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Am 15. März ist Tag der Rückengesundheit: Aktiv werden mit „bewegtem Sitzen“

Rückenprobleme nehmen zu: Zu spüren bekommen das auch die Physiotherapiepraxen, die zahlreiche neue Patienten aufnehmen.
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Rückenprobleme nehmen zu: Zu spüren bekommen das auch die Physiotherapiepraxen, die zahlreiche neue Patienten aufnehmen.
  • VonElisabeth Kirchner
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„Ich hab Rücken“ – wer kennt das nicht? Gerade jetzt, in Zeiten von Homeoffice, geschlossenen Fitnessstudios und Ausgangsbeschränkungen, muten wir unserem Rücken viel zu. Was Experten deshalb raten.

Rosenheim – Der Tag der Rückengesundheit, seit knapp 20 Jahren am 15. März bundesweit „zelebriert“, steht dieses Jahr unter dem Motto „Kein Bock auf Rücken? Entdecke Rückenschule 2.0“ mit einem ganzheitlichen Zehn-Punkte-Maßnahmenpaket.

Ärzte, Physiotherapeuten und Fitnessstudios der Region können sich diesen Empfehlungen nur anschließen, denn, so Dr. Mostafa Mosafer, Chefarzt des Wirbelsäulen- und Skoliosezentrums der Schön-Klinik Vogtareuth: „Prävention ist der Schlüssel zum Erfolg.“

Der Experte holt zu einem kleinen Exkurs aus: Die Wirbelsäule als zentrale Körperachse müsse einerseits unsere aufrechte Körperhaltung gewährleisten, andererseits biegsam genug sein, um Bewegungen wie Drehen, Beugen oder Heben zu ermöglichen. Die Bandscheibe, zwischen zwei Wirbelkörpern der Wirbelsäule, diene neben einer gelenkigen Verbindung vor allem als Puffer oder Stoßdämpfer.

Rückenprobleme haben im vergangenen Jahr zugenommen

Mosafer sieht eine Zunahme über das vergangene Jahr an funktionellen Rückenproblemen. Diese seien auf Bewegungsmangel, Ernährung, Stress oder falsche (Sitz-)Haltung zurückzuführen, äußerten sich aber ähnlich wie strukturelle Schmerzen beispielsweise durch einen Verschleiß der Bandscheibe. Beide Probleme seien behandlungsbedürftig, aber bei den funktionellen könne man mit gezielten Übungen verhindern, dass es zu strukturellen Problemen kommt.

Dr. Mostafa Mosafer, Chefarzt des Wirbelsäulen- und Skoliosezentrums der Schön-Klinik Vogtareuth, erklärt die Bedeutung der Bewegung für den Rücken.

Auch ein ergonomischer Arbeitsplatz könne Abhilfe schaffen, ohne dafür tief in die Tasche greifen zu müssen. Ein Drucker oder Papierkorb in einer anderen Zimmerecke sorgen dafür, dass man öfters vom Schreibtisch aufstehen muss. Wer auf einem Sitzball oder Hocker sitzt, trainiert wichtige Halte- und Rückenmuskeln, ein Monitor auf Augenhöhe entlaste Schultern und Nacken.

Ähnlich sehen das Dr. Martin Weiß, Facharzt für Allgemeinmedizin in Rosenheim, und seine Frau Dr. Juliane Weiß vom „Kieser Training“: „Ein bewegtes Sitzen ist besser.“ Dr. Martin Weiß schwört auf den Swopper, einen Aktiv-Bürostuhl mit Federbein.

Theraband, Liegestützen oder auch nur Strecken

Simon Aicher von „Physio Aicher“ in Rosenheim rät seinen Rücken-Patienten ebenfalls zu einem ergonomischen Arbeitsplatz. Auch Aicher und Weiß betonen die Wichtigkeit gezielter Übungen. Auf der Webseite von Kieser-Training könne man Übungen „für zuhause“ finden, die auf Krafterhalt zielen und mit einer Matte, einem Stuhl und zwei Wasserflaschen als Hantel-Ersatz auskommen. Liegestützen, Klimmzüge oder Sit-ups – Klassiker seien immer „gut für die oberflächlichen Muskeln,“ so Weiß.

Mosafer empfiehlt Übungen mit dem Theraband: „Damit werden gelenkschonend Muskeln in der Rücken- und Nackenpartie aufgebaut.“ Er strecke „auch mal gerne zwischendurch“ seinen Nacken. Dabei steht man aufrecht an der Wand und bemüht sich um Schulterblattspannung nach unten in Richtung Kreuzbein, ohne das Kinn Richtung Brust einzuziehen und ohne den Kopf von der Wand abzuheben.

Die Schön-Klinik hat einige Videos zum Thema Rückengesundheit auf dem eigenen Youtube-Kanal produziert – zu finden unter „Rückentraining im Alltag“

Aicher empfiehlt ebenfalls sogenannte Rückenfit-Programme, die man sich übers Netz oder YouTube runterladen kann.

Körpergewebe wie Muskeln und Bänder brauchen regelmäßige Belastung, um leistungsfähig zu bleiben.

Bewegung statt Tablet und Handy für Kinder und Jugendliche

Dauernde Unterforderung durch mangelnde Bewegung lässt die Strukturen des Bewegungsapparats verkümmern, erläutert Mosafer weiter. Kinder und Jugendliche, die mehr Zeit vor dem Tablet und mit dem Handy verbringen, als sich mit Freunden zu treffen oder im Sportverein auszutoben, können Haltungsschäden im Wachstumsalter davontragen, was später viel schwerer zu behandeln sei.

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Das Bewegungsverhalten in der Jugend präge das Bewegungsverhalten im Erwachsenenalter, so Weiß. Sport fördere Disziplin und helfe auch gegen ein paar Pfunde zu viel, das sei für alle Altersgruppen ein Extra-Bonus, meint Aicher. Bewegung gegen Rückenschmerzen im späteren Alter, Prävention als Schlüssel zum Erfolg – gut, dass man daran am Tag der Rückengesundheit erinnert wird.

Aktion Rücken 2.0

Seit 2002 steht der 15. März in Deutschland für den bundesweiten Tag der Rückengesundheit. Der vom „Bundesverband deutscher Rückenschulen“ und der „Aktion Gesunder Rücken“ initiierte Aktionstag ruft primär zur aktiven Prävention auf. Dieses Jahr steht „Rücken 2.0“ mit einem ganzheitlichen Maßnahmen-Paket gegen Rückenbeschwerden im Mittelpunkt.

Zuhause üben

Videos der Schön-Klinik zum Thema Rückengesundheit sind auf dem hauseigenen YouTube-Kanal zu finden, unter „Rückentraining im Alltag“ und „Übungen für Jedermann“.“Kieser Training“ bietet ebenfalls ein Programm an, unter www.kieser-training.de.

Weitere Informationen unter www.agr-ev.de.

Neben einer ergonomischen Umfeldgestaltung wird dazu aufgerufen, Stress zu vermeiden, weil es die Muskelspannung erhöht. sowie bei Rückenbeschwerden locker zu bleiben, denn diese entstehen auch im Kopf. Wichtig sei, regelmäßig Sport zu treiben, achtsam und entspannt zu bleiben und die Balance zwischen Belastung und Erholung zu halten.

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