„Wir hoffen auf eine Finissage mit begrenzter Besucherzahl“

Ernst Geyer. privat

Bad Aibling – Die Galerie Villa Maria begeht heuer ihr 25-jähriges Bestehen.

Deshalb haben Ernst und Constanze Geyer für 2020 Künstler eingeladen, die 1995 die neue Kunsteinrichtung mit ihren Ausstellungen unterstützten. Zwar geriet der sorgfältig erstellte Jahresplan ins Wanken, doch aufgrund der jetzt erfolgten Lockerungen kann die Galerie wieder besucht werden – nach vorheriger Anmeldung. Die OVB-Heimatzeitungen haben mit Galerist Ernst Geyer gesprochen.

Die erste Ausstellung im Jahr, die von Andreas Legath, hatte noch ihren normalen Verlauf, aber vor der Tomschiczek-Ausstellung wurde es kritisch. Wie haben Sie das erlebt?

Wir hatten Einladungen versendet und die Bilder aufgehängt, aber zwei Tage vor der Vernissage kamen die Beschränkungsauflagen. Das bedeutete: die Galerie schließen. Im Vorfeld hatten wir unser Vorhaben immer mehr reduziert, Pläne von einer Vernissage mit maximal 30 Besuchern über die Öffnung der Galerie ohne Vernissage bis zur erforderlichen Schließung. Wir waren ratlos.

Nun ist die Tomschiczek-Ausstellung bis zum 14. Juni verlängert worden und kann angeschaut werden. Wie sieht das konkret aus, und hoffen Sie bis zu einem gewissen Grade auf Erfolg?

Wir nehmen telefonische Anmeldungen entgegen und bieten den Interessenten an, selber präsent zu sein und eventuelle Fragen zu beantworten, natürlich mit der gebotenen Distanz. Wir können uns aber auch weitgehend im Hintergrund halten, die Räumlichkeiten lassen das zu.

Wie läuft der weitere Jahresplan ab?

Die Malerin Gutta Lageder – ihre Bilder wären in der dritten Ausstellung zu sehen gewesen – hat uns von sich aus angeboten, ihre Ausstellung auf das Jahr 2021 zu verschieben. Das bedeutet, dass wir nach Beendigung der Tomschizcek-Ausstellung den Jahresplan wie vorgesehen weiter laufen lassen wollen.

Kunst braucht den Betrachter, aber braucht sie nicht auch den Dialog der Kunstinteressierten untereinander?

Nun, Kunst benötigt zunächst den Raum, und den stellen wir zur Verfügung. Aber natürlich ist auch eine verbale Begleitung wünschenswert. Im Augenblick vergrößern wir den Inhalt unserer Website und werden diese konstant betreuen. Ferner ziehen wir in Erwägung, die weiteren Ausstellungen mittels Wortbeiträgen, sei es durch den Künstler selber oder durch einen Kunsthistoriker, per Video zu bereichern. Aber selbst in schwierigen Zeiten wie diesen sollte die persönliche Begegnung mit aller gebotenen Vorsicht wieder möglich werden. So hegen wir die Hoffnung, die augenblickliche Ausstellung am 14. Juni mit einer Finissage beenden zu können – natürlich mit begrenzter Besucherzahl.

Interview: Ute Bößwetter

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