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Eröffnung eines neuen Ateliers

Aus München nach Prien: Die Bewegung steht im Mittelpunkt bei Künstlerin Sylvia Robaud

Dynamische Bildsprache: Sylvia Roubaud in ihrem Atelier in Prien.
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Dynamische Bildsprache: Sylvia Roubaud in ihrem Atelier in Prien.

Die Malerin Sylvia Roubaud bezieht nach ihrem Umzug von München in den Chiemgau in Prien ein neues Atelier. Die Künstlerin, die heuer ihren 80. Geburtstag feiert, hat in 50 Jahren ihre Werke in 50 Einzelausstellungen präsentiert.

Prien – Die aus einer Familie von Künstlern stammende Malerin und Grafikerin Sylvia Roubaud von kreativer Betätigung frühgeprägt, wurde 1941 in München geboren. Ihre Mutter war Cellistin, ihr Großvater der berühmte Maler Franz Roubaud, dessen Bild „Prinzregent Luitpold mit seiner Schwester der Herzogin von Modena“ im Chiemgau bestens bekannt ist.

Sylvia Roubaud verbrachte ihre Kindheit und Schuljahre bis 1958 in Hochstätt bei Rimsting. Sie studierte von 1967 bis 1974 an der Akademie der Bildenden Künste in München bei Professor Günter Fruhtrunk. 1966, 1967 und 1999 war sie Meisterschülerin in der Klasse von Professor Emilio Vedova an der Sommerakademie in Salzburg und in Venedig war.

Vielfältige Aktivitäten

Ihre erste Ausstellungbeteiligung im Chiemgau war 1959 auf der Herreninsel und seit 1965 folgten laufende Ausstellungsbeteiligungen in Prien. 1978 erhielt sie den Ehrenpreis der Stadt Salzburg für Radierung. Es folgten diverse Förderungen durch den Freistaat. Auch war sie langjährig tätig als Ausstellungskuratorin in Industrie und Kunstvereinen für nationale und internationale Künstler. Sie war an künstlerischen Projekten mit dem Kunstpastoral der Erzdiözese München und Freising beteiligt und ist seit vier Jahren Jurymitglied des Kulturfördervereins Prien für die Jahresausstellung Kunst im Chiemgau.

Zurück in den Chiemgau

Im Sommer 2020 zog Sylvia Roubaud von München zurück in den Chiemgau. In Prien am Marktplatz 14 fand sie neue Atelierräume. Bedingt durch die Pandemie erfolgt die Ateliereröffnung erst jetzt im Sommer, die zugleich mit ihrem 80. Geburtstag zusammenfällt.

Die Künstlerin hat mit großer Konsequenz in kontinuierlicher Arbeit in mehr als 50 Jahren langen Kunstschaffens ein wuchtiges Werk geschaffen. Ihr umfangreiches Oeuvre umfasst vor allem Gemälde in Acryl, Collagen und Aquarelle, parallel dazu entstehen grafische Blätter wie Radierungen und Arbeiten in Graphit.

Kraftvolle Bildsprache

Ein Blick auf ihr Oeuvre zeigt, in welch kraftvoller Sprache sie malt. Mit kraftvollem Pinselstrich bahnt Roubaud monumentalen Farbstrukturen ihren Weg über die Fläche. Lebenslange Studien der Bedingungen von Farbe und Form gehen voraus. Sie übernimmt Partien von Zeichnungen, die sie mit großen Bewegungen und breitem Quast auf die Leinwand überträgt.

Faszination Tempo

Roubaud ist fasziniert vom Tempo des technischen Zeitalters. Deshalb entdeckt man in ihren Bildern und in der Fülle ihrer Druckgrafiken, den Rhythmus und die Dynamik, von der Umwelt und menschliches Erleben geprägt sind. Es ist eine „Schrift“ die sich meist auf die Farben Schwarz, Weiß, Rot und Gelb beschränkt, die auf ein dialogisches Prinzip aufgebaut ist. Sie ist eine sehr überlegt arbeitende Künstlerin, interpretiert Räume nach Farben, ihren Wertigkeiten und Intensitätsgrade sowie nach Formation in ihren Bewegungsmomenten. Dabei entwickelt sie eine äußerst dynamische Bildsprache, in der auch vielfach das Spontane einen hohen Stellenwert aufweist und der Ablauf des Produktionsprozesses zur Aktion wird. Die Bildfläche wird in ein dynamisches Farbenspiel verwandelt. Es entstehen offene und geschlossene, manchmal auch organischen Formen.

Dynamische Malerei

Das Resultat ist eine dynamische Malerei, die nicht nur Raum darstellt, sondern auch die Bewegung selbst, die tatsächlich ein zentrales Thema ist. Keine Bewegung ist im Bild ziellos, sondern sie bleibt bei aller Dynamik kontrolliert.

Neben ihrer Malerei hat die Künstlerin ein ausgebreitetes grafisches Werk geschaffen. Dazu gehören auch ihre frühen Computergraphics. Bemerkenswert ist in ihren Radierungen die enge Verbindung zu ihrem malerischen Duktus, der in überraschender Weise dominant ist. Dies ist nur bei raffinierter Ausnutzung des technischen Vokabulars möglich. Roubaud interessiert in ihren druckgrafischen Arbeiten das Abbildhafte nicht, sondern die künstlerische Übersetzung in eine eigene Bildwirklichkeit. Erinnertes und Erfundenes werden verwandelt zu verrätselter Harmonie, die sich der schnellen Lesbarkeit entziehen möchte, jedoch auf der anderen Seite entschlüsselt und gedeutet sein will.

50 Ausstellungenin 50 Jahren

Ein halbes Jahrhundert künstlerischer Produktion hat sich in einer Vielzahl von Ausstellungen, über 150 Ausstellungsbeteiligungen und rund 50 Einzelausstellung im In- und Ausland niedergeschlagen. In vielen verschiedenen Sammlungen und öffentlichen Instituten und Museen im In- und Ausland haben ihre Werke einen festen Platz gefunden.

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