Wilhelm Buschs Sommerfrische

"Der kleine Maler mit der großen Mappe", Zeichnung von Wilhelm Busch. Repro re
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"Der kleine Maler mit der großen Mappe", Zeichnung von Wilhelm Busch. Repro re

Die Gemeinde Brannenburg im Inntal ist seit alters her ein Ort der Künstler fasziniert und anzieht. Unter ihnen war auch der Zeichner und Maler Wilhelm Busch.

Wilhelm Busch (1832 bis 1908) begann 1854 ein Studium der Malerei an der Akademie der bildenden Künste in München. Zusammen mit Mitgliedern des Künstler-Verein "Jung-München", dem auch die Maler Heinrich von Angeli (1840 bis 1925), Theodor Pixis (1831 bius 1907), Wilhelm von Diez (1839 bis 1907) und Buschs späterer Verleger Otto Bassermann angehörten, kam Wilhelm Busch zu künstlerischen Studien nach Brannenburg.

In der Selbstbiografie "Von mir über mich" schreibt Wilhelm Busch über seine erste Begegnung mit dem Dörfchen Brannenburg am Inn:

"Auch das Gebirg, das noch nie gesehene, wurde für längere Zeit aufgesucht. An einem Spätnachmittag kam ich zu Fuß vor dem Dörfchen an, wo ich zu bleiben gedachte. Gleich das erste Häuschen mit dem Plätscherbrunnen und dem Zaun von Kürbis durchflochten sah verlockend idyllisch aus. Feldstuhl und Skizzenbuch wurden aufgeklappt. Auf der Schwelle saß ein steinaltes Mütterchen und schlief, das Kätzchen daneben. Plötzlich, aus dem Hintergrunde des Hauses kam eine jüngere Frau, fasste die Alte bei den Haaren und schleppte sie auf den Kehrichthaufen. Dabei quäckte die Alte wie ein Huhn, das geschlachtet werden soll. Feldstuhl und Skizzenbuch wurden zugeklappt. Mit diesem Rippenstoße führe mich das neckische Schicksal zu den trefflichen Bauersleuten und in die herrliche Gegend, von denen ich nur ungern wieder Abschied nahm."

Verlockt von der ursprünglichen Natur, den heimatverbundenen Menschen, dem besonderen Licht und der ausdrucksstarken Landschaft im Inntal, folgten längere Aufenthalten in Brannenburg. Nachweislich war Wilhelm Busch in den Jahren 1856, 1858 und 1859, dreimal jeweils im Sommer, in Brannenburg einquartiert. Im "Brannenburger Skizzenbuch" hielt Wilhelm Busch in feinen Bleistiftzeichnungen die Landschaft im Inntal fest.

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