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Der Wildschütz in Maxlrain

Wenn die Gräfin mit Lockenwicklern und Nachthemd auftritt

Szene mit Graf von Eberbach (Máté Herczeg), Gräfin (Fritz Spengler), Baron Kronthal (Franz Gürtelschmied) und Baronin Freimann (Kerstin Turnheim. von links).
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Szene mit Graf von Eberbach (Máté Herczeg), Gräfin (Fritz Spengler), Baron Kronthal (Franz Gürtelschmied) und Baronin Freimann (Kerstin Turnheim. von links).

Um fast eine halbe Stunde Verspätung begann in der Reithalle Maxlrain die Premiere von Albert Lortzings komischer Oper „Der Wildschütz“. Als dann endlich auch der Trompeter eingetroffen war und Platz genommen hatte, konnte es losgehen.

Maxlrain – Um fast eine halbe Stunde Verspätung begann in der Reithalle Maxlrain die Premiere von Albert Lortzings komischer Oper „Der Wildschütz“. Als dann endlich auch der Trompeter eingetroffen war und Platz genommen hatte, konnte es losgehen. Unter der musikalischen Leitung von Chariklia Apostolu und der Regie von Leonhard Prinsloo erlebten die Besucher bei strahlendem Frühsommerwetter eine kurzweilige und vergnügliche Aufführung des Unterhaltungsklassikers.

Originell war bereits die farbenfrohe Videoinstallation von Bonko Karadjov mit einem gemächlich vorbeischreitenden gelben Hirsch, dessen rotes Geweih effektvoll leuchtete. Das Bühnenbild mit der Silhouette eines Schlosses erinnerte ein wenig an Neuschwanstein. Die Ouvertüre, nach der am Ende natürlich der obligatorische Schuss knallte, spielte das Orchester mit Schwung und Herzblut. Baculus (Matthias Bein) blass geschminkt mit Brille, Anzug, bunter Krawatte und grauem Haar wirkte zwar etwas gewaltsam auf alt zurechtgetrimmt, verkörperte aber gekonnt tragikomisch den unbeholfenen Schulmeister. Im Duett mit seinem stimmlich zarten Gretchen (Marika Rainer) sang er witzig „ ABCD, der Junggesellenstand tut weh“ und die Arie „5000 Taler“.

Kess in der Rolle der Baronin

Temperamentvoll und kess spielte und sang Kerstin Turnheim die Rolle der Baronin Freimann. Zuerst in cognito als Studentin und dann verkleidet als „Gretchen“ verdreht sie erfolgreich den Kopf des Grafen. Graf von Eberbach ( Máté Herczeg) besaß einen raumfüllenden Bariton und wirkte in der Arie „Heiterkeit und Fröhlichkeit“ überzeugend vergnügungssüchtig.

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Zusammen mit dem melancholisch-smarten Baron Kronthal (Franz Gürtelschmied mit ausdrucksvollem Tenor) schmachtet der liebeshungrige Graf das falsche Gretchen an. Viel Heiterkeit rief die Gräfin (Fritz Spengler) hervor. Ihre matronenhafte Erscheinung in wallendem Gewand voll behängt mit Perlenketten und ihr affektiertes Gehabe, etwa als sie theatralisch Sophokles deklamiert, riefen Gelächter hervor. Witzig war die Szene, als sie dem hilflosen Schulmeister penetrant auf die Pelle rückt.

Mit viel Humor

Ihr Auftritt im Nachthemd mit Lockenwicklern verfehlte nicht seine humoristische Wirkung. In Nebenrollen glänzten etwas übernächtigt wirkend Haushofmeister Pankratius (Lorena Steffl) und die burschikose Nanette (Emilie Haaning Christensen).

Das Billardspiel zwischen Baron und Graf mit einer Riesenkugel und die folgende Fechtszene sorgten für Tempo und Abwechslung. Überhaupt lebte die Inszenierung von raschen Szenenwechseln und Bewegung auf der Bühne, so dass es dem Publikum keine Minute langweilig wurde. Stimmschön sang der Chor, mit Freude und Elan spielte das Orchester, das die Dirigentin gut im Griff hatte.

Verwirrende Verkleidung

Als nach den vielen verwirrenden Verkleidungen und Rollenwechseln sich alles harmonisch aufklärte, stand einem Happy End nichts mehr im Wege. Für die geglückte Premiere von Lortzings unverwüstlicher Oper erhielt das ganze Ensemble minutenlangen und begeisterten Beifall.

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