„Es werde Licht“ zur Adventszeit

Duett zwischen Oboe und Harfe: Serafina Jaffe und Hansjörg Schellenberger. Kirchner

Aschau – Besinnlich, nach innen gewandt, berührend – so kann man in knappen Worten die Adventsstunde zusammenfassen, zu der das Musik-Forum Sachrang unter Leitung von Margit-Anna Süß in die Sachranger Pfarrkirche St. Michael eingeladen hatte.

Aber eine solche Kurzbeschreibung würde der feierlichen und meditativen Stimmung dieses Konzerts nicht gerecht werden, gab es doch ein kontrastreiches musikalisches Programm, das Sprecher Peter Weiß mit prägnant-kurzen Texten von Gerd Holzheimer unterlegte.

Ausgehend von der Bibelstelle „Es werde Licht“ baute sich die konzertante besinnliche Stunde beinahe szenisch auf. Da erklang eine Oboen-Improvisation (magisch hier Hansjörg Schellenberger) aus der Sakristei, die neunjährige Aurelia Noichl durchschritt engelsgleich mit einer Kerze in der Hand und „In Nacht und Dunkelheit“ singend die abgedunkelte Kirche. Und erst mit dem Anzünden der Kerzen am Adventskranz erleuchtete sich auch nach und nach der Altarraum.

Dort spielte Aurelia Noichl an der Harfe „Jetzt wird es Lichterzeit“, Udo Brandes läutete an der Orgel das „In Nacht und Dunkel liegt die Erd“ ein, dem sich das Gesangsquartett mit Martina Bindl (Sopran), Christine Klinger (Alt), Rupert Schäfer (Tenor) und Martin Hörberg (Bass) anschloss, gefolgt vom Hornquartett „Hornissimo“ mit Paul Pietzek, Noe Lehmann, Maximilian Schellenberger und Philipp Dufter mit einer Fuge von Bach.

Dem glockenrein gesungenen vierstimmigen „Maria durch ein Dornwald ging“ folgte ein „Marientraum“, bei dem von der Empore herab unverkitscht-berührend Harfen- und Hackbrettklänge von Margit-Anna Süß und Elisabeth Hutmann schwebten, und aus dem Altarraum bliesen zart-schmelzend die vier Hornisten das „Ave verum“ von Mozart.

Mit einem Arioso aus der Komponistenfeder Bachs verzauberten Oboe und Harfe (Hansjörg Schellenberger und Serafina Jaffe), ehe Peter Weiß rezitierte: „Ich bin das Licht der Welt.“ Dem Gesangsquartett „Es wird ein Stern aufgehen“ schloss sich Serafina Jaffe an der Harfe mit einem prachtvollen Satz aus einem Konzert Händels an.

„Advent als Zeit der Freude“ – da musste Pracht her, musikalisch freudenvoll ausgedrückt mit einem gesungenen „Hosiannah“ und dem „Blessing and honor“ aus dem Händelschen Weihnachtsoratorium, hier für vier Hörner gesetzt. Und dennoch: Advent bedeute auch, sich nach innen zu wenden, so hatte Professor Schellenberger in seiner Begrüßung formuliert. Und so war es nach dem Prunk, Glanz und Gloria quasi logische Konsequenz, wieder Ruhe einkehren zu lassen: Mit Oboen-Klängen aus der Sakristei – tröstend aber nun, dass der Altarraum weiter strahlte. Eine grandiose Inszenierung – und eine grandiose Einstimmung auf die Weihnachtszeit.

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