Ein Zeugnis des Glaubens abgelegt

Ein einziger Lobpreis auf Gottes Größe – dem Audorfer Chor gelang bei seinen Gopselkonzerten „Shout to the Lord“ in der Oberaudorfer Pfarrkirche und in der altkatholischen Kirche in Rosenheim Erstaunliches: Zum einen knüpfte der neue musikalische Leiter Drummond Walker mit einem Medley von bekannten Worship-Songs, die in Oberaudorf seit Rosi Bergers Zeiten sozusagen schon Kultstatus haben, geschickt an vergangene Zeiten an, zum anderen wagte er mit der „Gospel Mass“ von Robert Ray einen großen Schritt in die Zukunft. Mit das größte Problem des Audorfer Chors war ja immer das Maß an der Vergangenheit.

Mit den jetzigen Konzerten traten die Sänger aber aus diesem – mitunter sehr belastenden – Schatten heraus. Dieser Schritt ins Licht ist vor allem Drummond Walker zu verdanken: Er agierte schlichtweg mitreißend – und scheute sich nicht, Zeugnis seines Glaubens abzulegen. Seine Version von „Amacing Grace“, von militärischem Trommelschlag untermalt, ist durchaus als politische Botschaft zu werten: Walker nahm damit mit Blick auf die neu geschaffene Flüchtlingsunterkunft im Parkhaus in Erl (wir berichteten) musikalisch Stellung zu den überwiegend dramatischen Beweggründen von Flucht und Vertreibung.

Das Konzert mündete schließlich in die Gospelmesse von Robert Ray, der dieses Stück, das von Gospel, Jazz und Soul geprägt ist, in den 80er-Jahren geschrieben hat. Das fulminante Amen zum Schluss zeugte von der soliden sängerischen Qualität des Chors, der sich mit seinen Konzerten erneut mutig zur Größe Gottes bekannte. ge

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