50 Millionen für Waldkraiburg

Ein Großteil des 50 Millionen Euro-Investitionspakets am Standort Waldkraiburg fließt in eine neue Produktionshalle mit Verwaltungsgebäude (rechts oben) im Gewerbegebiet an der Daimlerstraße.
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Ein Großteil des 50 Millionen Euro-Investitionspakets am Standort Waldkraiburg fließt in eine neue Produktionshalle mit Verwaltungsgebäude (rechts oben) im Gewerbegebiet an der Daimlerstraße.

Waldkraiburg – Es ist die größte Investition in der Unternehmensgeschichte: Rund 50 Millionen Euro steckt die Firma Netzsch in den nächsten drei Jahren in die Modernisierung ihres Standortes Waldkraiburg.

Unter anderem entsteht auf dem neuen Werksgelände eine hochmoderne Produktionshalle samt Hochregallager und Büro für insgesamt rund 40 Millionen Euro.

„Das ist ein klares Bekenntnis der Gesellschafter zum Standort“, betont Felix Klei nert von der Netzsch Pumpen & Systeme GmbH. Mit seinem Geschäftsführerkollegen Jens Heidkötter macht er deutlich, dass der Neubau in der Geretsrieder Straße in Waldkraiburg der erste Schritt in der Umsetzung einer neuen Strategie des weltweit führenden Pumpenherstellers ist. Bislang setzte Netzsch auf den Grundsatz „In der Region für die Region“. Künftig wird das Unternehmen die weltweite Vernetzung auch im Produktionsbereich vorantreiben.

Den Investitionen in Waldkraiburg werden Fabrikerweiterungen in den USA, in Brasilien, China und Indien folgen. Zu dem bereits bestehenden Montagecenter in Anting bei Shanghai sollen weitere Montagecenter in Südafrika, Aus tralien, Thailand, Russland, Mexiko und Indonesien hinzukommen. Die Standorte werden untereinander in einem digital unterstützten Netzwerk zusammenarbeiten. „Damit erreichen wir eine noch größere Kundennähe“, sagt Kleinert. Dafür wird das Unternehmen in den nächsten Jahren nach eigenen Angaben ebenfalls 50 Millionen Euro aufwenden.

Die Firma, die in Waldkraiburg gut 620 Mitarbeiter beschäftigt, reagiere mit der Investitionsentscheidung auch auf den Mangel an Facharbeitskräften, so die Geschäftsführer. Zusätzliche Arbeitsplätze würden aufgrund des hohen Technisierungsgrades nicht entstehen, die bestehenden aber gesichert bleiben. Kleinert: „Das sind keine menschenleeren Fabriken.“

Der Geschäftsbereich Netzsch Pumpen & Systeme GmbH hat im vergangenen Geschäftsjahr, das im Juni endete, knapp 300 Millionen Euro Umsatz gemacht, davon etwa ein Drittel in Waldkraiburg. Bei den sogenannten Excenterschneckenpumpen, die in der Chemie, in der Energieförderung sowie in der Nahrungsmittelbranche zum Einsatz kommen, ist Netzsch nach eigenen Angaben global die Nummer eins.

Begeistert reagieren Kommunalpolitiker auf das Bekanntwerden der Investitionsentscheidung. Netzsch habe sich als äußerst verlässlicher Partner der Kommunalpolitik erwiesen, sagte Bürgermeister Robert Pötzsch. Für die Stadt Waldkraiburg eröffnet der Bau der neuen Produktions- und Verwaltungseinheit ganz neue städtebauliche Perspektiven. Die Firma gibt damit ihren alten Standort in einem Wohngebiet auf. 1,6 Hektar stehen damit für eine neue Bebauung zur Verfügung.

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