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Traunsteiner Sommerkonzerte

Vogler Quartett sorgt zum Abschluss für spannungsreiche Gegensätze

Sorgte für einen bizarren Zauber in der Traunsteiner Klosterkirche: das Vogler Quartett.
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Sorgte für einen bizarren Zauber in der Traunsteiner Klosterkirche: das Vogler Quartett.

Zum Abschluss der Traunsteiner Sommerkonzerte spielte das renommierte Vogler Quartett Werke von Erwin Schulhoff, dem israelischen Komponisten Tzvi Avni und zusammen mit dem Klarinettisten David Orlowsky das Klarinettenquintett in A-Dur von Mozart.

Traunstein

Schulhoffs Streichquartett Nr. 1 von 1924 ist geprägt von scharfen Kontrasten. Rhythmisch erregt und wild zerklüftet wirkte bereits das Presto con fuoco. Tim Vogler und Frank Reineke (Violine), Stefan Fehlandt (Viola) und Stephan Forck (Violoncello) spielten den Kopfsatz mit großer Intensität und Dynamik. Melodisch weich mit zarten Pizzicati, dann wieder unruhig und nervös flirrend erklang das Allegretto con moto e con malinconia grotesca.

Die vier Musiker brachten diesen Satz ausdruckvoll und technisch brillant zu Gehör. Das grandios gespielte Allegro giocoso alla Slovacca kennzeichneten wilde, folkloristisch anmutende tänzerische Rhythmen, während sich im leise verklingenden Finale an schleifendes Glas erinnernde Klänge mit heftigen Gefühlsausbrüchen abwechselten.

Duo „Bridges“

Spannungsreiche Gegensätze wies auch das Duo „Bridges“ für zwei Violinen des zeitgenössischen israelischen Komponisten Tzvi Avni auf. Helle, fein gesponnene Tonfolgen erforderten von den Musikern hohe Perfektion und Einfühlung. Mitunter schienen die im dialogischen Wechsel gespielten Passagen, deren bizarrem Zauber sich niemand entziehen konnte, kunstvoll zu verschwimmen.

Balsam für die Seele

Mozarts Klarinettenquintett in A-Dur KV 581 war nach den raffinierten, große Konzentration erfordernden Klangeffekten von Schulhoff und Avni Balsam für die Seele. Klarinettist und Streicher standen in diesem Werk in einer wundervollen klanglichen Balance.

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Voller Zartheit und Innigkeit erklang das Larghetto, dessen weitgespannte Melodiebögen der Klarinette vor den gedämpften Streichern zu schweben schienen.

Wiegende Folkloristik

Tänzerische wiegende Folkloristik verströmte das Menuett mit seinen zwei Trios, fröhlich und ausgelassen, zugleich aber von einer berückenden melancholischen Tiefe war der abschließende Variationensatz, in dem Mozart meisterhaft Schlichtheit und Kunstfertigkeit miteinander verschmelzt.

Als Zugabe nach dem begeisterten Beifall spielten die Musiker aus Mozarts Klarinettenquintett noch einmal das Larghetto, das die Klarinette mit einem virtuos verfremdeten Solo einleitete. (re)

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