Zweiter Fall in der Region: Bienenvolk in Wasserburg gestohlen - Sind Banden am Werk?

Acht Jungvölker hatten die Großkarolinenfelder Bienenzüchter herangezogen, zwei verschwanden.
+
Acht Jungvölker hatten die Großkarolinenfelder Bienenzüchter herangezogen, zwei verschwanden.
  • Sylvia Hampel
    vonSylvia Hampel
    schließen

Laien scheint es unmöglich, ein Bienenvolk zu klauen. Doch in der Region ist genau das nicht nur einmal passiert, sondern zwei Mal. Der jüngste Bienen-Klau geschah sogar mitten in Wasserburg.

Update 2. Juli

Imker ließ Insekten nur kurz aus den Augen

Wasserburg - Am Montagabend (30. Juni) wollte ein Imker eigentlich nur ein ausgeschwärmtes Bienenvolk wieder eingefangen. Die Insekten waren in der Wasserburger Innenstadt im Bereich des Palmanogarten unterwegs. Doch Diebe ließen ihn die Arbeit machen, um dann das Bienenvolk zu klauen.

Der Imker benutzte einen sogenannten Schwarmfangkasten, um die Insekten wieder an ihren eigentlichen Heimatort transportieren zu können. Diesen Kasten ließ er für kurze Zeit unbeobachtet zurück.

Als der Imker zurückkam, war der Schwarmfangkasten laut Polizei Wasserburg aber nicht mehr da. Hinweise über den Verbleib des Bienenschwarmes bitte an die Polizeiinspektion Wasserburg unter der Telefonnummer 08071/9177-0.

Der Fall in Wasserburg ist der zweite Diebstahl eines Bienenvolkes innerhalb weniger Tage. Am 24. Juni wurde in Großkarolinenfeld ein Volk gestohlen. Dort betroffene Imker gehen davon aus, dass Banden am Werk sein könnten.

+++


Erstmeldung (24. Juni)

Großkarolinenfeld – Wer klaut denn um Himmels Willen Bienenvölker? „Das ist gar nicht so selten, es kommen regelmäßig Völker weg“, sagt Andrea Hanus, die stellvertretende Vorsitzende des Bienenzuchtvereins (BZV) Großkarolinenfeld. Dem Verein passierte jetzt genau das.

Diebstahl abgebrochen?

Vom Lehrbienenstand an der Pfaffenhofener Straße verschwanden zwischen Montag Nachmittag und Dienstag früh zwei Jungvölker. „Ein dritter Kasten stand schon ganz schief, es sieht fast so aus, als wäre der Dieb unterbrochen worden“, so Andrea Hanus. Die Polizei Bad Aibling ermittelt.

Dass von dem sogenannten „Freiaufsteller“ neben dem Lehrbienenstand zwei Völker fehlen, bemerkte die Frau des Vorsitzenden, als sie die Ablegervölker füttern wollte. Insgesamt befanden sich dort acht Völker, die für Jung- beziehungsweise Neuimker als Einstiegsgeschenk des Vereins bestimmt sind. „Wir haben auch erstmal unsere neuen Imker abtelefoniert, ob sich eventuell einer schon Völker geholt hat, und erst dann Anzeige erstattet“, sagt Hanus.

Erfahrene Imker bilden Ableger

Die Jungvölker werden von erfahrenen Imkern als Ableger aus Stammvölkern gebildet, erklärt Max Sollinger, Beisitzer im Vorstand, und wenn sie sich entsprechend gut entwickelt haben, werden sie an die Jungimker abgegeben.

Lesen Sie auch: Der Corona-Ticker – Aktuelle Entwicklungen zu Covid-19 in der Region, Bayern und der Welt

Solche Völker haben laut Sollinger eine Stärke von 5000 bis 10.000 Bienen. Im Vergleich dazu hat ein Stamm- beziehungsweise Wirtschaftsvolk um diese Zeit etwa 40.000 bis 50.000 Bienen.

Diebstähle im großen Stil nicht selten

Der BZV als Verein ist jetzt das erste Mal von einem Diebstahl betroffen. Einzelnen Mitgliedern sei es aber schon passiert, so Hanus, und in der Region nehme der Bienendiebstahl derzeit wieder zu. Es seien ganze Banden unterwegs, die Bienenvölker samt Kästen im großen Stil stehlen und per Lkw abtransportieren, erklärt die stellvertretende Vorsitzende.

„Die lassen sich gut verkaufen, haben pro Wirtschaftsvolk mit Kasten einen Wert von 200 bis 300 Euro“, so Hanus. Bei den Ablegern sei der Wert geringer. Frustrierend sei der Diebstahl trotzdem, denn die Arbeit von zwei Monaten ist weg.

Kommentare