Wasserburg in neuen Perspektiven: Stefan Scherer durchbricht Klischees

Der Wasserburger Künstler Stefan Scherer (links) Im Gespräch über seine Werke mit Bürgermeister Michael Kölbl und Museumsleitung Sonja Fehler
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Der Wasserburger Künstler Stefan Scherer (links) Im Gespräch über seine Werke mit Bürgermeister Michael Kölbl und Museumsleitung Sonja Fehler

Die meisten Wasserburger kennen Stefan Scherer als langjährigen Kurator des Kunstvereins AK68, nun gibt er selbst eine Ausstellung – vom 10. Oktober bis 6. Januar im Wasserburger Museum. Das Motto: Busstopp. Das verbirgt sich dahinter.

Von Sophia Huber

Wasserburg– Durch die Metapher „Busstop“ auf seinem Lebensweg zwischen Zürich und Hamburg, München und Westerland betrachtet Stefan Scherer die Stadt ganz neu. Die Ausstellung zeigt Wasserburg. Doch es ist Wasserburg mal aus ganzen neuen Perspektiven. So steht beim Blick auf das Rathaus plötzlich die Marienstatue im Fokus, das Meggle-Gebäude wird verkleinert und kommt ins Hochformat und das Postgebäude wird zum hochinteressanten Kunstwerk.

Ziel: das Klischee durchbrechen

„Meine Frage ist immer, wie breche ich das Klischee“, erklärt der Künstler. Jeder kenne das Rathaus von tausenden Fotos, mit seinem Werk wolle er mit dieser klischeebehafteten Darstellung brechen. Doch nicht nur Bauten, sondern auch mit situativen Aufnahmen aus dem Wasserburger Leben beschäftigt sich Scherer. Dort ist beispielsweise die Kellnerin im Stechlkeller, die in ihrer roten Schürze vorbeirauscht und nur aus dem Augenwinkel wahrgenommen wird.

Ausstellung auch vom Künstler selbst konzipiert

Der Busstop Wasserburg dauert nun schon zwanzig Jahre an und ist inzwischen zu Scherers Heimat geworden, wie der Künstler selbst sagt. Deshalb sei das Städtische Museum, ehemals Heimatmuseum, als Ausstellungsort passend. „In anderen Museen müsste ich immer erklären, welche Orte aus meiner Heimat meine Werke zeigen. Hier erkennt jeder, was auf den Bildern zu sehen ist“, betont der Künstler, der großformatige Gemälde, Fotomontagen, Grafiken und Zeichnungen präsentiert. .

Museumsleiterin Sonja Fehler betonte: „Scherer ist ein so wichtiger Künstler in unserer Stadt, den man aber nicht sieht.“ Mit der neuen Ausstellung soll sich dies nun ändern.

Eine Besonderheit ist, dass die Ausstellung komplett von Scherer selbst inszeniert wurde. Nicht nur die Werke stammen von ihm, sondern auch das Konzept und die Texte, so Fehler.

Plexiglas zwischen Betrachter und Werk

Besonderes hebt sie die abstrakteren Werke von Scherer hervor, die ebenfalls in der neuen Ausstellung bewundert werden können. .Zwischen Farbe und Betrachter befindet sich eine Plexiglasscheibe, die das Werk in besonderer Art verspiegelt und gleichzeitig zwischen Betrachter und Kunstwerk steht.

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„Das finde ich sehr passend zu unserer heutigen Form der Kommunikation“, so Fehler, „in der immer ein Monitor oder Bildschirm davor geschaltet ist. Auch in Zeiten von Corona befindet sich immer eine Plexiglasscheibe zwischen uns.“

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Auch Bürgermeister Michael Kölbl spricht von einer gelungenen Ausstellung. „Besonders interessant finde ich, wie Stefan Scherer unsere Stadt zuerst von außen und dann immer mehr von innen betrachtet“, so Kölbl. Der Busstop wurde quasi mehr und mehr zur Heimat.

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