Größte Einzelspende seit Beginn der Aktion

100.000 Euro für OVB-Weihnachtsaktion: Das bewegte Hans Borowski aus Brannenburg zur Rekord-Spende

„Das ist wirklich außergewöhnlich“, zeigt sich OVB-Redaktionsleiter Willi Börsch (links) beeindruckt angesichts der 100 000-Euro-Spende von Hans Borowski aus Brannenburg für die OVB-Weihnachtsspendenaktion.
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„Das ist wirklich außergewöhnlich“, zeigt sich OVB-Redaktionsleiter Willi Börsch (links) beeindruckt angesichts der 100 000-Euro-Spende von Hans Borowski aus Brannenburg für die OVB-Weihnachtsspendenaktion.
  • Rosi Gantner
    vonRosi Gantner
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Es handelt sich um die höchste Spendensumme seit Bestehen der OVB-Weihnachtsspendenaktion: 100.000 Euro hat Hans Borowski aus Brannenburg überwiesen! Der 78-Jährige ist Senior-Chef der Rosenheimer Firma Meirandres. Was ihn zu seiner großherzigen Handlung bewogen hat, verrät er im Gespräch mit den OVB-Heimatzeitungen.

Brannenburg – Es war Samstagmorgen, am Frühstückstisch im Hause Borowski lagen wie stets die OVB-Heimatzeitung griffbereit. Dabei stach dem 78-Jährigen ein Artikel besonders ins Auge: die Geschichte über Hanne (9), die im Haus Christophorus unweit von Borowski entfernt lebt. Hanne ist durch eine Genmutation schwerst mehrfach behindert, ist blind, sitzt im Rollstuhl – und lässt dennoch mit ihrem Lachen die Sonne in der Einrichtung aufgehen.

Kinderlachen bewegte

„Wenn ein Kinderlachen mehr als 1000 Worte sagt“, so ist der Bericht getitelt, der Einblick in die aktuelle Weihnachtsspendenaktion „OVB-Leser zeigen Herz“ gibt. Sie ist dem Haus Christophorus gewidmet, das schwerst beeinträchtigten Kindern aus ganz Oberbayern, die teils palliativ-medizinisch betreut werden müssen, eine Heimat bietet. Das Haus soll nun erweitert werden.

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+++ Mit der diesjährigen Weihnachtsaktion unterstützten die OVB-Heimatzeitungen das Haus Christophorus in Brannenburg. Hier finden Sie unsere Themenseite zur OVB-Weihnachtsaktion. Alle Informationen zur Aktion gibt es hier. Sie wollen für die OVB-Weihnachtsaktion spenden? Hier geht‘s zum Spendenformular. +++

Erinnerungen kamen hoch

Borowski erzählt, er sei regelrecht in Hannes Geschichte versunken. Eigene Erinnerungen kamen hoch. Als er selbst vor Jahrzehnten, damals noch Chef der Firma Meirandres (Sanitär), die nun seine beiden Töchter weiterführen, in dem Brannenburger Haus bei Umbauten beschäftigt war. Schon damals habe ihn die Einrichtung schwer beeindruckt, erinnert er sich. Die Fürsorge, die Menschlichkeit.

Geschäftsmann und Sportler

Damals stand Borowski selbst noch mitten im Leben: als Geschäftsmann, aber auch als leidenschaftlicher Sportler. Skifahren, Langlauf, Bergsteigen und seine große Leidenschaft Tennis – der gebürtige Rosenheimer glänzte sogar beim Engadiner Skimarathon und war fit bis ins hohe Alter.

Von heute auf morgen alles anders

Das änderte sich vor vier Jahren: In seiner „zweiten Heimat“ St. Moritz, wo er mit seiner Frau Christl viel Zeit verbrachte, erlitt er einen Schlaganfall. Per Hubschrauber ging es in die Klinik nach St. Gallen. „Die Ärzte meinten damals, dass es fraglich sei, ob man mich retten könne“, erinnert er sich. Doch: Er kämpfte sich zurück. Nach Wochen in der Neurologischen Klinik Bad Aibling entließ er sich selbst, wollte wieder nach Hause nach Brannenburg, wo ihn von nun an seine Frau pflegte.

2019 ein weiterer Schicksalsschlag

Dann im Januar 2019 der nächste Schicksalsschlag: Borowskis über alles geliebte Frau erlitt eine Gehirnblutung, von der sie sich nie mehr erholte – und schließlich am 2. März im Alter von 79 Jahren verstarb.

Und eben seiner großen Liebe Christl, mit der er 53 Jahre verheiratet war, widmet der 78-Jährige nun die 100 000-Euro-Spende. Denn seine Frau, gelernte Kindergärtnerin, sei seit jeher sozial engagiert gewesen. „Kinder lagen ihr schon immer am Herzen“, so Borowski.

Christl Borowski sozial engagiert

Noch zu Zeiten, als sie für die SPD dem Rosenheimer Stadtrat angehörte, sei ihr Wunsch gewesen, einen Kindergarten zu errichten. Nach dem Umzug nach Brannenburg war Christl Borowski dort im Gemeinderat tätig (1984 bis 2001), habe sich sehr für das Gemeinwohl eingesetzt, wie Bürgermeister Matthias Jokisch zu ihrem Tode betonte. Doch nicht nur politisch sei sie aktiv gewesen, sie habe stets auch mitangepackt, erinnert sich der Witwer. Selbst „Essen auf Rädern“ habe sie für die AWO ausgefahren.

Christl Borowski, 2019 verstorben.

Kindern und dem Heim helfen

Und: Christl Borowski sei zudem sehr spendenfreudig gewesen – eine Erinnerung, die ihren Mann nun zu dieser äußerst großzügigen Entscheidung bewogen hatte. „Ich habe nach dem Lesen des Artikels keine fünf Minuten gebraucht, dann war alles klar.“ Er selbst sei nach seinem Schlaganfall zwar gehandicapt und halbseitig gelähmt – aber er könne sich, aufgrund seines Wohlstands, gute Therapien und Pflege leisten. „Mit dieser Spende will ich nun den Kindern und diesem hervorragenden Heim helfen.“

Spende der Familie Kathrein

Eine Spendensumme, die nicht nur bei Heimleiterin Alexandra Huber beeindrucktes Staunen und tiefe Dankbarkeit auslöste, sondern auch bei den OVB-Heimatzeitungen. Höchster Spendenbetrag waren zuletzt knapp 29 000 Euro im Jahr 2012 – als die Familie von Professor Dr. Anton Kathrein nach dessen Tode anstatt Kränzen Spenden für Kinder in Not erbat und ein Drittel der Summe der OVB-Weihnachtsaktion „Ein Zuhause für Kinder in Not“ gab.

Verleger Oliver Döser: Mein herzlichster Dank

Die Spende aus Brannenburg topt nun alles. Verleger Oliver Döser: „Was für eine unglaubliche Spende, deren Höhe einmalig in der Geschichte der OVB-Weihnachtsspendenaktion ist. Für die Kinder des Hauses Christophorus macht mich das sehr glücklich. Mein herzlichster Dank gilt Hans Borowski und seiner Familie für ihre außergewöhnliche Großherzigkeit!“

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