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Im verschneiten Sachrang

Maximilian Schellenberger vom Stuttgarter Hornquartett.   Kirchner
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Maximilian Schellenberger vom Stuttgarter Hornquartett. Kirchner

Überschrieben mit „In einer kalten Winternacht...“ passte der Titel ausgezeichnet allein schon vom Äußeren her zum leicht verschneiten Sachrang, Die „Ankunft der Königin von Saba“ in B-Dur von G.F.

als in der Pfarrkirche St. Michael adventliche Klänge unter der Leitung von Margit-Anna Süß (Harfe) und Hansjörg Schellenberger (Oboe) erklangen. Zwei Alphörner stimmten auf das Kommende ein, dann wehten Oboentöne aus der Sakristei, gefolgt von einem Duo für Harfe und Oboe, das über die Melodie „In einer kalten Winternacht“ improvisierte. Hatte Schellenberger schon bei der Begrüßung erwähnt, dass das Konzert einen Kontrapunkt zu unserer kriegerisch-lauten, hektischen Zeit setzen wolle, so war dieses Konzert fürwahr ein leises, stilles Konzert, ein Konzert, das zum Meditieren anregte und das das Publikum ob der Stille und des lautlosen Ausklangs verblüffte und stumm wieder in die kalte Winternacht entließ. Da passte Sprecher Peter Weiß gut hinein, der eindrucksvoll über die Sehnsucht, die in einer kalten Winternacht aufgewacht ist, sprach.

Händel aus dem Oratorium „Salomon“ – hier von den zwei Harfen wunderbar angepriesen – setzte das Stuttgarter Hornquartett um Maximilian Schellenberger mit „Christus factus est“ von Anton Bruckner in g-Moll fort. In G-Dur ging es mit Arcangelo Corellis barockem Stück „Chiesa“ weiter. Das Saitentrio Vielsaitig mit Lisa Schöttl (Hackbrett), Christine Horter (Harfe) und Patrick Hollnberger am Kontrabass zeigte sich fantastisch im Zusammenspiel.

Immer feinsinnig zwischen den Tonarten und zwischen Dur und Moll abwechselnd, war das Programm eine perfekte Einstimmung auf die „stade Zeit“. Zur Besinnung und Erinnerung an den ruhigen Geist der Adventszeit trugen auch die meditativen Texte bei, die Peter Weiß zwischen den alpenländischen und klassischen Werken vorgetrug. Diese handelten vom Kirchenjahr und deuteten den Anfang der Schöpfung: „Es werde Licht!“ Mit Angelus Silesius‘ geistlichem Gedicht „Morgenstern der finstern Nacht“ erleuchtete gleichsam das barocke Kirchenschiff. Die Vollkommenheit im Zusammenspiel, die sich auch mit den ausgewählten Musikstücken widerspiegelte, war einem Adventskonzert mehr als würdig. Das Stuttgarter Hornquartett blies bekannte Melodien wie das „Macht hoch die Tür“ in Es-Dur wie auch die Bachsche Kantate „Jesu meine Freude“ in C-Dur. Das Ensemble Vielsaitig spielte sich mit dem Marienmenuett in C-Dur und dem „King of fairies“ in e-Moll in die Herzen des Publikums. Hansjörg Schellenbergers Oboe ließ zusammen mit der Harfe, wunderbar gespielt von Margit-Anna Süß und grandios begleitet von Patrick Hollnberger am Kontrabass, die Zuhörer bei der „Suite espagnole“ in d-Moll von Marin Marais meditativ bei den langsamen Sätzen eintauchen. Das wortreiche und doch zum Nachdenken animierende „Schweizer Gebet über das Hohelied der Liebe“ von Jeremias Gotthelf markierte dann den Höhepunkt, ehe das Adventskonzert im Rückwärtsgang wieder mit Harfe und Oboe, die aus der nahen und doch so fernen Sakristei verzauberte, ausklang. Zwei Alphörner bliesen noch zum Abschied. Ein wunderbares und wundersames Adventskonzert, das beinahe unheimlich ohne Applaus ausklang. Gerne hätte man den Künstlern Anerkennung und Lob für die bravouröse Leistung gezollt, aber passend zur Überschrift „Advent in der Stille“ war die Stille gewünscht – ein gelungen besinnlicher Einstieg in den Advent.

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