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Chris Gall und Mulo Francel spielen Benefizkonzert für Plan International

Von Johann Sebastian Bach bis zu experimentellen Eigenkompositionen

Die helle Apostelkirche bildete einen idealen Rahmen für das Konzert von Gall und Francel.
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Die helle Apostelkirche bildete einen idealen Rahmen für das Konzert von Gall und Francel.
  • VonAndreas Friedrich
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Gall und Francel spielen in der Rosenheimer Apostelkirche Stücke mit Anklängen zum Thema „Flucht“. Der Erlös kommt „Plan International“ für die Ukrainehilfe zugute.

Rosenheim – Plan international ist eine religiös und weltanschaulich unabhängige Hilfsorganisation, die sich weltweit für Chancen und Rechte von Kindern engagiert. Plan Deutschland betreut mehr als 340 000 Kinderpatenschaften. Mehr dazu:

Viele Kinder aus der Ukraine

Im Bundesgebiet ist Rosenheim nach Hamburg die zweitstärkste Region bei den übernommenen Patenschaften. Aktuell kommen aus der Ukraine sehr viele Kinder, darunter viele Kleinkinder im Alter von zwei bis drei Jahren. Oft werden sie in den Kriegswirren einfach in den Zug gesetzt.

Vor diesem Hintergrund erklärten sich der aus Bad Aibling stammende Pianist Chris Gall und Saxofonist Mulo Francel, aufgewachsen in Riedering, bereit zu einem Benefizkonzert. Die helle Apostelkirche in der Lessingstraße mit ihrer tollen Akustik und der filigranen Glaskunst von Florian Lechner bildete einen idealen Rahmen. Mehr zur Apostelkirche:

Migration als Leitfaden

Thematisch zog sich das Thema „Migration“ als Leitfaden durch das von Francel gekonnt moderierte Konzert. Die beiden Musiker griffen vor allem auf Stücke ihres Duo-Albums „Mythos“ zurück, welches sie vor vier Jahren eingespielt hatten und gerade wieder neu entdeckten. Stilistisch bot das zweistündige

Konzert eine Bandbreite von Johann Sebastian Bach bis hin zu experimentelleren Eigenkompositionen. Mit „Jesu bleibet meine Freude“ von Bach eröffneten Gall und Francel minimalistisch und lyrisch fein gesponnen den Reigen, gefolgt von einem Jazztitel der Dreißiger Jahre („East of the sun and west of the moon“), träumerisch und versonnen. Sehr dynamisch wurde es mit „Palinuro“, gewidmet dem Steuermann des Migrantenschiffs von Aeneas aus der griechischen Mythologie. Mehr dazu: In einem wellenartigen Auf- und Abebben spielten die Musiker auf den Wellenschlag des weiten Ozeans an und setzten die antike Fluchtgeschichte musikalisch um.

Zart und zerbrechlich intoniert

Ähnlich spannend erklang nach spielerischem Intro Chris Galls geradezu magische Komposition „Yorkes Guitar“, in der Intensität grandios verstärkt von Francels einfühlsamem Saxofoneinsatz. Riesenapplaus gab es auch für „Ikarus´ Dream“, ebenfalls eine Flucht-Geschichte, zart und zerbrechlich intoniert und passend vor dem Hintergrund von Lechners Glasscheiben-Mobile, überdacht von einer stilisierten Sonne, welche ja auch Ikarus zum Verhängnis wurde. Mit viel Drive spielten die Musiker „Reality Check“ und wunderbar fließend den Klassiker „Wave“ (Jobim). Besonders reizvoll wurde es mit den „sieben Weisen“, die Mulo Francel mit machtvollen Klängen der selten gespielten Bassklarinette intonierte, in manchen Sequenzen einem Didgeridoo ähnlich. Das Publikum nahm die antiken Mythen und die abwechslungsreich und auf höchstem Niveau dargebotene Musik begeistert auf und spendete reichlich Applaus, sodass Chris Gall und Mulo Francel als Zugaben noch Henry Purcells „Remember me“ und ein „Body and soul“ spendierten.afr

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