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Werke aus dem „Kosmos des Titanen“

Tonkünstlerverband Südostbayern feiert in Rosenheim den Geburtstag Ludwig van Beethovens

Biegt sich förmlich vor Vergnügen: Marija Hackl, begleitet von Yume Hanisch, bei der jazzigen Interpretation von Beethovens „Für Elise“.
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Biegt sich förmlich vor Vergnügen: Marija Hackl, begleitet von Yume Hanisch, bei der jazzigen Interpretation von Beethovens „Für Elise“.

Der Tonkünstlerverband Südostbayern hatte 2020 den 250. Geburtstag Ludwig van Beethovens feiern wollen. Aufgrund der Pandemie hat er jetzt dem 251. Geburtstag gedacht – und dies in großem Stil.

Rosenheim – Sechzehn Musiker spielten im Rosenheimer Hans-Schuster-Haus in zwei aufeinander folgenden Konzerten zehn Werke „aus dem facettenreichen Kosmos des Titanen Beethoven “ (So formulierte es der humorvoll moderierende Walther Prokop), also Musik von und über Beethoven.

Alle Facetten der Weiblichkeit

Beethoven Original erklang in seinen „Zwölf Variationen über ‚Ein Mädchen oder Weibchen‘ aus Mozarts ‚Zauberflöte‘“ op. 66, von Thomas Schuch (Klavier) und Katarina Schmidt (Cello) sieghaft entschlossen und so markant gespielt, als wollten sie alle Facetten der Weiblichkeit präsentieren.

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Beethoven als heiteren Salonkomponisten zeigte das Trio mit Christiane Kneer (Traversflöte), Kristina Kerestey (Geige) und Stephanie Kocher (Viola) in vier Sätzen aus der Serenata op. 25, wobei die Streicherinnen erkennen ließen, dass das Heitere doch auch seine komplexen Tücken hat. Schwelgerischen und am Klavier schwärmerisch- singenden Wohlklang verströmte das Turmalin-Quartett (Marija Hackl, Violine, Angela Büsel, Viola, Birgit Saßmannshaus, Cello, Yume Hanusch, Klavier) im Klavierquartett op. 16.

Brausend-virtuos und lyrisch-versunken

Eine reizende Entdeckung waren drei der fünfundzwanzig schottischen Lieder op. 108 mit Instrumental-Begleitung von Violine (Angela Büsel), Cello (Birgit Saßmannshaus) und Klavier (Yume Hanusch), die Anja Schwarze-Janka sehr lebhaft vortrug. Beethoven als aufbrausenden Feuerkopf stellte Amangul Klychmuradova mit den Klavier-Variationen c-Moll WoO 80 vor, abwechselnd brausend-virtuos und lyrisch-versunken.

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Ferdinand Ries war ein Klavierschüler Beethovens. Aus seinem Flötenquartett op. 145/1 spielte die Flötistin Alice Guinet zusammen mit Mitgliedern des Turmalin-Quartetts zwei Sätze, von denen der letzte mit „A l’espagnola“ betitelt ist. Mit wohligem Gesamtklang, angeführt von der animierenden Flöte, und mit Temperament ließen die Musikerinnen imaginäre Kastagnetten rasseln. Im „Pot-Pourri aus Beethoven beliebtesten Werken“ von Anton Diabelli, einem, so Prokop „reizenden Musik-Ragout“, begleitete Gitarristen Stefan Hutter die anmutig aufspielende Alice Guinet begleitet.

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Von Mondschein-Sonate inspiriert

Dmitri Schostakowitsch ließ sich im „Adagio“ seiner Bratschen-Sonate von Beethovens Mondscheinsonate inspirieren. Josephine Pauler, assistiert von Eva Krikkay am Klavier, gestaltete die bohrende Tragik mit strömender Intensität. Charles Ives hingegen nahm das Schicksalsmotiv aus Beethovens fünfter Symphonie, um darüber in seiner „Concord Sonata“ zu meditieren. Das machte Rebekka Höpfner mit weichen Akkorden, volltönend-triumphierendem Donnern und hörbaren Volksliedanklängen klar.

Jazzige Reflexionen

Ein laut Prokop „zündend witziges“ Ende fanden diese zwei üppigen Konzerte mit einem Stück des türkischen Pianisten und Komponisten Fazil Say (geboren 1970) namens „Für Elise Jazz“. Nachdem Yume Hanusch anfangs den klassischen Konzertauftritt parodierte, bog sich Marija Hackl geradezu vor Vergnügen an dieser respektlos-jazzigen Beethoven-Reflexion.

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