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Weder Puder noch Parfüm

Ivan Karizna begeisterte mit seinem nobel strömenden Cello-Ton.
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Ivan Karizna begeisterte mit seinem nobel strömenden Cello-Ton.

Rosenheim – Ein reines Streichorchester und Haydn – das erste Meisterkonzert im Kultur- und Kongresszentrum mit dem Stuttgarter Kammerorchester unter Johannes Klumpp hätte betulich werden können.

Es wurde das Gegenteil, nämlich aufregend und mitreißend. Man hätte es am Auftritt der Musiker in krawatten- und robenlos legerem Schwarz fast schon ahnen können.

Jagendund tanzend

Haydns C-Dur-Cellokonzert wird sehr oft gespielt, aber hier wirkte es vollkommen frisch und neu. Die Stuttgarter Streicher bliesen jedes nur mögliche Puderperückenstäubchen aus dieser Rokoko-Musik, begannen so rhythmisch scharf markiert, dass die Musik schon ins Tanzen kam, und spielten sich im Finale, das „nur „allegro molto“ vorschreibt, in einen so jagenden Presto-Rausch, dass es nicht nur die hochanimierte und -animierende Konzertmeisterin buchstäblich vom Hocker riss. Das war kein gemütlicher „Papa Haydn“, das war ein Feuerkopf-Haydn.

Ivan Karizna am Cello fügte sich passgenau in diese sonnig-feurige Haydn-Lesart ein, mit herrlich edelweichem und -warmem Ton, federleichten und doch federnden Läufen und der Fähigkeit, auch dabei noch mit seinem Cello zu singen. Noch singender und herbsüßer dazu wurde sein Ton im Adagio, gemischt mit hauchzarten Piani und da raus organisch wachsenden Crescendi. Und noch nobler und noch strömender wurden sein Ton und die Bewunderung für seine makellose Bogenführung in der Zugabe, dem Nocturne op. 19 Nr. 4 von Peter Tschaikowsky.

Der Musik von Anton Arensky wird oft vorgeworfen, dass sie in ihrer Salontauglichkeit gewissermaßen wie parfümiert kling. In der Tat sind die Variationen über ein Thema von Tschaikowsky op. 35a, wenn sie nachlässig gespielt werden, nicht gefeit vor Parfümiertheit. Aber auch hier: Kein Parfüm überdeckte diese Musik, die Haut – um im Bild zu bleiben – lag unbedeckt offen, man spürte das pulsierende Blut darunter. Die Stuttgarter stuften mit dynamischen Schwellern den Klang fein ab, wurden durchaus schwelgerisch mit herrlich sonoren, von schnellen Geigenläufen umflirrten Bratschen, luden die synkopischen Begleitfiguren energetisch auf, wenn das Thema schier zerrissen wurde, und produzierten messerscharfe rhythmische Akzente in der vorletzten Variation. Auch die letzte Variation, die mit dem Dämpfer gespielt wird, blieb parfümlos, dafür äußerst fein und klangsubtil, im Klang immer glasklar.

Ohne sentimentale Schwülstigkeit, sondern sinnlich swingend, blutvoll-vital, ja in aufgepeitschter Leidenschaftlichkeit präsentierte Johannes Klumpp Tschaikowskys Streichsextett „Souvenir de Florence“ op. 70, transparent auch in der kontrapunktischen Verdichtung und doch auch das leicht Hysterische, das in Tschaikowskys Musik immer lauert, aufscheinen lassend. Wunderschön serenadenhaft mit herrlichen Geigen- und Cello-Kantilenen klang das Adagio, dazwischen wurde es huschend und jagend, am Ende hörte man fast Anklänge an das Mundharmonika-Motiv aus dem Western „Spiel mir das Lied vom Tod“ – was für ein toller Filmkomponist wäre Tschaikowsky geworden!

Tschaikowskyals Feuerkopf

In den beiden letzten Sätzen wurde das Orchester immer temperamentvoller, fetziger und aufstampfender, der Dirigent kam ins swingende Tanzen, die Spielfreude drang allen Musikern aus allen parfümfreien Poren: Auch Tschaikowsky entpuppte sich hier als Feuerkopf.

Für den aufbrandenden Beifall bedankten sich das Stuttgarter Kammerorchester und Johannes Klumpp mit einem vergnügt und verschmitzt sich wiegenden und dann auftrumpfenden Ungarischen Tanz Nr. 6 von Johannes Brahms.

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