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Eine bedepperte Spezies intensiv analysiert

Toni Lauerer strapaziert mit seinem Programm in der Traunsteiner Kulturfabrik „Nuts“ die Lachmuskeln

Toni Lauerer erstellte ein wahres Deppenpsychogramm bei seinem Auftritt im „Nuts“.
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Toni Lauerer erstellte ein wahres Deppenpsychogramm bei seinem Auftritt im „Nuts“.
  • VonKirsten Benekam
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„Die Anzahl der Deppen ist seit der Pandemie deutlich gestiegen.“, ist sich Toni Lauerer sicher. Das aber habe durchaus auch positive Aspekte, meinte er bei seinem Auftritt im „Nuts“.

Traunstein – Mehr Deppen bedeutet mehr Stoff für Comedy und Kabarett und daher mehr Grund zum Lachen.

Dieser höchst ausdifferenzierten Spezies ist es also zu verdanken, dass einer der angesagtesten bayerischen Mundartkabarettisten ein abendfüllendes Programm erstellt: „Lauter Deppen“. Sich selbst nimmt er nicht aus, wie er betont. Muss ansteckend sein, das Deppentum, auf alle Fälle ist es der intensiven Analyse wert.

So zeichnet Lauerer mit seinem Programm tatsächlich ein wahres Deppenpsychogramm.

Kein Gendern beim Deppen

Der Lebensraum des Depps, bei dem sich’s mit dem Gendern aufhört – eine weibliche Form des Wortes, „Deppin“, gebe es nicht –, sei groß.

Deppen, die männlichen oder weiblichen Geschlechts sein können, sind äußerst anpassungsfähig, saudumm, beratungsresistent, nicht selten aufdringlich und unverschämt und vermehren sich offenbar rasch und überall. Man trifft sie im Kaufhaus, im Straßenverkehr, im Amt, in der Politik, im Wartezimmer, im Wirtshaus, ja sogar im Internet. Das Publikum im „Nuts“ ist dagegen nicht nur neugierig und lachhungrig, sondern auch pointenorientiert und ungemein schlau. Antideppen, vielleicht. Jedenfalls hing es dem Bühnenmenschen Lauerer förmlich an den Lippen, und nicht selten brachen sich die ersten gepressten Pruster schon frühzeitig Bahn.

Es wurde ärger und ärger, strapazierte die Lach- und Atemorgane bis zum Anschlag und darüber hinaus – eine echte Herausforderung für Lachungeübte. Dabei lacht Lauerer selbst so gut wie gar nicht, was die Komik ins Uferlose treibt. Deppen, das sind für ihn die Halbnackerten bei Germanys next Top-Skelett, die Maden fressenden Dschungelcamper und die Bauer-sucht-Frau-Bescheuerten.

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Enormes Deppenvorkommen findet sich auch, wie man erfuhr, in penetranten Elterntaxis, aber auch Banken, Werbesendungen und Callcenter seien wahre Deppennester. Lästige Callcenterdeppen nimmt er sich mit Begeisterung selbst zur Brust, dreht den Telefon-Spieß elegant um, etwa indem er sein Oberpfälzisch ins Hochdeutsche übersetzt und damit den bemitleidenswerten Gesprächspartner in den Wahn treibt, bis der dann von allein den Hörer schmeißt.

Dass Männer sich oft für Frauen zum Deppen machen – für Lauerer ein offenes Geheimnis. Im Rasierwasser baden, endpeinliche Tanzversuche oder Gewaltradeltouren – g’wampert und ohne jede Kondition.

Gegen Programmende bewegte sich das Lachverhalten der Zuhörer auf ein gesundheitsbedenkliches Niveau. Das war dem Oberpfälzer offenbar „wurscht“, denn mit einer kriminell witzigen Zugabe trieb er die Sache auf die Spitze. Kraft für einen heftigen Schlussapplaus hatten die Gäste dennoch. Ein Kabarettabend, so gar nicht deppert, der in Erinnerung bleiben wird. /MN

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