Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Düsterer Abschiedsschmerz

Tiroler Festspiele verabschieden sich mit viel Klage und Wehmut

Ganz der Melancholie der Musik gab sich die Mezzosopranistin Paula Murrihy hin.
+
Ganz der Melancholie der Musik gab sich die Mezzosopranistin Paula Murrihy hin.

Die Sonntags-Matinee war zwar das Abschlusskonzert der diesjährigen Tiroler Festspiele Erl – aber musikalisch herrschten doch etwas viel düsterer Abschiedsschmerz, Klage und Wehmut.

Erl – Mit dem dunkelklagenden und schicksalsschweren „Gesang der Parzen“ von Brahms begann’s, der Chor der Festspiele sang konsonantengestählt, schien insgesamt aber mit diesem so schwerblütig-deutschen Werk etwas zu fremdeln, so dass die aufgehellten A-cappella-Passagen in der sechsten Strophe bei den Frauenstimmen etwas verloren und bei den Tenören etwas verengt klangen. Auch war der Chorklang wenig gerundet. Aber man spürte die harte Probenarbeit, so dass sogar der Hauchlaut „H“ beim letzten Wort „Haupt“ („Und schüttelte das Haupt“) genau herausgestellt und fast gesungen war.

+++ Weitere aktuelle Berichte zur Kultur in der Region finden Sie hier!

Der junge Dirigent Thomas Guggeis, in Dachau geboren, in Straubing aufgewachsen und nun Staatskapellmeister in der Oper Unter den Linden in Berlin, betonte mit enorm energischen Gesten die schicksalhafte Unerbittlichkeit, wo er vielleicht manchmal mehr das Fließen des Klangs produzieren hätte können.

Orchester trumpfte auf

Dann aber, beim „Lied von der Erde“ von Gustav Mahler, blühte und trumpfte das Orchester auf und glänzte und schillerte in allen Farben, malte zum Beispiel mit ganz feinem Pinsel die heiteren Chinoiserien im dritten Teil („Von der Jugend“) nach und ließ den Abschied vom Tag, vom Herbst und vom Leben in aller Sonnenuntergangschromatik leuchten. Guggeis hatte die komplizierte Partitur vollständig im Kopf und antizipierte gestisch immer alle wichtigen Instrumentaleinsätze.

Lesen Sie auch: „Ein großer Park mit Müßiggängern“

Anfang schien AJ Glueckert mit seinem hell timbrierten und mühelos anspringenden Tenor in den Orchesterfluten zu versinken, gewann dann aber immer mehr an klanglicher Statur und besang volllautend und wohllautend das Glück des vollen Bechers.

Voller Hingabe gesungen

Paula Murrihy bettete sich wohlig in den süffigen Orchesterklang und wiegte sich tiefempfindend mitten hinein in die elegische Abschiedsmelancholie, mit langen Melodiebögen, die bis an das Phrasenende mit Spannung aufgeladen waren, besang den aufgehenden Mond und das müde Herz, aber nimmermüde war ihr Herz, das von Hingabe überfloss, und überströmend und -flutend sang ihr voller Mezzosopran.

Ein starker Abschluss war das einer organisatorisch schwierigen und doch erfolgreichen Festspielsaison mit einer 70-prozentigen Auslastung. Die Zuhörer lauschten beinahe atemlos und dankten am Ende mit kräftigem Applaus: Sie können sich bald auf das Gitarrenfestival „La Guitarra“ Mitte August (siehe unten) und dann die Erntedank-Konzerte Anfang Oktober freuen.

Kommentare