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Chorgemeinschaft Irschenberg singt Haydns "Schöpfung"

Es ward buchstäblich licht

Die Chorgemeinschaft Irschenberg wurde von Dr. Hans Billo geleitet.  Foto  janka
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Die Chorgemeinschaft Irschenberg wurde von Dr. Hans Billo geleitet. Foto janka

Und es ward buchstäblich licht in der katholischen Pfarrkirche von Bad Feilnbach, als der Chor sang: "Es werde Licht! " Mit ein bisschen Lichteffekten so verstärkt war die Aufführung des Oratoriums "Die Schöpfung" von Joseph Haydn.

Und licht und aufgehellt war die chorische Darstellung: Stimmstark und durchschlagskräftig, sehr präsent und gut vorbereitet und mit sehr beredtem Schwung in den Jubelchören präsentierte sich der Chor, erfreulich war die Tenorvielzahl, die diese wichtige Chorstimme deutlich hörbar machte.

Das Orchester bestand aus drei Teilen: Das Kammerorchester Dieter Sauer aus Pfaffenhofen an der Ilm stellte die Streicher, die Blechbläser kamen von den Grassauer Blechbläsern und die Holzbläser vom Bayerischen Staatsorchester. Natürlich kann man daraus in der Probenkürze keinen fein austarierten Ensembleklang destillieren, aber die "Chaos"-Ouvertüre, die den Schöpfungsbeginn darstellt, war sorgfältig herausgearbeitet, der Konzertmeister agierte hellwach, die Anschlüsse und auch die Rezitative klappten fast alle.

Dr. Hans Billo hat dieses Oratorium nicht zum ersten Mal dirigiert, er kennt also seine Partitur und gab die nötigen Impulse, mehr natürlich in Richtung Chor als in Richtung Orchester. Seine Bemühung galt allgemein dem musikalischen Funktionieren, nicht unbedingt eigenen Akzentsetzungen. Heraus aber kam eine erfreulich abgerundete, frisch-natürliche und durchaus bewegende Aufführung, die dem Wunder dieser Komposition gerecht wurde. Auch wenn man die "Schöpfung" schon oft gehört hat, freute man sich an dieser Nachschöpfung.

Wesentlich sind hier die Solisten, die ja wortreich und kunstfertig die Schöpfung in allen auch biologischen Einzelheiten schildern. Christian Havels Tenor ist schnörkellos ehrlich, sein Loblied auf den ersten Menschen gefiel gerade durch diese authentische Selbstverständlichkeit. Thomas Ruf überzeugt vor allem in den illustrativ-erzählenden Partien, weil sein Bass mehr rezitativisch geprägt ist. Ausdrucksstark und wohlartikuliert schildert er die Erschaffung des Viehs und kriechenden Gewürms. Alles überstrahlte aber der engelslockige Sopran von Sieglinde Zehetbauer. Mit Jubellaut in der Stimme stürmte sie aufs hohe C, verströmte koloratursicher ihren Sopran und strahlte immer wirkungsstark über Chor und Orchester und girrte liebeslockend, wenn sie das Taubenpaar besingt. Nur manchmal dachte man, dass "Liebe" sich auch im innigen Piano besingen lässt.

Die Frische dieser Aufführung fand ihren Widerhall im schnell aufbrandenden Applaus der begeisterten Zuhörer, die die Kirche nicht ganz füllten.

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