Gastbeitrag

30 Jahre Deutsche Einheit – Bundestagsabgeordnete Ludwig: „Voller Zuversicht für die Zukunft“

Daniela Ludwig. Foto: Simon Witte
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Daniela Ludwig. Foto: Simon Witte

Die Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990 hatte sie als Gymnasiastin verfolgt, heute bestimmt Daniela Ludwig (CSU) aus Kolbermoor als Bundestagsabgeordnete selbst die Geschickte der Bundesrepublik Deutschland mit. In einem Gastkommentar bewertet sie das Zusammenwachsen zwischen Ost und West.

Von Daniela Ludwig

Kommentar – Als am 3. Oktober 1990 um Mitternacht am Reichstag in Berlin erstmals die bundesdeutsche Flagge für alle Deutschen wehte, haben wir Geschichte geschrieben. In dem Moment wurde wiedervereint, was viel zu lange getrennt war.

Damals war mir als Gymnasiastin in Rosenheim natürlich nicht bewusst, dass ich später genau an dem Ort als Bundestagsabgeordnete Verantwortung für meine Heimat übernehmen würde, wie selbstverständlich durch das Brandenburger Tor zur nächsten Sitzung laufe und mein Büro im ehemaligen Niemandsland haben werde. Wo früher Menschen bei Fluchtversuchen an der innerdeutschen Grenze erschossen wurden, treffen sich heute Touristen oder Schulklassen aus aller Welt.

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Inzwischen lebt bereits eine Generation, die von der Teilung Deutschlands nur noch aus Geschichtsbüchern liest, die sich gar nicht mehr vorstellen kann, wie es ist, nicht uneingeschränkt reisen zu können –und das nicht nur innerhalb Deutschlands, sondern inzwischen europa- und sogar weltweit.

Für Deutschland war die Wiedervereinigung ein beispielloser Glücksfall und wir haben daraus eine echte Erfolgsgeschichte nach Kaltem Krieg und zwei Weltkriegen geschaffen. Es war mutig und es bedurfte immenser finanzieller Anstrengungen, ein ganzes Land mit 16 Millionen Einwohnern, das vier Jahrzehnte lang unter kommunistischer Diktatur gelitten hatte, aus der Krise zu holen. Das war eine Kraftanstrengung, die ihresgleichen sucht und an der in Ost und West so viele engagierte Menschen ihren Anteil haben.

Natürlich lassen sich Unterschiede, die sich in jahrelanger Teilung entwickelten, nicht von heute auf morgen komplett ausradieren, aber sie wachsen sich stetig aus und werden schon bald völlig der Vergangenheit angehören. Es existieren inzwischen nicht mehr Gefälle zwischen Ost und West, sondern wir halten heute eher die unterschiedlichen Bedürfnisse von Ballungsgebieten und ländlichen Regionen deutschlandweit im Blick.

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Ich bin voller Zuversicht für die Zukunft, denn wir schauen gemeinsam nach vorn und treiben Innovation und Wettbewerbsfähigkeit vereint voran. Jetzt gilt es, auch den neuen, vielschichtigen Herausforderungen als geeintes Deutschland mit ganz viel Kraft und Leidenschaft zu begegnen. Und wenn wir uns dabei hin und wieder an die Aufbruchstimmung Anfang der neunziger Jahre erinnern, können wir tatsächlich alles schaffen.

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