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Projekt „Marien-Leben“

Stachelige und doch wohlklingende Musik in Weihenlinden

Die „Rosenkranz-Sonaten“ wurden gespielt von Simon Steinkühler, Markus Hanke und Annalisa Pappano (von links).
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Die „Rosenkranz-Sonaten“ wurden gespielt von Simon Steinkühler, Markus Hanke und Annalisa Pappano (von links).
  • VonRainer W. Janka
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Weihenlinden – Das Projekt „Marien-Leben“, das Hubert Dobl im Rahmen des Maxlrainer Kultursommers gestartet hat, hat seine Fortsetzung in der Wallfahrtskirche Weihenlinden gefunden.

Sehr geglückt dabei war die Verwobenheit von Poesie, nämlich die Marien-Gedichte von Rainer Maria Rilke, Musik, nämlich die schmerzreichen „Rosenkranz-Sonaten“ von Heinrich Ignaz Franz Biber (1644-1704), und der Architektur, nämlich die quellende Rokokostuckatur der Kirche.

Thema des Abends waren die Schmerzen Mariens – und wie zur Illustration dieses Themas stand Maria über den Musikern unter dem Kruzifix mit von einem Schwert durchbohrten Herzen. Hubert Dobl rezitierte die schmerzreichen Gedichte aus Rilkes „Marien-Leben“ bedachtsam und bedeutsam, wohlartikuliert, mit wohlüberlegten Kunstpausen und wohldosiertem Sprech-Crescendo hin zu den sinntragenden Worten.

Die Rosenkranz-Sonaten waren gespielt von einem barock-erfahrenen Instrumental-Trio mit Simon Steinkühler (Geige), Markus Hanke (Cembalo) und Annalisa Pappano (Gambe). Die zeigte in einer Gamben-Sonate von Gottfried Finger (1660-1730) mit leichtfingrigem Schwung, wie sinnlich und keusch zugleich eine Gambe klingen kann. Gleich fünf Geigen brauchte Steinkühler für die fünf Sonaten, weil jede in einer eigenen Stimmung komponiert ist. Steinkühler begann mit langgezogenen Lamenti, in denen gleichsam die „Tränenbäche“ flossen, von denen Rilke sprach, geriet dann zunehmend in ein geigerisches Feuer, realisierte die „Augenmusik“, das ist Musik, deren Symbolik, zum Beispiel die Kreuz-Symbolik, eher im Notenbild deutlich wird, und dann die Geißelschläge und spitzen Dornen, die für Christi Passion verwendet wurden. „Stachelige Musik“ nannte Steinkühler das in seinen Erläuterungen, gleichwohl wohlklingende stachelige Musik. Alles gipfelte in der musikalischen Schilderung der gehämmerten Kreuzesnägel, des Zerreißens des Tempelvorhangs und des Erdbebens bei Christi Tod.

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