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Konzert in St. Oswald in Traunstein

Vierhändige und vierfüssige Kirchenmusik auf zwei Orgeln

Manfred Müller, Kirchenmusiker von St. Oswald (rechts) mit dem evangelischen Kantor der Auferstehungskirche, Matthias Bertelshofer.
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Manfred Müller, Kirchenmusiker von St. Oswald (rechts) mit dem evangelischen Kantor der Auferstehungskirche, Matthias Bertelshofer.
  • VonChristiane Giesen
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Dass eine Kirche über zwei Orgeln verfügt, ist Norditalien und Süddeutschland gar nicht so unüblich. Vor allem in Klosterkirchen diente die eine zur Begleitung des Stundengebets, die andere für die Feiern großer Liturgien. Manfred Müller, Kirchenmusiker von St. Oswald und Matthias Berghofer, der Kantor der evangelischen Auferstehungskirche, brachten in einem Konzert die zwei Orgeln von St. Oswald zum Klingen.

Traunstein – Orgelmusik aus dem 18. Jahrhundert mit Werken von eher unbekannten Komponisten stand auf dem Programm eines faszinierenden Orgelkonzerts in der Traunsteiner Pfarrkirche St. Oswald. Das Konzert im Rahmen des Musiksommers zwischen Inn und Salzach eröffnete Thomas Hartmann vom Organisationsteam und freute sich, zwei so renommierte Traunsteiner Meister des Orgelspiels zu einem gleichsam ökumenischen Konzert zu begrüßen.

Zwei überregional bedeutende Instrumente

Denn als musikalischer Hausherr von St. Oswald spielte der Kirchenmusiker Manfred Müller zusammen mit Matthias Bertelshofer, Kantor an der evangelischen Auferstehungskirche in Traunstein. In früheren Jahrhunderten waren es oft Ordensleute, die Musik für ihre Kirchen und Klöster schrieben. In den Klosterkirchen Norditaliens und Süddeutschlands gab es nicht selten mehrere Orgeln, nämlich eine für die Begleitung des Stundengebets und eine für die Feiern zu großen Liturgien. Auch in der Traunsteiner Stadtpfarrkirche stehen seit über 35 Jahren zwei Orgeln. Mit der Erneuerung der Chororgel 2011 (Orgelbau Pirchner) und 2021 die große Orgel auf der Westempore (Orgelbau Klais) - gemeinsam das Papst-Benedikt-Orgelwerk - stehen hier zwei überregional bedeutende Instrumente, die sich in ihrem unter-schiedlichen Klang wunderbar ergänzen.

Vierhändig und vierfüssig

Die beiden hoch versierten und engagierten Kirchenmusiker spielten auf beiden Instrumenten mal zusammen, mal einzeln sowohl auf der „kleinen“ Orgel neben dem Altarraum als auch auf der „großen“ auf der Empore in allen möglichen Kombinationen des Zusammenspiels. Vierhändig und vierfüßig erklang als erstes Stück auf der kleinen Orgel zum Beispiel die „Fuga septima“ von dem Ordensgeistlichen und Komponisten Sixtus Bachmann (1754 bis 1825) oder Präludium und Fuge in C von Johann Georg Albrechtsberger (1736 bis 1809) auf der Empore. Manfred Müller als Solist spielte unter anderem die Sonata Cosima in D des bei Venedig gebo-renen Baldassare Galuppi (1706 bis 1785) und eine Sonate des spanischen Komponisten José Lidon (1748 bis 1827). Matthias Bertelshofer erfreute unter anderem mit einem auf Orgel übertragenen Instrumentalkonzert von Franz Xaver Schnizer (1740 bis 1785).

Applaus erst zum Schluss

Die unglaublich variationsreiche und abwechslungsreich erklingende Orgelmusik war am frühen Abend in dem noch Sonnen durchfluteten, wunderschönen Raum der Stadtpfarrkirche ein besonderes Erlebnis. Alle hielten sich an die Bitte der Veranstalter, den Applaus bis zum Schluss aufzuheben. Nach eineinhalb Stunden ohne Pause waren der Applaus und die Beifallsbekundungen dann umso größer. Trotz der nicht gerade be-quemen Sitzbänke erklatschte sich das begeisterte Publikum noch zwei Zugaben, so eine kleine Kantate von Antonio Pfeil. Es bleibt zu wünschen, dass ein solches Orgelkonzert mit vier Händen und vier Füßen kein einmaliges Konzerterlebnis in Traunstein bleibt.Christiane Giesen

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