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Szenen zu Flucht, Chancengleichheit und Ungerechtigkeit

Blick Richtung Europa: fünf der Geflüchteten, die die Rosenheimer Schüler in Tunesien trafen.
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Blick Richtung Europa: fünf der Geflüchteten, die die Rosenheimer Schüler in Tunesien trafen.

Rosenheim –„Niemand’s Land – Warten“ ist der Titel eines gemeinsamen Tanz- und Theaterprojekts von Schülern der Freien Waldorfschule Rosenheim und Migranten, denen der Weg nach Europa verschlossen bleibt.

Unter dem Motto „Wenn Ihr nicht zu uns dürft, dann kommen wir zu Euch“ fand im März dieses Jahres der erste Teil dieses außergewöhnlichen Theaterprojekts statt.

Über den Verein „music-can-help“ arbeitet die Gstadterin Sibylle Stier seit mehreren Jahren im Bereich Musik und Theater in Krisengebieten. Im Rahmen dieser Arbeit fanden bereits 2015, 2017 und 2019 Projekte mit der Waldorfschule Rosenheim und Teilnehmern in Palästina statt.

Nun kam ein ehemaliger Mitarbeiter des Flüchtlingskommissariats der Vereinten Nationen (UNHCR) auf Sibylle Stier mit der Frage zu, ob sie sich ein Projekt mit Schülern und Geflüchteten in seinem neuen Projekt in Tunesien vorstellen könnte.

Im März fand der erste Teil dieser Begegnung in Tunesien statt. Gemeinsam mit Sibylle Stier und dem Community-Dancer Josef Eder führten die Rosenheimer Schüler eine Woche lang Gespräche mit den Geflüchteten und hörten dabei Berichten zu, die sie fast immer fassungslos machten.

„Wie kann es sein, dass Menschen nur auf Grund ihrer anderen Hautfarbe, auf Grund ihrer anderen Herkunft eine Ausreise nach Europa unmöglich gemacht wird? Wie kann es sein, dass junge Afrikaner mit unendlich vielen Träumen und Talenten keinerlei Chance bekommen, in Europa eine Ausbildung zu machen, weil die Einreisebedingungen kaum zu erfüllen sind?“ Das sind die Fragen, die die Schüler aus Rosenheim seitdem bewegen. Wieder zu Hause wurde allen Beteiligten schnell klar, dass dieses Projekt noch nicht zu Ende war. Zu dringlich waren die Fragen, zu dicht die Eindrücke. Und so entstanden in den vergangenen Wochen Theaterszenen, die sich mit den Themen „Flucht“, „Chancengleichheit“ und „Menschliche Ungerechtigkeit“ befassen.

Der bekannte Schauspieler August Zirner unterstützte das Projekt, indem er einem alten Boot, das Teil einer Videoaufzeichnung geworden ist, seine Stimme verlieh.

Der Filmemacher Manuel Linke hat die Reise in zahlreichen Videos festgehalten. Etliche der Szenen und Interviews fließen nun in das Theaterstück ein und geben den Geflüchteten auch hier eine Präsenz. Für die Jugendlichen steht fest, dass diese Begegnung mit den Menschen in Tunesien ihren Blick auf Flucht und Migration verändert hat. Sie überlegen nun, wie sich Fluchtursachen in den Heimatländern entgegenwirken lässt. Ansätze der Hilfe gibt es bereits mehrere: So könnte ein junger Migrant aus der Elfenbeinküste beim Verkauf von traditioneller Kleidung in Deutschland unterstützt werden. Zwei Lehrer aus dem Kongo könnten per Videokonferenz Nachhilfe in Französisch anbieten. Einem jungen Tänzer, der in Europa an Tanzprojekten teilnehmen könnte, soll bei den Anträgen geholfen werden. Einige der Schüler wollen in den nächsten Ferien auf eigene Kosten wieder nach Tunesien fahren, um ihre neuen Freunde wieder zu treffen und um über gemeinsame Ideen zu sprechen. Doch über diese Ideen hinaus ist es den Schülern ein Anliegen, in ihrem Theaterstück dem Publikum ihre Betroffenheit und die Gedanken der tunesischen Freunde vermitteln zu können. Die Einnahmen des Theaterprojekts werden den afrikanischen Teilnehmern zugutekommen.

Die Aufführung findet am Samstag, 2. Juli, um 20 Uhr im Ballhaus in Rosenheim statt. Karten gibt es unter info@music-can-help.de oder an der Abendkasse. Der Eintritt ist frei.

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