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Ausstellung in Prien

Warum den Popart-Künstler James Francis Gill der Ruhm fix und fertig gemacht hat

In den 60er Jahren waren Gills Bilder politisch geprägt. Heute konzentriert er sich auf schöne Menschen und Dinge.
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In den 60er Jahren waren Gills Bilder politisch geprägt. Heute konzentriert er sich auf schöne Menschen und Dinge.

Er war ein gefeierter Pop-Art-Star. Doch auf dem Höhepunkt seiner Karriere zog sich James Francis Gill aus der Kunstwelt zurück. Erst nach einem Interview entdeckten zahlreiche Galerien und Museen den Künstler wieder.

Prien – Die Galerie im Alten Rathaus zeigt von Samstag, 2. Juli, bis Sonntag, 4. September, Werke von James Francis Gill. Gill ist einer der letzten noch lebenden US-amerikanischen Pop-Art-Künstler der ersten Stunde. Mehr dazu: Im November 1962 erreichte der Künstler internationale Anerkennung, als das Museum of Modern Art in New York sein Marilyn-Monroe-Bild „Marilyn Triptych“ in seine Sammlung aufnahm. Doch der Erfolg machte ihn nicht glücklich. Von einem Tag auf den anderen kündigte er die Zusammenarbeit mit seiner Galerie. Anfang der 70er-Jahre, auf dem Höhepunkt seiner Karriere, zog sich Gill aus der Kunstwelt zurück.

Wiederentdeckung nach Interview

Sein Leben ändert sich erneut, als ihn das Kunstmagazin des Smithsonian American Art Museums anrief und um ein Interview bat. Dieses markierte den Beginn seiner Wiederentdeckung, durch die zahlreiche Galeristen und Museen erneut auf ihn aufmerksam wurden.

James Gill, warum haben Sie in den frühen 70er-Jahren mit dem Malen aufgehört?

James Francis Gill: 1970 bot man mir eine Gastprofessur an der University of Oregon an. Ich war damals fix und fertig durch den Ruhm, die vielen Cocktailpartys und das ausschweifende Leben in Hollywood. Auf dem Weg nach Oregon fuhr ich durch die Redwoods und war überwältigt von der Schönheit der Natur.

Ich entschloss mich dem Smog von L.A. zu entfliehen und erwarb ein Stück Land mitten im Nirgendwo von Nordkalifornien. Dort fällte ich Bäume und nutzte sie als Bauholz für mein eigenes Haus. Ich legte einen See und Straßen an und schloss mich einer Künstlerkommune an. Ich fühlte mich dort rundum wohl. Die Glamour-Welt von Hollywood verlor mehr und mehr an Bedeutung für mich.

Wie kam es, dass Sie dennoch wieder angefangen haben zu malen?

Gill: Mitte der 80er fing ich wieder an zu malen, jedoch ohne meine Werke zu vermarkten. Ich experimentierte mit dem Computer, um einen ganz neuen Ansatz in meinem Gesamtwerk zu entwickeln.

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Warum sind Sie so kreativ?

Gill: Ich bin seit mehr als 70 Jahren Künstler und habe trotzdem noch so viele Ideen in meinem Kopf, die ich alle noch gerne auf die Leinwand bringen würde.

Ich verarbeite Dinge, die um mich herum geschehen, Dinge, die ich sehe, höre und über die ich etwas lese. Erstaunlicherweise ist es oft auch so, dass meine eigenen Kunstwerke mich zu weiteren Werken inspirieren.

Gab es ein konkretes Ereignis, das zu Ihrem Comeback führte?

Gill: Mitte der 90er rief mich ein Journalist des Kunstmagazins „American Art“ (herausgegeben vom Smithsonian American Art Museum) an und bat mich um ein Interview. Dies war der Beginn meiner Wiederentdeckung.

Wodurch unterscheiden sich Ihre aktuellen Arbeiten von denen aus den 60er Jahren?

Gill: Die Werke, die in den 60er Jahren entstanden, waren stark politisch geprägt. Ich war und bin auch heute noch gegen Krieg. Doch aktuell konzentriere ich mich darauf, schöne Dinge auf die Leinwand zu bringen: formvollendete Frauenportraits, begehrenswerte Lippen, fröhliche und farbenfrohe Gemälde.

Haben politische Ereignisse und Kriege noch Einflüsse auf Ihre Arbeiten?

Gill: Die politisch geprägten Werke, die ich in den letzten Jahren gemalt habe, wurden relativ schnell verkauft. Ja, ich will auch weiterhin politische Themen aufgreifen und auf die Leinwand bringen.

Warum spielt gerade Marilyn Monroe bei Ihrer Motivwahl immer wieder eine so große Rolle für Sie?

Gill: Ich liebe es, Marilyn Monroe in immer wieder neuen Variationen zu malen. Die Sammler, die meine Werke kaufen, lieben meine Marilyn-Arbeiten. Es kommt oft vor, dass ich speziell nach neuen Marilyn-Motiven angefragt werde.

Öffnungszeiten

Während der aktuellen Ausstellung hat die Galerie im Alten Rathaus freitags bis sonntags von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eingang befindet sich in der Alten Rathausstraße 22. Weitere Informationen unter www.galerie-prien.de und unter Telefon 0 80 51/9 29 28.

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