Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Der Untergang des Inka-Reiches

+

In der sechsten Folge über die Inkas erzählt die Kuratorin der Rosenheimer Inka-Ausstellung, Dr. Doris Kurella, über die Ankunft der Spanier und den Untergang des Inka-Reiches

Am 25. September 1513 nach Christus schlug sich eine Gruppe zäher und kampferfahrener Spanier durch den tropischen Regenwald des heutigen Panama und erreichte als erste Truppe von Europäern den pazifischen Ozean. Einer der Expeditionsteilnehmer war Francisco Pizarro, damals 35 Jahre alt. Er nahm die nächsten elf Jahre an vielen Eroberungszügen teil, unter anderem nach Panama und Nicaragua. Als er sich 1524 nach Christus mit einem eigenen Schiff, dem erfahrensten aller Kapitäne, Bartolomé Ruiz, der schon mit Christoph Kolumbus nach Amerika gekommen war und einem Expeditionspartner, Diego de Almagro, in Richtung Süden in Bewegung setzte um dem "El Dorado"-Mythos zu folgen, war er ein erfahrener, kampferprobter und mit allen Wassern gewaschener Eroberer. Dennoch schlug die erste Fahrt beinahe fehl. Bei jedem Versuch, an der Küste des heutigen Panama, Kolumbien und Ecuador anzulegen wurden sie von kriegerischen Stämmen angegriffen, zahlreiche Spanier verloren ihr Leben. Pizarro entkam schwer verletzt und Almagro verlor durch einen Pfeil ein Auge. Dennoch schafften sie es bei einem zweiten Anlauf an der Küste des heutigen Peru zu landen und 1529 nach Christus dort ein Fort zu gründen, das sie "Nueva Valencia" nannten. Danach kehrten sie nach Spanien zurück, um sich von der Krone die Erlaubnis zur Eroberung eines derart großen Gebietes zu holen. 1532 nach Christus setzte sich Francisco Pizarro mit seinen drei Brüdern Gonzalo, Hernandez und Juan erneut in Richtung Peru in Bewegung und landete nach kurzer Zeit mit 180 Spaniern in Tumbes und zog sofort weiter nach Cajamarca, wo sich nach Berichten seiner Spione der Inka Atahuallpa aufhielt. Gleich beim ersten Zusammentreffen Atahuallpas mit Pizarro wurde Atahuallpa überrumpelt, festgesetzt und in Geiselhaft genommen. Dies war keine spontane Aktion Pizarros, sondern eine lang erprobte spanische Strategie.

Den Anführer gefangen zu nehmen, ihn vor den Augen seinen Untertanen vorzuführen, zu demütigen, zu foltern und in der Regel auch zu ermorden, war eine der erfolgreichsten Vorgehensweisen der Spanier bei der Eroberung Amerikas. Je höher der Rang des Gefangenen, desto theatralischer die Vorführung.

Pizarro hielt Atahuallpa ein ganzes Jahr gefangen und lernte in dieser Zeit, wie das Inka-Reich funktionierte. Er lernte vor allem, dass sich die Inka durch ihre häufig brutale Vorgehensweise und den Erbfolgekrieg in den die beiden Brüder Huascar und Atahuallpa eingetreten waren, viele Feinde gemacht hatten. Die Spanier wussten dies zu nutzen und verbündeten sich mit vielen Gruppen, die die Inka loswerden wollten und die Spanier als willkommene Hilfe bei diesem Unternehmen betrachteten. Ohne diese Verbündeten und vor allem durch die von den Europäern eingeschleppten Seuchen wäre eine Eroberung des Inka-Reiches sehr wahrscheinlich gescheitert. Im Jahr 1533 nach Christus lässt Pizarro Atahuallpa hinrichten, obwohl dieser ihm Unmengen von Gold geliefert hatte, um seine Freiheit wieder zu erlangen. Vermutlich war seine Freilassung nie ernsthaft von Pizarro vorgesehen gewesen. Nach der Hinrichtung begann die endgültige militärische Landnahme des ehemaligen Inka-Reiches. Zunächst fiel 1534 nach Christus die Inka-Hauptstadt Cusco, dann die zweite Hauptstadt Quito. Die Spanier setzten Marionetten-Herrscher ein, wie den Inka Manco Capac II. Dieser kooperierte zunächst mit den Spaniern, wendete sich aber gegen sie, nachdem sie seine Frau vergewaltigt, gefoltert und ermordet hatten. Er zog sich mit einer großen Gruppe nach Vilcabamba, einige hundert Kilometer östlich von Cusco in Richtung Amazonasgebiet gelegen zurück und bekämpfte die Spanier mit Guerillatrupps über viele Jahre hinweg. Sein Sohn, Titu Cusi Yupanqui setzte den Kampf fort bis er von einem spanischen Spion vergiftet wurde. Der Sohn Cusi Yupanquis, Tupac Amaru I. war der letzte autonome Inka. Er wurde nach einem Gefecht gefangen genommen und 1572 nach Christus öffentlich hingerichtet. Erst mit seinem Tod, 40 Jahre nach dem ersten Zusammentreffen von Pizarro und Atahuallpa gilt das Inka-Reich als besiegt.

Nicht nur die Inka-Herrscher selbst, sondern auch ehemalige Generäle Atahuallpas wie der berüchtigte Quizquiz kämpften weiter gegen die Spanier. Das Inka-Reich fiel nicht schnell, sondern erst nach einem langen, blutigen Eroberungskrieg durch die Spanier, die rasch mehr Eroberer nach Peru sandten.

Die spanischen Eroberer waren in den seltensten Fällen Soldaten. Die Eroberer Amerikas waren Unternehmer, die für ihre Überfahrt bezahlt und sich häufig verschuldet hatten. Sie waren darauf angewiesen, Gewinn zu machen und auf schnellen Reichtum aus. Viele ließen ihr Leben, aber viele kehrten auch als reiche Leute nach Spanien zurück oder ließen sich in Amerika nieder, heirateten einheimische Frauen und betrieben große Haziendas, die sie von der spanischen Krone als Belohnung erhalten hatten.

Pizarro selbst wurde in einem Racheakt von dem Sohn seines ehemaligen Kampfgefährten Diego de Almagro, den er wiederum hatte töten lassen, 1541 nach Christus in Lima ermordet.

Kommentare