Virtuosität und Leidenschaft: Das Trio Con Brio Copenhagen bei den Traunsteiner Sommerkonzerten

Wild und feurig: Das Trio Con Brio Copenhagen mit Soo-Jin Hong (Violine), Jens Elvekjaer (Klavier), Soo-Kyung Hong (Violoncello, von links).
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Wild und feurig: Das Trio Con Brio Copenhagen mit Soo-Jin Hong (Violine), Jens Elvekjaer (Klavier), Soo-Kyung Hong (Violoncello, von links).

Für den Kammermusikliebhaber war es ein Hochgenuss, dem Trio Con Brio Copenhagen bei den Traunsteriner Sommerkonzerten zusehen und zuhören zu dürfen – findet unser Autor.

Von Georg Füchtner

Traunstein – Das Trio trägt seinen Namen zu Recht, denn Soo-Jin Hong (Violine), Soo-Kyung Hong(Violoncello) und Jens Elvekjaer (Klavier) spielten mit einem Feuer, einer funkensprühenden Leidenschaft, die das Publikum bis zum letzten Ton in den Bann zog. Auf dem Programm bei den Sommerkonzerten Traunstein im Kulturforum der Klosterkirche standen Werke von Beethoven, Frank Martin und Mendelssohn.

Der Nameist Programm

Bereits mit den Kakadu-Variationen op. 121a von Beethoven zeigte das Trio Con Brio eine überragende Klangkultur. Das volkstümlich-naive Thema des Liedes „Ich bin der Schneider Kakadu“ hat Beethoven in 10 phantasievollen Variationen bearbeitet. Nach einem behutsamen Adagio mit harten Klavierakkorden spielten das Klavier oder die beiden Streicher das eingängige Thema mal allein, mal im farbigen Wechsel. Der sonore Ernst des Cellos, die hell singende Violine und der klare, perlende Klang des Klaviers bildeten eine harmonische musikalische Einheit. Frisch und spritzig spielte das Trio Con Brio Copenhagen das Rondo, dessen fröhlicher Charakter und energischer Schluss die Hörer beschwingte.

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Zum Klaviertrio über irische Volksweisen des schweizer Komponisten Frank Martin gab Pianist Jens Elvekjaer eine humorvolle Einführung. Auftraggeber des Werkes war ein Amerikaner mit irischen Wurzeln, der sich wohl mehr Dorfmusik vorgestellt hatte. Martin aber hatte 30 irische Melodien gefunden, die er modern und kunstvoll mit Gegenrhythmen zusammenstellte, was dem Amerikaner gar nicht gefiel.

Das Trio Con Brio Copenhagen interpretierte die aparte Rhythmik und melodische Folkloristik des Werkes mit großer Farbigkeit und Virtuosität. Die tänzerischen Themen animierten zum Mitwippen im Takt, wurden aber immer wieder von dissonanten Einschüben gebrochen. Schön anzuhören waren die tänzerische Melodik der Violine im Allegro molto und der elegische Ton des Cellos im Adagio, wild und feurig klangen die Klavierakkorde im Allegro, das in einem schrillen Schluss gipfelte. Das Klaviertrio Nr. 2 in c-moll von Mendelssohn bot den drei Musikern noch einmal die Gelegenheit, die ganze Bandbreite ihres meisterlichen Könnens ausspielen zu dürfen.

PerfektesMiteinander

Da passte einfach alles zusammen: die virtuose Brillanz, das perfekte Miteinander und die begeisterte Hingabe an die Musik. Mit atemloser Rasanz erklang das Allegro energico, innig und zart war das Wechselgespräch der Streichinstrumente im Andante espressivo, bei dem die Musikerinnen den Tönen oft mit geschlossenen Augen nachzusinnen schienen, zündend das Scherzo. Das Choralthema im Schlusssatz strahlte eine wunderbare Ruhe aus. Die drei Musiker brachten das sich effektvoll steigernde Finale mit einer Einfühlung und Ausdruckskraft zu Gehör, die berührte und dankbar machte.

Als Zugabe nach dem begeisterten Beifall spielte das Trio Con Brio Copenhagen noch den heiter-beschwingten dritten Satz aus Beethovens zweitem Klaviertrio in G-Dur op. 1.

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