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Das Trio Tinnabuli bezauberte mit Harfen- und Querflötenmusik in der Abtskapelle im Kloster Seeon

Stille Schönheit und zarte Töne

Das Trio Tinnabuli in der Rokokokapelle von Kloster Seeon.
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Das Trio Tinnabuli in der Rokokokapelle von Kloster Seeon.

Fast wie im Märchen fühlten sich die Besucher der Soiree in der Abtskapelle St. Nikolaus des Kloster Seeon.

Umgeben von traumhafter Kirchenmalerei, kunstvollem Stuck und zauberhaften Fresken des Rokokojuwels, fanden sich die Konzertbesucher zu einem ebenso superben Konzert des Trio Tinnabuli ein. Allein schon die Instrumentierung - zwei Querflöten und eine Harfe - aber auch die charmante Erscheinung der Musikerinnen Katharina Schweiger, Angelika Man (Querflöten) und Stefanie Polifka (Harfe) versprachen vielfältige, farbenreiche Programmmöglichkeiten und Extravaganz.

Noch bevor Andrea Wittmann, in deren Händen die Moderation lag, eine kurze Begrüßungsansprache halten konnte, flatterte ein farbenprächtiges Nachtpfauenauge, ganz wie für dieses Konzert gebucht, durch die Kapelle und eröffnete mit stiller Schönheit die musikalische Soiree. Ein "Lied ohne Worte" von Mendelssohn-Bartholdy brachte dann die Besucher in die richtige Stimmung: Zarte Flötenmusik, melodisch verspielt mit klaren Linien, durchdrang die kleine Kapelle und schien sich optisch und akustisch in den ausdrucksstarken Gemälden und Spiegeln an den Wänden zu verfangen. Glück hatten die Besucher in der letzten Reihe, denn hier erfreut man sich über den besten Ausblick auf unzählige kunstvolle Details, die Zeugnis allergrößter Schaffensfreude ihrer bildenden Künstler sind.

Antonio Vivaldis "Concerto per due flauti e Basso continuo" passte im Anschluss in seiner Verspieltheit perfekt und fand, wie man am munteren Applaus erkennen konnte, großen Anklang. Mit dem folgenden Harfensolo aus der Feder Carl Philipp Emanuel Bachs stellte die Harfenistin ihr Können unter Beweis und erntete ebenso freudigen Applaus der Zuhörer. Das Werk eines der Söhne Johann Sebastian Bachs ließ keinen Zweifel an der Vererbung des genialen musikalischen Talents der Musikerfamilie Bach.

Johann Joachim Quantz, seiner Zeit Lehrer von Friedrich dem Großen und Flötenbauer, komponierte das "Duo für zwei Flöten", welches im meisterhaften Vorspiel der beiden Flötistinnen an ein Zwiegespräch zweier Singvögel erinnerte. Lieblich-verspielt, in an- und abschwellenden Tempi und harmonischer Dynamik im Allegro kam dann Carl Philipp Emanuel Bachs Trisonate in d-Moll daher. Im Largo entsprechend getragener, gedämpfter und in ruhigen melodischem Fluss.

"Was ist ein Konzert im Kloster Seeon ohne einen Mozart"?, scherzte Andrea Wittmann, als sie vor der Pause Mozarts Andante KV 616 ankündigte. Mit kess-kindlicher Komödie in Noten schickten die virtuosen Musikerinnen ihre Zuhörer in die Pause.

Der zweite Konzertteil startete mit dem "Trio aus dem Oratorium L'enfance du Christ" von Hector Berlioz, welches geprägt ist von zahlreichen Tempovariationen und rhythmischen Wendungen. Bachs jüngster Sohn und elftes Kind, Johann Christian, komponierte das Trio in G-Dur, das ebenso grandios gespielt allergrößten Gefallen fand und wiederum mit kräftigem Applaus belohnt wurde. Ein kurzer Abstecher nach Frankreich zum Harfenlehrer des Pariser Konservatoriums, Alphons Hasselmans, ließ in Noten mit dem Werk "La Source" die Assoziation eines Spaziergangs entlang der Seine entstehen. Mit einem Menuett des deutschen Flötisten Johann Kummer neigte sich das ausgesprochen abwechslungsreiche Konzert dem Ende zu. Die überaus klatschfreudigen Konzertbesucher handelten sich allerdings noch zwei Zugaben des hervorragend eingespielten Trios heraus. Gerne verließ man den Ort der Kunst und der Musik nicht, doch das Versprechen auf ein kleines Büchlein über die Nikolauskapelle, das sich jeder Besucher am Ausgang von Andrea Wittmann abholen durfte, machte den Abschied ein wenig leichter. Alles in allem ein absolut belebender Abend mit großartiger Musik und eindrucksvollen Begegnungen.

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