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Jahresausstellung des Kunstvereins Rosenheim

Vielfalt mit Pfiff in der Städtischen Galerie

„Sound of Babel“, daneben die preisgekrönte Plastik von Martin Fritzsche, „sind wir noch ganz dicht“.
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„Sound of Babel“, daneben die preisgekrönte Plastik von Martin Fritzsche, „sind wir noch ganz dicht“.
  • VonAndreas Friedrich
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Endlich wieder eine Jahresausstellung mit Gartenfest und ohne Masken, dafür jedoch unter dem Zeichen des Krieges in der Ukraine, der auch ein Kulturkampf ist – unter diesen Begleitumständen fand die Eröffnung der aktuellen Exposition des Kunstvereins in der Städtischen Galerie statt.

Rosenheim – Dr. Olena Balun, Kunsthistorikerin und im Vorstand des Vereins, griff in ihrer Einführungsrede die schrecklichen Vorgänge in ihrer Heimat auf, wo inzwischen wertvolle Kulturgüter in geheimen Bunkern vor dem Zugriff der sowjetischen Aggressoren geschützt werden müssen, um Raub oder Zerstörung zu entgehen.

Mehr Wertschätzung für die Kultur

Umso mehr Wertschätzung sollte in einem freien Land für Kunst und Kunstbetrieb aufbringen – doch leider sei das auch in Deutschland nicht der Fall. Während selbstverständlich Handwerker und Kunsttransporte ganz normal bezahlt würden, sei das bei Kuratoren oder Lehrbeauftragten eben nicht der Fall – zu oft arbeiten sie, ebenso wie viele Künstlerinnen und Künstler, am Rande des Existenzminimums. Balun plädierte an Öffentlichkeit, Politik und Presse „bitte tun sie was, damit die Schätzung der Kultur sich auch in ihrer Finanzierung wiederspiegelt“.

„Der 0,09% Berg“ und „Der 123% Berg“ von Kunstpreisträger Philipp Stähle.

Empfang von einer Plastik

Die Ausstellung an sich empfängt die Besucherinnen und Besucher im ersten Raum mit einer Plastik, die beinah bis zur Decke reicht – der „Sound of Babel“, konstruiert von Hannes Stellner aus Eggstätt, Assoziationen an einen Käfig liegen nahe. Und gleich daneben fällt der Blick auf ein Brett mit verschiedenen Behältern, aus denen es heraustropft – mit dem Motto „sind wir noch ganz dicht“.

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Aus Keramik, Holz und Kreide geschaffen und mit satirischem Pfiff, es stammt aus der Werkstatt des aktuellen Kunstpreisträgers Martin Fritzsche, der in Antwort lebt und in München als Dozent arbeitet. Ein ökologisches Kunstthema also - Fritzsche ist begeisterter Kletterer und Bergsteiger, wie auch der zweite Preisträger Philipp Stähle, wie Fritzsche Absolvent der Akademie in München.

Das Matterhorn als Motiv

Sein Motiv ist das Matterhorn, vor dieses hat er Prozentzahlen montiert, als Anspielung auf Leistungswahn und den Trend, alles in Zahlen pressen zu wollen, also auch die Landschaft. Beim Rundgang durch die Ausstellung gewinnt man den Eindruck, dass Kunstverein und Galerie hier auf hohem Niveau agieren. Die im Ausstellungskatalog angegebenen Biographien verraten einen hohen durchschnittlichen Ausbildungsstand der 73 vertretenen und Künstler, darunter viele mit Studium an der Münchner Akademie oder mit Studiengängen in Grafik und Design. Ideenreichtum und verblüffende Plastiken gibt es zu entdecken, wie das dreidimensionale Diorama „The Hut“, hier hat Oliver Westerbarkey mit Stöcken, Steine und Erde den Eingang einer Waldhütte geschaffen.

Waldhütte und Ziffernblatt

„Loop I“ und „Loop IV“ von Toni Stegmayer aus Kiefersfelden.

„Da möchte man gleich reinschlupfen“, kommentiert eine begeisterte Besucherin das Werk. Leonie Felle präsentiert ein seltsam verschlungenes, ehemaliges Zifferblatt als „Trophäe Nr. 21“, Isolde Egger eine bunte Plastik im Stil eines „Hungerbaums“ unter dem Motto „good news – bad news“. Es gibt Fotorealistisches von Gerhard Prokop, Abstraktes von Kirk Sora und überhaupt viele interessante Werke zur persönlichen Entdeckung – eine Ausstellung mit Pfiff und Niveau.

Die Jahresausstellung des Kunstvereins ist bis 3. Juli zu sehen. Geöffnet ist die Städtische Galerie von Dienstag bis Sonntag, 13 bis 17 Uhr. Für alle Veranstaltungen im Begleitprogramm ist eine Anmeldung erforderlich unter Telefon 08031/12166 oder 08031/3651447. Anmeldung auch per Mail unter info@kunstverein-rosenheim.de möglich.

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