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Orgelmittwoch

Vagabundierende Musik in der Kirche Wiederkunft Christi

Volker Gloßner meditierte auf Japanisch an der Orgel.
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Volker Gloßner meditierte auf Japanisch an der Orgel.

Tapfer hält Gerhard Franke die Kulturfahne hoch und führt seinen „Orgelmittwoch“ in der Kirche Wiederkunft Christi weiter. Aus Landshut kam dieses Mal Volker Gloßner.

Kolbermoor – Volker Gloßner reiste aus Niederbayern an, doch in weit entfernte Musikwelten entführte er die Zuhörer mit einer Komposition des 1948 geborenen japanischen Komponisten Takashi Sakai namens „Sasurai – a meditative improvisation“.

Die anderen drei kurzen Musikstücke waren gleichsam nur Vorbereitung dafür: Der erste Satz der Bach’schen Triosonate Es-Dur BWV 525 („ein bisschen Bach muss sein“, sagte Gloßner dazu) hüpfte heiter dahin, hell registriert und deutlich die drei Stimmen trennend, die durch das dauerlaufende Motiv und den Rhythmus zusammengebunden waren.

Festlich und beinahe freudig erregt marschierte der „Grand Choeur in G“ von Theodor Salomé (1834 bis 1896), feierlich getragen dafür erklang die Paraphrase über „Tochter Zion“, komponiert von Alexandre Guilmant (1837 bis 1911), anfangs von Volker Gloßner so registriert, als spiele da ein Harmonium.

Melancholische Reise ins Unbekannte

„Sasurai“ bedeutet umherwandern, vagabundieren, als „eine melancholische Reise ins Unbekannte“ übersetzte es Gloßner. Mit einem pathetischen Pedalsolo beginnt es, wird dann choralartig meditativ, später lyrisch singend mit fröhlichen Flötenflattertönen und mutiert schließlich zu veritabler Filmmusik, alles wird rauschend-erregter, heult chromatisch herab, malt in japanischen Farben und endet motorisch furios nach wirbelndem Pedalspiel in strahlendem Dur.

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Alles in allem vagabundiert diese Orgelmusik durch viele Musikstile, Volker Gloßner demonstrierte seine Kunst des improvisierten Spiels und zog buchstäblich alle Register, die er vierzehn Tage zuvor schon ausprobiert hatte. Trotz langen Beifalls bekamen die zahlreichen Zuhörer keine Zugabe.

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