Bundesweiter Warntag: Was die zuständigen Stellen aus der verspäteten Warnung lernen wollen

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In den meisten Gemeinden im Landkreis Rosenheim sind Sirenen abgebaut oder abgeschaltet worden. Deshalb kommen Katastrophenwarnungen meist über spezielle Apps auf dem Handy. Viele Nutzer klagen über eine deutliche Verspätung der Test-Warnung.

Update 10. September, 15.55 Uhr

Technik hält bundesweiter Katastrophenwarnung nicht statt

Die Technik hat offenbar beim bundesweiten Test der Warn-App dem „Ansturm“ nicht standgehalten. Das ist die Erklärung des Bundesamtes für Bevölkerungs- und Katastrophenschutz in Bonn für die verspätete Zustellung der Warnung. Grund laut der Behörde: eine nicht vorgesehene zeitgleiche Auslösung einer Vielzahl von Warnungen. „Das im Vorfeld mit den beteiligten Partnern besprochene Auslösekonzept sah eine reine Auslösung durch den Bund vor“, erklärt eine Sprecherin.

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Der Warn-Tag sollte der Erprobung der technischen Warnsysteme und der vorhandenen Schnittstellen dienen. „Das gesehene technische Phänomen liefert wichtige Erkenntnisse für den Ausbau und die notwendige weitere Abstimmung zwischen den beteiligten Stellen in Bund und Ländern und wird in der weiteren Entwicklung berücksichtigt“, schreibt das Bundesamt auf OVB-Anfrage. Die Ergebnisse des Warn-Tags würden jetzt aus den Kommunen und Ländern zusammengetragen.

Hier können Sie die Katastrophen-Warnapp NINA downloaden:

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Update 10. September, 13.07 Uhr

Rosenheim – Test gelungen – oder misslungen? Mit Verzögerung schlugen heute zum bundesweit ersten „Test-Warntag“ die Warnungen in Stadt und Landkreis Rosenheim auf: Nicht wie angekündigt punkt 11 Uhr, sondern erst mit einer Verspätung von 14 Minuten gelangten die Benachrichtigungen über die Warn-App „NINA“ aufs Smartphone – und das auch nicht bei jedem als Direktnachricht auf dem Handydisplay, sondern erst ersichtlich, wenn man die App manuell öffnet und aktiv nach der Warnung sucht.

Minutenlang kommt keine Warnung

Grund der Verzögerung? Dazu konnte der Sprecher des Landratsamtes Rosenheim, Michael Fischer, aktuell noch keine konkrete Auskunft geben – „möglicherweise Überlastung“. Denn als sich minutenlang nichts tat, hat das Landratsamt kurzerhand selbst ausgelöst – und um 11.14 Uhr die Warnung für Stadt und Landkreis Rosenheim hinausgejagt. Um 11.22 Uhr folgte die Entwarnung.

Ursprünglicher Plan war, dass die Nationale Warnzentrale Bonn aus dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe die Warn-App „NINA“ auch für Stadt und Landkreis Rosenheim auslöst – was jedoch auf sich warten ließ. Deren Warnung schlug erst um 11.31 Uhr in Rosenheim auf – mit gut einer halben Stunde Verspätung (Entwarnung: 11.40 Uhr).

Das Wirrwarr um die Testwarnung löste auch bei den App-Nutzern in der Region Verwunderung aus, wie sich auf der Facebookseite der OVB-Heimatzeitungen zeigt:

Landratsamt zufrieden mit dem Testlauf der Warn-Nachrichten

Für Sprecher Fischer dennoch kein Grund zur Besorgnis. Er bewertet den Test aus Sicht von Stadt und Landkreis als gelungen: Kaum selbst ausgelöst, sei die Nachricht auf den Smartphones aufgeschlagen – „innerhalb von zwei Sekunden. Es funktioniert also aus unserer Sicht“.

Sirenen waren bei dem bundesweiten Warn-Test in der Region indes kaum mehr zu hören, weil meist abgebaut oder außer Betrieb. Stadt und Landkreis setzen vielmehr auf Push-Mitteilungen statt Heulton – sollten sie denn funktionieren.

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Die Erstmeldung vom 9. September

Rosenheim – Nur noch in wenigen Gemeinden in der Region warnen Sirenen im Notfall. Deswegen sollten Sie den Warntag am 10. September als Anlass nehmen, um einen Alarm bei schwerwiegenden Gefahren für die öffentliche Sicherheit nicht zu verpassen! Der Landkreis Rosenheim setzt auf die Warn-App „NINA“.

Wenn Sie die App rechtzeitig auf ihr Smartphone laden, erhalten Sie um 11 Uhr eine Push-Mitteilung auf ihr Smartphone.

Was passiert am Warntag?

Bund und Länder haben vereinbart, am 10. September die technische Infrastruktur für Warnungen in ganz Deutschland zu testen. Dann heulen im ganzen Land die verbleibenen Sirenen, die Warnungen erscheinen auf der Straße an digitalen Anzeigetafeln, im Internet oder eben auf dem Handy: Die kostenlose App „NINA“ steht für Notfall-Informations- und Nachrichten-APP. Über diese gibt es Auskünfte zu drohenden Gefahren im Heimatort oder in der Region.

Der bundesweite Warntag findet erstmals nach der Wiedervereinigung statt. Er wird vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe durchgeführt und soll künftig jährlich jeweils am zweiten Donnerstag im September erfolgen.

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Durchaus nötig, meint das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) in Bonn. Sein Präsident Christoph Unger sagt: «Wir glauben, dass es ungemütlicher werden wird.» Stichwort Klimawandel. «Es gibt konkrete Erfahrungen, wie beispielsweise die Jahrhundertflut 2002 an der Elbe, die unzählbaren Starkregenereignisse der letzten Jahre.» Sogar Erdbeben seien denkbar, etwa in der Kölner Bucht. 

Die Konsequenz der Katastrophenschützer: «Die Menschen müssen besser vorbereitet sein.» Unger zitiert in diesem Zusammenhang gern den alten Goethe: «Wer vorsieht, ist der Herr des Tages.»

Im Notfall: So müssen Sie vorbereitet sein

Unger rät den Bürgern, immer für zehn Tage Vorräte zu Hause zu haben. Das hat in seinen Augen nichts mit Panikmache zu tun. Er fühle sich in seiner Rolle manchmal wie die Figur Kassandra aus der griechischen Mythologie. «Die hat ja auch immer auf irgendwelche Dinge hingewiesen - und keiner hat ihr geglaubt.»

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Mit Corona hat der Warntag direkt nichts zu tun. «Die Planungen für diesen Warntag sind schon zwei Jahre alt, da hatten wir von Corona noch keinen Schimmer. Aber natürlich ist es durch Corona verstärkt worden. Wir haben unsere Warnapp NINA zum Beispiel erweitert um Informationskanäle zu Corona.» Die Warn-App sei während der Pandemie zu einem wichtigen Instrument der Warnung und Information durch die Bundesregierung geworden. Andere Warn-Apps sind BIWAPP (Bürger Info und Warn App), KATWARN sowie diverse regionale Warn-Apps.

Eine bundesweite Warnung ist in der Realität unwahrscheinlich. Bei einem Terroranschlag, einer Giftwolke oder einem Stromausfall würde wohl nur regional gewarnt. Aber auszuschließen sei eben auch nichts, meint das in Bonn ansässige Bundesamt. Und es sei immer gut, wenn man wisse, wie und wo man sich schnell informieren könne. Im BBK-Werbefilm erlebt Godzilla jedenfalls eine aus seiner Sicht böse Überraschung - dank Warn-App NINA. (Mit Material von dpa)

Rubriklistenbild: © Rolf Vennenbernd/dpa

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