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Ein wundersames Künstlerleben ging zu Ende

Josef Hamberger † re
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Josef Hamberger † re

Rosenheim – Er war einer der bedeutendsten Bildhauer sakraler Kunst in Bayern: Josef Hamberger.

Vergangene Woche ist der Rosenheimer Künstler im Alter von 93 Jahren gestorben. Mit seinen Werken gestaltete er nicht nur zahlreiche Kirchen und Altarräume, sondern auch das Rosenheimer Stadtbild. Auch schuf er den Bischofsstab für Kardinal Ratzinger, den späteren Papst Benedikt XVI.

Hamberger war seine Karriere als Künstler keineswegs in die Wiege gelegt. Die stand auf dem Nigglhof in Pfannstiel bei Frasdorf, wo er 1925 geboren wurde. 15 Jahre alt war Hamberger, als er in Frasdorf Bauernknecht wurde. 1943 einberufen geriet er 1944 in russische Gefangenschaft und wurde 1945 – schwer an Ruhr und Rippenfellentzündung erkrankt – entlassen.

Mit einer Schuhschachtel nahm Hambergers Leben 1946 eine entscheidende Wendung. Darin sammelte er seine selbst geschnitzten Holzfiguren. Ein Frasdorfer Bauer erkannte sein Talent und schickte ihn zum Priener Arzt und Kunstmäzen Dr. Rupert Dorrer, der ihn wiederum zu Josef Henselmann, Münchner Professor für christliche Kunst schickte. Als Hamberger mit seiner Holzfigur des heiligen Sebastian im zerbombten München bei der Bewerbung an der Kunstakademie vor dem Haus zufällig Henselmann begegnete, wurde er von diesem in seine Bildhauerklasse aufgenommen. „Ich bin mit der Mistgabel in die Akademie gestolpert“, sagte Hamberger rückblickend zu seinem Lebensweg.

Schließlich studierte er 1946 bis 1950 in München Bildhauerei an der Akademie der bildenden Künste. Ein Stipendium ermöglichte ihm 1950 bis 1951 einen Studienaufenthalt am Royal College of Art in London, wo ihn Henry Moore in sein Atelier einlud. 1951 bis 1954 setzte Hamberger sein Studium in München an der Akademie als Meisterschüler von Henselmann fort. Seine Abschlussarbeit, ein monumentales Kruzifix, dominiert die Altarwand der Rosenheimer Kirche St. Hedwig. 1955 heiratete der Bildhauer die Rosenheimer Geigerin Eleonore Hörmann (1927 bis 2015) und ließ sich in Rosenheim als freischaffender Künstler nieder.

Der Schwerpunkt von Hambergers Schaffen lag im sakralen Bereich – Altar und Kreuz waren seine großen Themen. Viele Kirchenräume zeigen seine einfühlsam-unaufdringliche und zugleich doch unverwechselbare Handschrift. Von Hamberger stammen neben vielen Arbeiten wie Kreuze, Taufsteine, Ambos und Altäre in Kirchen – etwa in der Kirche St. Nikolaus – auch das Wasserrad vor dem Kultur- und Kongresszentrum und das Mahnmal vor dem Rosenheimer Friedhof. Aber auch weit über Rosenheim hinaus war Hamberger tätig, wie im Kloster Wilten bei Innsbruck und im Stift Göttweig in Niederösterreich.

Die Stadt Rosenheim ehrte ihn 1999 mit der goldenen Bürgermedaille und 2011 mit dem Kulturpreis der Stadt.

Hamberger sagte einst von sich, dass er sich Zeit seines Lebens von Gott behütet fühlte. Am 1. Mai hat ihn sein Herr zu sich gerufen. ku

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