E-Auto brennt in Bad Feilnbach völlig aus: Rund 50.000 Euro Schaden

Ausgebrannt ist am Sonntagmorgen ein Citroën Berlingo in Bad Feilnbach. Sein Akku hatte sich entzündet.
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Ausgebrannt ist am Sonntagmorgen ein Citroën Berlingo in Bad Feilnbach. Sein Akku hatte sich offenbar entzündet. Rund 50 Feuerwehrleute waren damit beschäftigt, ein Übergreifen der Flammen auf umliegende Gebäude zu verhindern.
  • vonKathrin Gerlach
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Schock für einen 66-jährigen Bad Feilnbacher am Sonntagmorgen (6. September): Sein Elektroauto brannte aus bislang ungeklärter Ursache aus. Der Schaden an Elektrofahrzeug und Carport wird auf etwa 50.000 Euro geschätzt. Glück im Unglück: Ein Übergreifen des Feuers auf sein Wohnhaus konnte verhindert werden.

Bad Feilnbach – Gegen 5.45 Uhr rückten 50 Kameraden der Feuerwehren Bad Feilnbach, Litzldorf und Raubling, zwei Rettungsdienstfahrzeuge und ein Streifenwagen der Polizei Brannenburg aus. In der Hocheckstraße in Bad Feilnbach hatte sich die Batterie eines Citroën Berlingo Electric entzündet. Als die Feuerwehr Bad Feilnbach eintraf, standen das Fahrzeug und der Carport in Flammen. Die Feuerwehr löschte den Brand, konnte jedoch nicht verhindern, dass der Wagen vollständig abbrannte.

Mit zehnmal so viel Wasser löschen

Ein Schwerpunkt des Einsatzes war auch die Sicherung der benachbarten Wohnhäuser: Ein Übergreifen des Feuers konnte verhindert werden. Um für den Notfall gerüstet zu sein, war die Raublinger Wehr mit der Drehleiter angerückt. „Wir hatten Glück, dass der Carport auf einer Seite fest verschalt war, und dadurch ein schnelles Übergreifen des Feuers auf die Häuser verhindert wurde“, erläutert Christian Dupier, Kommandant der Bad Feilnbacher Feuerwehr und Einsatzleiter vor Ort.

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Seit etwa drei Jahren werden die Kameraden in der Brandbekämpfung von Elektrofahrzeugen geschult. Wurden diese anfangs in Spezialcontainern unter Wasser gesetzt, um die Batterie abzukühlen, ist Wasser zwar nach wie vor das Mittel der Wahl, aber die Löscharbeiten sind einfacher geworden.

Den Kameraden von drei Wehren gelang es, ein Übergreifen des Feuers auf die Wohnhäuser zu verhindern.

„E-Fahrzeuge müssen mit extrem viel Wasser gelöscht werden“, erläutert Kreisbrandrat Richard Schrank, der am Sonntagmorgen gemeinsam mit Kreisbrandmeister Josef Kirner vor Ort war. Aufgrund der hohen Wärmeentwicklung bei einem Akkubrand von mehr als 1000 Grad Celsius müsse etwa zehnmal so viel Wasser eingesetzt werden wie bei einem normalen Pkw-Brand.

Löschangriff aus sicherem Abstand

Um ein Überschlagen des Stroms zu vermeiden, müsse der Löschangriff mit großer Vorsicht ausgeführt werden. „Bei Spannungen bis 1000 Volt ist ein Abstand von einem Meter bei Sprühstrahl und von fünf Metern bei gebündeltem Strahl einzuhalten“, erläutert Schrank. Bei Spannungen von mehr als 1000 Volt – beispielsweise bei Bränden von Trafo- oder Umspannstationen – werde aus Entfernungen von fünf bis zehn Metern gelöscht.

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Ein rettender Umstand im Bad Feilnbacher Fall sei der Brand im Freien gewesen, da die enorme Hitze entweichen konnte. „Geraten E-Autos in Tiefgaragen in Brand, kann das Feuer durch die hohen Temperaturen schnell auf andere Fahrzeuge und die Gebäude übergreifen“, blickt Schrank mit Sorge in die Zukunft.

Fahrzeug jetzt für 72 Stunden unter Beobachtung

Die Brandbekämpfung bei Fahrzeugen mit alternativen Antriebsarten stellt aber nicht nur die Feuerwehren vor neue Herausforderungen, sondern auch die Abschleppunternehmen. „Wir haben die Batterie zusätzliche gekühlt, ihre Umkapselung aufgebrochen und direkt Wasser einlaufen lassen“, erläutert Kommandant Dupier. Trotzdem bleibe die Gefahr, dass sich die Batterie immer wieder neu entzünde.

„Speziell geschulte Entsorgungsfirmen müssen das Fahrzeug mit Spezialgeräten sichern. Danach muss es für 72 Stunden an einem sicheren Verwahrort im Freien abgestellt und beobachtet werden“, erläutert Schrank.

Die Ursache für den Brand ist noch ungeklärt. Erste Ermittlungen vermuten einen technischer Defekt. Bei dem Brand wurden keine Personen verletzt.

Angst vor Elektroautos ist unbegründet

„Ein brennendes Elektroauto erregt viel Aufmerksamkeit, da die Technologie noch neu ist und die Menschen dementsprechend aufmerksam sind. Angst ist dagegen unbegründet“, sagen die Experten des ADAC-Technik-Zentrums. Es gebe keine Hinweise darauf, dass Elektroautos mit oder ohne Unfalleinwirkung eher zum Brennen neigen als Autos mit Verbrennungsmotor.

Selbstentzündung ist extrem selten

Kritisch könne es werden, sobald die Schutzmechanismen der Antriebsbatterie infolge eines schweren Unfalls verformt und damit beeinträchtigt worden seien. Im schlimmsten Fall könnten die Zellen in der Antriebsbatterie „durchgehen“. Dann brennt die Antriebsbatterie und muss durch die Feuerwehr mit viel Wasser gelöscht werden.

Die Selbstentzündung eines Elektroautos ohne externe Einwirkung währender der Fahrt, im Stand oder beim Laden aufgrund eines technischen Defektes sei extrem selten.

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