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Kunstverein Bad Aibling

Zeitenwende in Bildern und Skulpturen

Siglinde Schelkle, „Wer gewinnt?“, Keramik im Erdbrand, 2022.
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Siglinde Schelkle, „Wer gewinnt?“, Keramik im Erdbrand, 2022.

„Zeitenwende“ heißt das aktuelle Thema der Mitgliederausstellung des Bad Aiblinger Kunstvereins. Neben Bildern zum Ukrainekrieg werden auch andere Schwierigkeiten unserer Zeit adressiert.

von Ute Bösswetter

Bad Aibling – 45 Mitglieder des Kunstvereins Bad Aibling haben sich dem Thema „Zeitenwende“ in Bildern, Skulpturen und begleitenden Texten gestellt. Wochen zuvor war dieses Thema von den Vorstandsmitgliedern ausgewählt und frühzeitig bekannt gegeben worden. Erstaunlich viele bildnerische Interpretationen zeigt die Ausstellung zu dem Begriff, der im Februar dieses Jahres im Zusammenhang mit dem Ukrainekrieg wieder auflebte. Dargestellt werden aber auch andere Probleme unserer Zeit.

In der Manier alter Meister

Gleich im Eingangsbereich begrüßt die Besucher eine Darstellung der Malerin Nadja Lindenbeck-Menzel. Das Werk trägt den Titel „Harmagedon“ und weist auf die Offenbarung des Johannes hin. In der Manier alter Meister zeigt das Bild zwei Gesichtshälften, links die von Jesus und rechts die des Lammes Gottes. Während die eine Seite der Bildtafel - das Gesicht Jesu - nur mit schwarzer Farbe unterlegt ist, trägt die andere Hälfte als Untergrund einen langen lateinischen Text.

Nadja Lindenbeck-Menzel, „Harmagedon“, Acryl, Pinsel, Spachtel, 2022.

Sowohl die Gesichter als auch die Schrift sind mit großer Akribie gemalt. Das Werk vermittelt den Eindruck, als wolle die Künstlerin dem Chaos dieser Welt mit ihrer besonderen Sorgfalt entgegentreten.

Greta Thunberg im Bild

Genau gegenüber hängt eine ganz andere Version zum Thema „Zeitenwende“. Unter dem Titel „einskommafünf Grad“ hat Anja Fenzel sich an eine Darstellung von Greta Thunberg gewagt Das Werk gibt die Ernsthaftigkeit wieder, mit der Thunberg ihr Engagement für die Rettung unserer Erde vertritt. Gemälde von Bränden als Ergebnis der Trockenheit und menschlichem Leichtsinns tauchen mehrmals auf. Christine Schönmetzler nennt ihr Aquarell, auf dem bogenförmig kleine Flammen durchs Unterholz züngeln, schlicht „Es brennt“.

Anja Fenzel, „einskommafünf“, Acryl, Collage, Marker, 2020.

Im Begleittext erinnert sie an die Erkenntnisse des Club of Rome, nur außerordentliche Kehrtwenden könnten die Menschheit noch retten. In Ingeborg Benninghovens Flammenbild brennen gleich mehrere Gebäude. Auch der Vulkanausbruch im Bild von Claudia Simon lässt an die Überhitzung der Erde denken, länger und heftiger werden die Ausbrüche. Von zwei Künstlern gibt es die Darstellung eines Globus. Hajo von Oertzen schuf eine Erdkugel aus den Materialien Silber, Bronze und Messing, silbern die Kugel, aus den anderen Materialien die darauf gefügten Applikationen wie zum Beispiel ein Panzer. Das Werk symbolisiert die Wende zu einer von „Armut, Not und Angst“ geprägten Zeit. Eine Erdkugel aus Keramik formte Siglinde Schelkle, ein Wasserhahn ragt daraus hervor, zu verstehen als Mahnung, vorsichtig mit unseren Ressourcen umzugehen.

Alle Lebensbereiche von Wandel betroffen

Klein, aber bedeutend hängt das Bild von Thomas Huber an der Wand. Die Fotografie zeigt leere Kirchenbänke im hinteren Teil einer Kirche. Nicht Worte dokumentieren dieses Bild, sondern Zahlen. Zwischen 2011 und 2021 hat sich die Anzahl der Kirchenaustritte mehr als verdoppelt: 639 338 Personen haben die Kirchen im vergangenen Jahr verlassen.

Thomas Huber, „Ort der Besinnung“, Fotografie 2022.

Die bildnerischen Auseinandersetzungen mit den Problemen unserer Gegenwart führt dem Betrachter vor Augen, wie sehr fast alle Lebensbereiche, alle Denkweisen von einem Wandel betroffen sind.

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