorf hatten sich bereits über 40 Prozent der Einwohner die erste Impfung abgeholt. Stand Montag, 17. Mai: sogar 44,17 Prozent.

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Woran es liegt, dass die Landkreise so unterschiedliche Impfquoten verzeichnen, darüber herrscht Rätselraten. Es liegt nicht am Einsatz des Impfzentrums, dort verarbeitet man mit Energie, was man bekommt. Die Mitarbeiter der von Stadt und Landkreis gemeinsam getragenen Einrichtung auf der Loretowiese verimpfen, was da ist. Das scheint oft weniger zu sein als in anderen Landkreisen.

„Wer den Mund am weitesten aufreißt, wird am ehesten gefüttert“

Die ordern aber offenbar auch intensiver und beharrlicher. Landrat Frey (CSU) aus Starnberg etwa. Der bekam nach einem Besuch vom Gesundheitsminister eine Extralieferung bekam. „Hier gilt das Kuckucksprinzip, wer seinen Mund am weitesten aufreißt, wird am ehesten gefüttert“, schimpft Dr. Nikolaus Klecker, Bezirksvorsitzender des Bayerischen Hausärzteverbands mit eigener Praxis in Rosenheim.

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Mit der Folge, dass der Landkreis Starnberg mit 43,67 Prozent Erstgeimpften am Freitag und 44,86 Erstgeimpften am gestrigen Montag zu den Kommunen zählt, die mit besonders großen Schritten der Herdenimmunität entgegeneilen. Sind Stadt und Landkreis Rosenheim da zu zurückhaldent? Landrat Otto Lederer und Oberbürgermeister Andreas März (beide CSU) antworteten gestern auf diesbezügliche Anfragen der OVB-Heimatzeitungen noch nicht.

Impf-Sondertage in anderen Landkreisen

Andere Landkreise wie etwa Ebersberg machten durch einen Impf-Sondertag auf sich aufmerksam. In einer zum medizinischen Einsatz hergerichteten Tiefgarage wurden 1000 Impfungen mit Astra-Zeneca verabreicht. Diese Initiative hatten die Haus- und Fachärzte auf den Weg gebracht, in den örtlichen Tageszeitungen und den sozialen Medien wurde sie angekündigt. Ebersberg steht bei etwas über 38 Prozent Erstgeimpfter. Weit hinter Starnberg, aber deutlich vor Rosenheim.

Ob eine Kommune ihren Bürgern Lockerungen in Aussicht stellen kann, hängt entscheidend vom Impffortschritt ab. Daher drängen auch die Fraktionen von CSU und SPD im Rosenheimer Stadtrat auf mehr Tempo (siehe unten).

Abhängig von der Regierung von Oberbayern

Das Tempo aber hänge vom Treibstoff, sprich: der Menge des gelieferten Impfstoffs ab. Darauf weist die Stadt in einer Antwort auf die Anfrage der OVB-Heimatzeitungen hin. Man könne nicht einfach ordern, sondern sei auf die Koordinierungsstelle Impfzentren Corona der Regierung von Oberbayern angewiesen.

Die weise den Impfstoff für das gemeinsame Impfzentrum von Stadt und Landkreis Rosenheim zu. Aber nach welchem Schlüssel? Von der Regierung von Oberbayern war gestern bis Redaktionsschluss keine Auskunft mehr zu erhalten. Wie aus der Behörde zu erfahren war, kamen gestern unter anderem Mitarbeiter der Pressestelle ihrem Impftermin nach.

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