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Warum im Ortsnamen Jarezöd eine arabische Rose anklingt

Der Name des weithin bekannten und beliebten Gasthauses „Wirt von Dred“ weist gleich mehrere interessante Verbindungen zwischen Ortsnamen und Gaststätten, die sich in den jeweiligen Ortschaften befinden, auf.

Zunächst erinnert dieser Name an die weitverbreitete Gewohnheit, nicht den Wirtshausnamen selbst, sondern den Ortsnamen in Verbindung mit „Wirt“ zu nennen.

Im Vor-Internet-Zeitalter sicherlich keine schlechte Maßnahme! Nichts gegen die schönen Namen „Tiroler Hof“ oder „LandWirtschaft Höß“: Heutzutage ist es kein Problem, diese Gastwirtschaften per „Netz“ zu finden. Aber damals? Da war die alternative Bezeichnung nach dem Ortsnamen schon wertvoller, weil sie zumindest den Standort bezeichnete, sofern man diesen kannte: „Wirt von Derndorf“ – „Wirt voo Dejndarf“ – und „Wirt von Litzldorf“ – „Wirt voo Lisldarf“. Demgemäß: „Gasthof Koppenstetter“? Gut und schön. Besser aber, da seinerzeit leichter zu finden: „Wirt von/voo Dred“.

Leichter zu finden? Ortsname Dred? Ist „Dred“ etwa die abgekürzte Namensform der Ortschaft Jarezöd, die in der Gemeinde Großkarolinenfeld liegt? Abkürzungen kommen ja immer wieder einmal vor: Bei Oberaudorf wird in der heimischen Sprache gern das „Ober“ weggelassen, bei Bad Aibling und Bad Feilnbach das „Bad“: Oabling oder Oawen sowie Feimboch heißen die beiden Orte – immer noch – bei den Einheimischen. Das bekannteste Weglassungs-Beispiel ist wohl Fürstenfeldbruck: „Bruck“ reicht hier vollkommen aus! Laut einer Auskunft im Glaskasten an der Mauer der Gaststätte „Wirt von Dred“ ist „Dred“ aber keine Abkürzung, sondern eine Art „Verballhornung“. Jarezöd erinnere an einen „grausamen heidnischen Heerführer namens Jarez aus der Hunnenzeit im 9. Jahrhundert, der durch besondere Verdienste den ursprünglich nach seinen Bewohnern ‚Koppen stett‘ genannten Ort zum Lehen bekam, seßhaft wurde und ihm seinen Namen gab: Jarez-öd. Ursprünglich: Jared-s-öd = Jareds Öde, Ödland.

Die Bevölkerung machte daraus schlicht ‚Dred‘ (…)“. Also keine Abkürzung, sondern eine Verknappung?

Und tatsächlich: 1130 ist in einer Urkunde von einem „Eberhard von Jorze“ die Rede. Mit „Jorze“ hätten wir eine Namens-Verknappung oder Verballhornung belegt!

Die Bezeichnung „Dred“ kann man jedoch nicht auf diese Art erklären. Vielmehr ist „Dred“ eine Verknappung der Ortsangabe „in/a der Öd“, schnell gesprochen „dred“. „Dred“ ist daher eine eigenständige Wortbildung unter Weglassung des Namensteiles „Jared“. Jared, auch Jered, ist ein biblischer Name, der arabisch „Rose“ bedeuten kann, und im Alten Testament der Name des ältesten Sohnes des Mahalalel ist. Der Jared von Jarezöd war möglicherweise sogar der Stammvater eines für Jarezöd belegten Edelsitzes und Schlosses. Die Wirtin von Dred, Katharina Weichselbaumer, lächelt ein wenig, als sie zur Information im Glaskasten ihres Wirtshauses Stellung nimmt: „Mei, es is hoid a scheene Legende!“. Eine ausführliche Darstellung zu Jarezöd hat 1965 in der Zeitschrift „Der Mangfallgau“, Nr. 10, Peter Bergmaier verfasst. Auch wenn die Familie Koppen stätt erst um 1800 herum die Gastwirtschaft erwarb, ließen sich auf ihrem Grundstück Mauerreste des alten Schlosses finden! Wie wäre es mit „Schloßwirtschaft Dred“, Frau Weichselbaumer?

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